
BÜRSTADT – Die imposante Ausstellung erzählt die Geschichte von sechs Erkrankten, die darin porträtiert werden und ihre persönliche Geschichte einer Krebserkrankung durch HPV-Viren wiedergeben. Dabei berichten die Betroffenen von Erschöpfung, Angstzuständen oder dem Kampf ums Überleben. Aber auch von etwaigen Glücksbringern, der Kraft des Glaubens und dem ganz starken Willen, ein halbwegs normales Leben führen zu können. Auf Plakatwänden sind deren persönliche Geschichten nachzulesen, eine eigens aufgebaute Mitmachstation lädt dazu ein, interaktiv tätig zu sein. Die Ausstellung selbst wurde vom Deutschen Krebsforschungszentrum, der Deutschen Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft und der preventa Stiftung initiiert, wird zum zweiten Mal im Kreisgebiet gezeigt, wie die Erste Kreisbeigeordnete Angelika Beckenbach betonte. Zu den täglichen Öffnungszeiten von 10 bis 12 Uhr (außer Samstag und Sonntag) bis einschließlich Freitag, 19. September, liegen dem Präventionsteam zahlreiche Anmeldungen von Schulklassen aus Bürstadt vor. Weitere Interessenten sind willkommen.
Sämtlichen Beteiligten der Eröffnung ist die Kernbotschaft wichtig, dass eine Impfung gerade für junge Menschen, Mädchen und Jungen gleichermaßen, extrem wichtig ist, schütze sie doch zu 90 Prozent vor einer Krebserkrankung. Dabei geht es um jegliche Krebsarten im Intimbereich oder im Mund-Rachen-Raum. Empfohlen wird die Impfung ab neun Jahren, bis zum 14. Geburtstag reichen zwei Impfungen im Abstand von sechs Monaten. Dr. Claus Köster, Präsident vom Gesundheitsnetz Rhein-Neckar, sprach von 10.000 Krebserkrankungen jährlich, darunter 1.900 Jungs. Angestrebt werde eine Impfrate von 70 bis 80 Prozent, zumal die Kosten der extrem gut verträglichen Schutzimpfung von Krankenkassen übernommen werden. „Es gibt keinen dokumentierten Todesfall“ unterstrich Dr. Carl-Michael Bergner. Dr. Köster appellierte eindringlich darum, politisch aktiv zu werden, um eine Veränderung herbeizuführen. „Es gibt mehr HPV-Tote als Verkehrstote“ bekräftigte der Präsident vom Gesundheitsnetz Rhein-Neckar, der seit zehn Jahren mit viel Aufwand die Kampagne unterstützt, seine Argumentation mit Zahlen. „Eine Impfung macht immer Sinn“ so Dr. Köster. „Die Impfung muss in die Köpfe“ griff Angelika Beckenbach diese Vorlage auf. Speziell die Impfung von Mädchen und Jungen mit neun Jahren ergäbe den besten Schutz, wie Dr. Daniela Klee betonte. Mit einer Plattform bei Elternabenden in den Schulen, speziell in den vierten Klassen, sei geholfen. „Es bedarf viel Engagement“ stellte auch Dr. Inka Scheer klar, die von Problemen speziell in Schulen und einer von ihr festgestellten Impfmüdigkeit berichtete. „Über die Notwendigkeit der Impfung gibt es keine Diskussion“ stellte „Campus“-Hausherr, Bürstadts Bürgermeister Boris Wenz klar. red