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  • Fr., 03. April 2020, 09:23 Uhr
    Landrat Christian Engelhardt und die beiden Kreisbeigeordneten Diana Stolz und Karsten Krug informierten in Videopressekonferenz über aktuelle Entwicklung im Kreis

    47 mit Corona infizierte Personen mittlerweile genesen

    KREIS BERGSTRASSE – Am Donnerstag informierten Landrat Christian Engelhardt, die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz sowie der Kreisbeigeordnete Karsten Krug im Rahmen einer Videopressekonferenz über die aktuelle Situation rund um die Corona-Pandemie im Kreis Bergstraße. 

    Hier haben sich die Infektionszahlen weiter erhöht. Mit Stand zum Redaktionsschluss waren 203 nachgewiesene Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie im Kreis Bergstraße bekannt. Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es derzeit 47 Personen aus dem Kreis, die vor einiger Zeit positiv auf das Virus getestet wurden und die mittlerweile genesen sind. Zudem gab es einen Todesfall. Damit sind im Kreis Bergstraße aktuell 155 Fälle bekannt, die momentan mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert sind. Es gibt derzeit zwölf Patienten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden und die sich in stationärer Behandlung in den Krankenhäusern im Kreis Bergstraße befinden. Das Gesundheitsamt informiert jeweils die ihm bekannten engen Kontaktpersonen der Infizierten. Auch diese werden vorsorglich in häusliche Quarantäne gestellt. In Biblis sind aktuell drei Personen mit dem Coronavirus infiziert, in Bürstadt 14 – davon eine Person geheilt –, in Groß-Rohrheim gibt es eine infizierte Person und in Lampertheim 46 – davon 18 geheilt.

    „Der Geschlechteranteil hat sich verschoben: Nun sind unter den Infizierten 40 Prozent Frauen und 60 Prozent Männer. Auch der Infektionsort hat sich verschoben: Infektionsketten aus dem Ausland sind nicht mehr gegeben, daher verzeichnen wir die neuesten Infektionen leider vor Ort im Kreis. 43 Prozent der Fälle stammen von Infektionsorten im Ausland, 43 Prozent durch Kontakte im Kreis Bergstraße”, erläuterte Diana Stolz. Das Durchschnittsalter der Infizierten liege aktuell bei 46,7 Jahren, wobei mittlerweile alle Altersstrukturen betroffen sind. Der jüngste bestätigte Fall im Kreis ist demnach sieben Jahre alt, der älteste Fall 89 Jahre. „Sorgen bereitet uns die Entwicklung im benachbarten Odenwaldkreis: Hier war die Häufigkeit von Neuansteckungen in den letzten sieben Tagen doppelt so hoch wie im Kreis Bergstraße.” Bezüglich der Einhaltung der häuslichen Quarantäne betonte Diana Stolz, dass hier zwei Arten gebe: Einerseits die vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne bei der auch die engen Kontaktpersonen benannt werden müssten, die ebenfalls unter angeordnete Quarantäne gestellt werden. Und andererseits die viel größere Zahl aufgrund einer Landesverodnung: Alle, die aus Risikobetrieben zurückgekehrt sind, stehen für zwei Wochen unter Quarantäne. „Ein Quarantäneverstoß ist ein Straftatbestand, dem gehen wir auch entsprechend nach”, stellte die Erste Kreisbeigeordnete klar. „Wir halten fernmündlichen Kontakt mit den Menschen in Quarantäne, um zu klären, ob es diesen gut geht und wie sich Gesundheitssituation entwickelt. Derzeit konnten immer alle Personen direkt erreicht werden, dennoch gab es die ein oder andere Anzeige gegen Verstöße aus dem jeweiligen Umfeld, denen wir nachgehen.” Landrat Engelhardt ergänzte in diesem Zusammenhang erfreut, dass die Bürger sich vernünftig verhalten und die Kontaktsperre einhalten.

