Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » 60 Feuerwehrleute zeigten ihr Können beim Retten und Löschen
Fr., 13. März 2015, 13:30 Uhr
Große Abend-Übung der drei Lampertheimer Feuerwehren bei Hofheimer Firma
60 Feuerwehrleute zeigten ihr Können beim Retten und Löschen
Das Autodach wird abgeschnitten, bald ist die Rettung beendet und Lena Volkert als Übungsverletzte wohlauf. Foto: Hannelore Nowacki
HOFHEIM – Die Rettung von Menschenleben hat immer Vorrang. Bei ihrer großen Übung am Donnerstagabend auf dem Gelände der Firma Keller, Ihne & Tesch im Industriegebiet arbeiteten die drei Lampertheimer Freiwilligen Feuerwehren aus Hofheim, Lampertheim Mitte und Hüttenfeld eng zusammen, um schnellstmöglich die verletzten und vermissten Personen zu retten. Pressesprecher Andreas Ebeling erklärte das Szenario. Um den 60 Einsatzkräften genügend Übungsmöglichkeiten bieten zu können, hatte der Hofheimer Wehrführer Dirk Wagner eine größere Aktion geplant. Angenommen wurde ein Unfallgeschehen mit zwei PKWs, die unglücklicherweise auf dem Firmengelände in Hallennähe zum Stehen kamen und Feuer fingen. Tatsächlich waren zwei schrottreife Fahrzeuge schon vorher an der Halle platziert worden. Im roten Auto lagen Kanister mit vielleicht gefährlicher Füllung, im blauen Auto saß am Steuer die quicklebendige Lena Volkert, die geduldig ausharrte, bis sie von den Einsatzkräften mit der Rettungsschere schonend befreit wurde. Allerdings stand ihr ein Feuerwehrmann auf dem Beifahrersitz mental bei.
Foto: Hannelore Nowacki
Da angenommen wurde, dass sie eine Wirbelsäulenverletzung erlitten hatte, musste beim Aufbrechen der Fahrertür und beim Abschneiden des Autodaches möglichst erschütterungsfrei gearbeitet werden. Unter dem Unfallwagen lag ein Dummy, eingeklemmt unter dem linken Vorderrad, der herausgeschleuderte Fahrer des roten PKWs. Das Feuer griff auf die große Halle über, in der noch Menschen vermutet wurden. Tatsächlich hatten die Hofheimer Feuerwehrleute zuvor ein paar Dummys in der Halle versteckt. Nahezu lautlos waren die vier Löschfahrzeuge, mehrere Führungsfahrzeuge, Drehleiter und Mehrzweckfahrzeuge am Firmengelände angekommen. Das Einsatzleiterfahrzeug mit Einsatzleiter Patrick Ott und Fahrer erreichte den Einsatzort als erstes. Nachdem der Einsatzleiter die Lage gemeinsam mit dem Hofheimer stellvertretenden Wehrführer Jürgen Rettig sondiert hatte, erfolgte die weitere Alarmierung. Schläuche wurden schnell ausgerollt und mehrere Atemschutzgeräteträger-Trupps in Zweiergruppen öffneten an zwei Seiten die Türen zur komplett verrauchten Halle. Rauch quoll aus Türen und Dach. Im Übungsfall ist es nur unschädlicher Disco-Nebel. Ganz vorsichtig öffneten sie die Türen, um den Kontakt mit Flammen und Rauch zu vermeiden. Vorher hatte die Handprobe angezeigt, wie heiß die Türen schon waren. Während die Trupps in der verrauchten Halle kriechend die vermissten „Personen“ fanden und retteten, war die große Drehleiter mit Rettungskorb hoch über das Hallendach ausgefahren. Einige Schläuche wurden an den Hydranten angeschlossen und tanzten hin und her bis sie prall gefüllt waren. Ganz schön schwer wird es, die Schläuche mit Strahlrohr hinter sich herzuziehen. Nach einer Stunde und zehn Minuten war die Übung erfolgreich abgeschlossen, denn die verletzten Personen waren gerettet, die vermissten Personen wohlbehalten gefunden und der fiktive Brand war gelöscht. Prokurist Heinz Münch hatte sich einen Teil der Übung interessiert angeschaut. Nach dem Einrollen aller Schläuche und Verstauen aller Gerätschaften trafen sich die Einsatzkräfte in der gelüfteten Halle zur Nachbesprechung. Die Firmenleitung hatte die Feuerwehren außerdem zu einem Imbiss eingeladen. Die Einschätzung des stellvertretenden Hofheimer Wehrführers Rettig am Ende der Übung: Mit dem Übungsablauf ist er im Großen und Ganzen zufrieden. Pressesprecher Ebeling legte besonderen Wert darauf hinzuweisen, dass die Freiwilligen Feuerwehren ehrenamtlich, ohne jede Bezahlung, in ihrer Freizeit, jederzeit auch nachts, zum Retten und Löschen ausrücken. Hannelore Nowacki
Die Drehleiter fuhr hoch über das Hallendach hinaus. Dicker Qualm drang aus den Hallentüren. Foto: Hannelore Nowacki