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  • Mi., 29. November 2017, 09:31 Uhr
    Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser unterzeichnet Rahmenvertrag mit Vertretern des Körperschaftswaldes

    4,1 Millionen zur Rettung der hessischen Wälder

    Dr. Jürgen Dieter, Mitglied des Hessischen Städtetags und ehemaliger Bürgermeister der Stadt Lampertheim, Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser und Karl Christian Schelzke, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds pflanzten im Rahmen der Veranstaltung zur Vertragsunterzeichnung eine junge Eiche im Staatswald nahe Neuschloß. Foto: Eva Wiegand

    LAMPERTHEIM - Den ersten Schritt zur Rettung des Waldes hat das hessische Umweltministerium am Dienstagnachmittag in Angriff genommen. Von einem historischen Moment sprach Umweltstaatssekretärin Beatrix Tappeser, als sie mit Vertretern des hessischen Städte- und Gemeindebundes und des Hessischen Städtetages den Rahmenvertrag im Forstamt Lampertheim für waldbauliche Maßnahmen im Hessischen Ried unterzeichnete. Seit Jahrzehnten zeige der Wald im Hessischen Ried deutliche Auflösungssymptome, „es geht darum, den Wald zu erhalten. Deshalb bin ich sehr froh, dass mit dem heutigen Tag endlich Maßnahmen umgesetzt werden, die die Situation für den Wald vor Ort erleichtern“, so Tappeser. Vorangegangen war der Runde Tisch „Verbesserung der Grundwassersituation im Hessischen Ried“, der alle Betroffenen miteinbezogen und 2015 einen Bericht und Lösungsvorschläge vorlegt hat. Für das Absterben des Waldes ist hauptsächlich der niedrige Grundwasserspiegel verantwortlich. Zu der labilen Situation haben auch Stürme und Schädlinge beigetragen. „Die Bäume sind zäh, aber mit Trockenheit und Nässe kommen sie gar nicht klar“, erläuterte Ralf Schepp, Forstamtsleiter in Lampertheim. So habe es in den letzten 30 bis 40 Jahren massive Absterbeprozesse gegeben. In den kommenden Jahren sollen im Bereich der Wälder um Lampertheim auf 50 Hektar insgesamt 50.000 junge Stieleichen, Hainbuchen und Linden gepflanzt werden. Bereits im Herbst wurde die erste Fläche im Rahmen des Programms in Angriff genommen. Im Frühjahr 2018 sind die restlichen Planzungen in Staats- sowie in Kommunalwäldern geplant. „Das Programm hilft uns sehr, denn Wald entsteht heute nicht mehr alleine“, so Schepp. Allerdings sei in den ersten eineinhalb Jahren die Absterbequote sehr hoch. Trockenheit im Frühjahr und Engerlinge machen den jungen Bäumen zu schaffen. Um die besten Voraussetzungen zu schaffen, müssten die Flächen mit großem Aufwand korrekt vorbereitet werden, erklärte der Forstamtsleiter und ergänzte: „2018 ist ein Maikäferflugjahr, für Förster eine große Chance, um Pflanzungen vorzunehmen, denn das bringt uns einen Vorsprung von ein- bis eineinhalb Jahren, damit sich die Pflanzen etablieren können.“ Als weitere Schritte zur Umsetzung der Ergebnisse des Runden Tisches soll zudem wissenschaftlich untersucht werden, welche Effekte die temporäre oberflächliche Zuwässerung auf die Optimierung des Bodenwasserhaushalts und die Waldbestände haben kann.
    Werner Kluge von Hessen Forst (links) erklärte, wie es zu dem desolaten Zustand gekommen ist. Forstamtsleiter Ralf Schepp (2. von links) sprach von einer labilen Situation. Foto: Eva Wiegand

    Hierzu wurde ein Förderantrag an den Waldklimafonds der Bundesregierung gestellt. Bisher wurden für die Maßnahmen im Haushalt 2017 4,1 Millionen Euro bereitgestellt, im Entwurf für den Doppelhaushalt 2018/2019 ist ein Bewilligungsvolumen von 4,2 Millionen Euro (2018) und 5,96 Millionen Euro (2019) für die Waldsanierung im Hessischen Ried vorgesehen. Eva Wiegand

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