Sa., 22.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Mo., 03. September 2018, 22:59 Uhr
    Scheidender Vorsitzender Gottlieb Ohl geehrt – Nachfolger Gottfried Störmer

    10 Jahre Förderverein Notfallseelsorge Bergstraße mit Festgottesdienst gefeiert

    Nach 10 Jahren hat Gottlieb Ohl den Vorsitz im Förderverein abgegeben. Sein Nachfolger Bürgermeister Gottfried Störmer verabschiedete ihn. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Den Festgottesdienst zur Feier des 10-jährigen Bestehens des Fördervereins Notfallseelsorge Bergstraße am Samstagnachmittag gestalteten viele Mitwirkende: Dekan Karl Hans Geil, Pfarrerin Karin Ritter, Pfarrerin i. R. Barbara Tarnow, der katholische Pastoralreferent Michael Held, Prädikant Gottlieb Ohl, Brigitte Freudenberg und Jürgen Ulrich, beide Notfallseelsorger. Bürgermeister Gottfried Störmer begrüßte die Gottesdienstbesucher im Namen des Vereinsvorstandes, unter ihnen viele Träger der königsblauen Westen mit dem großformatigen Schriftzug „Notfallseelsorge“. An der Feier nahmen Pfarrerin Sabine Sauerwein und Pfarrer Adam Herbert von der Lukasgemeinde sowie weitere Vertreter der Kirchen teil, Landrat Matthias Wilkes a. D und die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, Lokalpolitiker, Rettungsdienste und die Polizeiführung waren als Ehrengäste eingeladen. Gottlieb Ohl, Gründungsmitglied und zehn Jahre Vorsitzender des Fördervereins, außerdem seit 25 Jahren ausgebildeter Prädikant in der evangelischen Kirche, hielt die Predigt. Seine außergewöhnliche Predigt zum Thema Barmherzigkeit, Nächstenliebe und Moral beschäftigte sich mit den Schriften aus mehr als zweitausend Jahren, basierend auf Aussagen des jüdischen Lehrers Jesus Ben Sirach, der sein Buch um 180 vor Christus verfasst hatte. Begriffen habe er bei der Suche nach Antworten, dass Gott die Menschen mit einem eigenen Willen ausgestattet habe – „und dass wir damit  für unser Handeln verantwortlich sind“. Mit Denkern der Aufklärung ging Ohl der Frage nach, wozu der Mensch nütze sei und was das Gute und Böse an ihm sei. Bibel, Luther und die Literatur befragte er, ob Gott die Menschen als Sünder geschaffen habe. Dabei kommt Ohl zum Ergebnis: „Wir sind von Gott geschaffen als unvollkommene Wesen“ – auf einen gnädigen Gott und seine Barmherzigkeit angewiesen, die der ganzen Welt gelte. Einen Teil seiner Predigt widmete Ohl den Notfallseelsorgern im Kreis Bergstraße, die 24 Stunden an 365 Tagen zu Anlässen fahren, bei denen es in der Regel um das Ableben eines Menschen gehe. „Sie stehen den Angehörigen oder den Helfern, den Mitarbeitern/innen der Rettungsdienste, der Feuerwehren oder auch der Polizei bei. Sie bleiben, wenn andere gehen müssen. Ihre Zuwendung bedeutet Barmherzigkeit eines Menschen  und gilt allein seinem Nächsten“. Judith Portugal (Querflöte) und Hermann Waßmuth (E-Piano) begleiteten den Gottesdienst musikalisch. Nach 25 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit als Prädikant verabschiedete sich Ohl auch aus diesem Amt, nachdem er bereits den Vereinsvorsitz nach zehn Jahren abgab und Bürgermeister Gottfried Störmer auf seinen Vorschlag einstimmig als 1. Vorsitzender des Fördervereins Notfallseelsorge Bergstraße gewählt wurde. Seinen Dank an Ohl verband Dekan Geil mit einem Rückblick auf dessen 25 ehrenamtlichen Dienstjahre, in denen Ohl in Vertretung Gottesdienste in Hüttenfeld, Neuschloß und Lukasgemeinde sowie etliche Kindergottesdienst gehalten habe. In einem Rückblick auf die Gründung und Entwicklung des Fördervereins berichtete Pfarrerin i. R. Barbara Tarnow von einem schwierigen Weg der Finanzierung zu Beginn, Spenden kamen schließlich aus verschiedenen Quellen. Aktuell habe der Förderverein 123 Mitglieder, davon seien 83 Einzelpersonen. Mitglieder seien sieben Städte und neun Kommunen im Kreis sowie über zwanzig Kirchengemeinden. Störmer dankte Ohl für sein Engagement und überreichte ihm eine Urkunde und ein Engel-Gemälde. Auch Störmer wurde beschenkt. Als neuer Fördervereins-Vorsitzender  erhielt er von Notfallseelsorgern „was Sie stark macht“, in einem Umschlag 15 Anträge von Neumitgliedern. Mehrere Gäste richteten das Wort an Ohl. Dekan Arno Kreh vom Dekanat Bergstraße betonte die wichtige Aufgabe, Menschen in Not im Namen der Würde des Menschen beizustehen. Dies setze eine gute Aus- und Weiterbildung voraus.  Abschließend, bevor das Büffet eröffnet wurde und der gemütliche Teil der Feier anfing, trat Ohl noch einmal ans Mikrofon. „Ich habe es gerne gemacht, es hat Spaß gemacht“, teilte er den Zuhörern mit. „Irgendwann sollte man aufhören, ich bin mit mir selbst ins Reine gekommen, wie aus der Predigt hervorging.“ Hannelore Nowacki

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    » Lokal
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige TicketshopAnzeige 3 Anzeige - 1