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Mo., 13. März 2017, 14:57 Uhr
Festveranstaltung und Ausstellungseröffnung in der St. Andreas Kirche
50 Jahre Lebenshilfe – Vorbild für Toleranz, Solidarität und Menschlichkeit

„Nicht einmauern, sondern aufeinander zugehen“, dazu rief die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Ulla Schmidt, in ihrer Festrede anlässlich des 50. Jubiläum derLebenshilfe Lampertheim und Ried auf. Foto: Eva WiegandLAMPERTHEIM – „Wir sind anders als ihr, ihr seid anders als wir – das macht das Leben bunt“, lautete eine Textzeile aus dem Musikstück, mit dem die Kinder der Kindertagesstätte Schwalbennest die zahlreichen Besucher in der St. Andreas Kirche zur Jubiläumsfestveranstaltung der Lebenshilfe Lampertheim und Ried e.V. musikalischen in Empfang nahmen. Damit machten sie das Leitbild der Lebenshilfe, die Förderung des gleichwertigen Miteinanders aller Menschen in ihrer Vielfalt, deutlich. So hat sich die Lebenshilfe seit ihrer Gründung in 1967 zum Ziel gesetzt, Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen zu unterstützen, um ihnen eine möglichst selbstbestimmte Teilhabe in allen Bereichen des Lebens entsprechend ihrer individuellen Kenntnisse und Fähigkeiten zu ermöglichen. Einen Blick auf die Gründungszeit in den 60igern warf dann der Vorsitzende der Lebenshilfe Günther Baus, nachdem er zahlreiche Gäste, darunter den Hausherrn Pfarrer Patrick Fleckenstein, die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt, Bürgermeister Gottfried Störmer, Schirmherr der Jubiläumsfeierlichkeiten, Landrat Christian Engelhardt sowie die Bundestagsabgeordneten Dr. Michael Meister und Christine Lambrecht begrüßen durfte. „Inklusion war damals weit entfernt. Zum Glück gab es Menschen, die sich sorgten“, so Baus. In dieser Zeit seien große Wohnheime, Sonderschulen und Werkstätten am Rande von Städten entstanden. Das Problem dabei: die „normale“ Bevölkerung stand Menschen mit Behinderung nach wie vor befangen gegenüber. „Unter diesen Umständen entstand die Lebenshilfe und leistete einen Beitrag für Menschen mit Behinderung.“ Aber auch heute werde viel über die inklusive Gesellschaft diskutiert. Das Teilhabegesetz regle zwar die Teilhabe, aber das sich allein dadurch Normen und Werte bessern, die Menschen anders denken, das sei fraglich. Das sieht die Lebenshilfe als Aufgabe: Sich für Akzeptanz, Toleranz und Wertschätzung des Anderen einzusetzen.
Auch die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe Ulla Schmidt hob die Unersetzlichkeit der engagierten Arbeit hervor: „Dass Menschen mit Behinderung einen Platz in unserer Gesellschaft bekommen, ist nicht selbstverständlich gewesen.“ Schon Anfang der Neunziger Jahre sei deutlich geworden, „dass man keine Sondereinrichtungen braucht, sondern Einrichtungen mit sonderpädagogischer Kompetenz“, wovon schließlich alle Kinder profitierten. „Das Beste, was wir machen können, ist Menschen auf Augenhöhe zu begegnen“, betonte Schmidt, „Nicht einmauern, sondern aufeinander zugehen“, und genau das geschehe bei der Lebenshilfe Lampertheim und Ried. „50 Jahre Lebenshilfe, sie sind auf einem guten Weg, machen sie weiter – Dankeschön dafür.“ Bürgermeister Gottfried Störmer, Schirmherr der Jubiläumsfeierlichkeiten, gratulierte den rund 200 Mitgliedern ebenfalls zu dem besonderen Jubiläum und wies auf die enge Verbundenheit der Lebenshilfe mit der Stadt hin. „Sie haben einen unschätzbaren Beitrag geleistet durch ihre Arbeit und tragen einen wesentlichen Anteil zur Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft bei“, so Störmer. Eva Wiegand