    Kinderbetreuungsgebühren

    Landrat Engelhardt berichtete zudem von den Neuerungen aus der Bürgermeisterdienstbesprechung: „Was passiert mit Gebühren für Kindergärten, Schulen und die Nachmittagsbetreuung? Hier haben wir eine gemeinsame Sprachregelung für alle Gemeinden gefunden. Dort, wo wir selbst Gebührenerheber sind, erheben wir diese Gebühren nicht. Städte und Gemeinden buchen derzeit nicht ab. Wir werden so schnell wie möglich eine Lösung finden, die für alle Seiten, gerade auch die Eltern, Interessengerecht ist. Dazu ist Einbindung des Landes wichtig. Es geht um erhebliche Beträge, daher ist es nicht ganz einfach, da auch der Kreistag und die Gemeinde- und Stadtverordnetenversammlungen darüber entscheiden müssen. Wenn es zu einem vollständigen Verzicht kommen sollte, erhalten Eltern die Zahlungen selbstverständlich zurück.”

    Schutzkleidung für Ärzte und Pflegedienste

    Bezüglich der Schutzausrüstung für niedergelassenen Ärzte gibt es ein bundesweites Konzept zur Verteilung, Mundschutz und Schutzkleidung werden hierzu durch den Bund beschafft. „Der Bund behält einen Teil für eigene Zwecke, ein Teil wird an die Kassenärztlichen Vereinigungen weitergegeben, die diese dann an die Länder weitergeben – unter  anderem für Rettungsdienste, Pflegedienste und Krankenhäuser”, erläuterte Landrat Engelhardt. „In Hessen sind am Wochenende 2,3 Millionen OP-Masken angekommen, von dieser Charge bekommt der Kreis eine Ausrüstung für Rettungsdienst und Pfleger weitergeleitet, die wir dann nach einem vorgegeben Verteilerschlüssel weitergeben werden. Damit haben die Einrichtungen OP-Masken für zumindest die nächsten zwei Wochen, wir hoffen dass es gelingt, diesen Versorgungskanal zu verstetigen.”

    ÖPNV auf Ferienplan umgestellt

    Der Kreisbeigeordnete Karsten Krug berichtet, dass seit Montag der ÖPNV auf der Straße auf den Ferienfahrplan umgestellt sei, plus einer weiteren Ausdünnung in den späten Abendstunden. Die Akzeptanz bei den Bürgern für diese Maßnahme sei sehr hoch. Bezüglich des Nahverkehrsplanes gebe es trotz der aktuellen Situation positive Neuigkeiten. So wird voraussichtlich Ende April die Öffentlichkeitsbeteiligung beginnen. Und auch aus der Zulassungsstelle gibt es positive Neuigkeiten: „Aufgrund der verbesserten Personalsituation können wieder mehr Vorgänge in der Heppenheimer Zulassungsstelle bearbeitet werden. Auch dringende Anliegen von Privatkunden beziehungsweise auch einzelne Online-Termine von Privatkunden können wieder bearbeitet werden”, so Karsten Krug. Allerdings muss zunächst leider noch immer ein Teil der bereits gebuchten Termine in den kommenden Tagen storniert werden. Privatkunden, die auf die Nutzung des Fahrzeugs insbesondere aus beruflichen Gründen angewiesen sind, können mit dringenden Anliegen zudem auch ohne vorherige Terminvereinbarung zur Zulassungsstelle kommen. Es ist dabei jedoch mit Wartezeiten zu rechnen. Indes weist der Kreisbeigeordnete Karsten Krug hier auf Folgendes hin: „Die Bürgerinnen und Bürger sollten aufgrund der aktuellen Situation weiterhin besonnen handeln und nur mit solchen Anliegen in die Zulassungsstelle kommen, die wirklich nicht aufgeschoben werden können.“ Gewerbliche Vorgänge und Zulassungsdienste können ohne Einschränkungen bearbeitet werden. Auch könne es für Betriebe aktuell aus wirtschaftlichen Gründen Sinn machen, einzelne Fahrzeuge zeitweise abzumelden. Auch dafür stünden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zulassungsstelle vor Ort zur Verfügung, so der für die Zulassungsstelle zuständige Dezernent Krug.

    Zudem ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, über i-Kfz online (https://stvaportal.kreis-bergstrasse.de/home) ein Fahrzeug zuzulassen oder abzumelden, zum Beispiel für Neuzulassungen, Wiederzulassungen, Umschreibungen und Außerbetrieb-Setzungen.” Benjamin Kloos
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