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  • Fr., 28. September 2018, 07:52 Uhr
    Rita Rose für ihre Lebensleistung mit Marie-Bittorf-Preis ausgezeichnet

    35 Jahre Ortsvorsteherin mit offenem Ohr für die Bürger 

    Rita Rose erhielt im Rahmen einer öffentlichen Feierstunde den Marie-Bittorf-Preis für ihre Lebensleistung als Kommunalpolitikerin. Foto: Hannelore Nowacki


    HOFHEIM – Rita Rose ist eine Besonderheit. Laudator und SPD-Landtagsabgeordneter Norbert Schmitt fand diese Formulierung zu einer besonderen Ehrung für die Kommunalpolitikerin Rita Rose, die von 1981 bis 2016 in Hofheim als Ortsvorsteherin wirkte und in weiteren ehrenamtlichen politischen Ämtern langjährig tätig war. Im Rahmen einer öffentlichen Feierstunde im Foyer des Bürgerhauses mit Ortsvorsteher Alexander Scholl, SPD-Lokalpolitikern und Bürgern wurde Rita Rose mit dem Marie-Bittorf-Preis der Akademie für Kommunalpolitik Hessen mit Sitz in Wiesbaden ausgezeichnet. Michael Siebel, Geschäftsführer der Akademie für Kommunalpolitik Hessen, erläuterte die Zielrichtung des Preises, den er wenig später der langjährig engagierten Kommunalpolitikerin Rita Rose überreichte. Ein Preis, der auch an die kommunalpolitisch engagierte Frau erinnert, die 1910 in die SPD eintrat und 1919 zu den ersten weiblichen Stadtverordneten zählte und erste Frau im Kommunallandtag Hessen-Nassau war. Als Zwanzigjährige gründete sie eine Gewerkschaft für die damals rechtlosen Dienstmädchen. In der NS-Zeit wurde sie aus ihrem Beruf entlassen und wurde von der Gestapo verhört. Nach dem Krieg war sie als sozial engagierte Politikerin der ersten Stunde auch Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Von 1946 bis 1956 war sie Stadtverordnete in Frankfurt und unter anderem Mitbegründerin des Frankfurter Frauenausschusses. Laudator Schmitt erinnerte daran, dass es noch in den frühen 1980er Jahren eine Seltenheit gewesen sei, wenn eine Frau Ortsvorsteherin wurde. 35 Jahre lang hat Rita Rose das Amt ausgeübt, immer wieder von den Bürgern gewählt. „Ich kenne niemand, der länger einem Ortsbeirat vorgestanden hat – mit Verlaub schon gar nicht eine Frau“, sagte Schmitt. Eine Anerkennung, die er mit dem Vergleich der bekanntlich besonders wertvollen Briefmarke, der Blauen Mauritius, veranschaulichte. „Rita hat viel bewegt, viel auf den Weg gebracht“, fasste Schmitt die 35 Jahre zusammen. Von „Leuchttürmen“ und „Raketen“ sprach er mit Blick auf ihre Arbeit. „Was sie angepackt hat, klappte dann auch, weil sie mit Nachdruck und Fingerspitzengefühl, einer gewissen Verbindlichkeit und Freundlichkeit sowie der notwendigen Sozialkompetenz aufgetreten ist“. Reden und Handeln passten bei ihr zusammen, hob Schmitt hervor. „Rita Rose war und ist anerkannt bei den Bürgerinnen und Bürgern, weil sie immer ansprechbar war, weil sie Bürgernähe lebte und weil Rita eben so ist wie sie ist – herzlich, klar und offen, engagiert, geradeaus und Humor hat sie auch noch“. Eigenschaften, die sie auch in ihrer Dankesrede deutlich machte.  „Ausgezeichnet“ fühle sie sich, sagte sie in Anlehnung an den Kabarettisten Dieter Hildebrand. „Ich bin auch stolz darauf, diese Auszeichnung zu erhalten“.

    Rita Rose und ihr Mann Klaus (links) waren immer ein gutes Team, wie sie dem Publikum berichtete. Im Bild (von links): Marius Schmidt, Vorsitzender der SPD Bergstraße, SPD-Laudator und Landtagsabgeordneter Norbert Schmitt und Michael Siebel, Geschäftsführer der Akademie für Kommunalpolitik Hessen, der Rita Rose die Auszeichnung überreichte. Foto: Hannelore Nowacki


    Laudator Schmitt nannte alle bisherigen Ehrungen, die Rita Rose aufgrund ihres Wirkens erhalten hatte wie den Landesehrenbrief 1992, die Ernennung zur „Ratsfrau“ 1997, die Silberne Stadtplakette2009 und den Hessischen Verdienstorden am Bande 2013. 20 Jahre war Rita Rose Stadtverordnete, 24 Jahre Mitglied der Kulturkommission, zunächst als Stadtverordnete, dann als sachkundige Einwohnerin, und auch in der Sportkommission war sie lange Jahre. Auch mit Blick auf die aktuelle Lage nannte Schmitt Rita Rose ein Vorbild und Antwort auf Politikverdrossenheit, ein Vorbild, weil sie die sozialdemokratischen Grundwerte ausgefüllt habe. Marius Schmidt, SPD-Vorsitzender Bergstraße und Landtagskandidat, sprach in seinem Grußwort von der ungebrochenen Popularität der ehemaligen Ortsvorsteherin und verlieh ihr den Ehrentitel „Frau Hofheim“. Früher habe Rita Rose einmal gesagt, sie habe in 30 Jahren nichts versprochen, viel erreicht, immer zugehört. Sein Fazit: „Man kann sehr viel lernen von Rita Rose“. Im Anschluss an den offiziellen Teil ergab sich für alle Besucher die Gelegenheit in heiterer Atmosphäre mit Rita Rose auf die Ehrung mit einem Glas Sekt, mit oder ohne Alkohol, anzustoßen und ihr zu gratulieren.  Hannelore Nowacki

     

     

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