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Mo., 30. April 2018, 09:55 Uhr
Lustwandeln zu Spargel, Wein, Kultur und Erdbeeren
7. Spargelwanderung bei bestem Wetter - der gute Ruf reicht weit
Sonja Hentrich aus Riedrode ist diesmal von der anderen, der Lampertheimer Seite kommen, um mit Töchterchen Julia und Freundin Lara bei Landwirt Rigo Strauss Spargel zu stechen. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Tausende machten sich am Sonntag bei bestem Spargelwetter auf den Weg zwischen Bürstadt und Lampertheim oder umgekehrt, überschritten die unsichtbare Grenze zwischen den beiden Städten. Die symbolische rotweiße Schranke auf dem Feldweg weit draußen führte bald ein unbeachtetes Dasein, verschwand neben den dichten Besucherströmen zur Mittagszeit und am Nachmittag aus dem Blickfeld. Bei den Fastnachtern, den Bürstädter „Sackschdoahhoggern“, die traditionell die Grenze mit einem Button-Angebot besetzen, herrschte Hochbetrieb. Jeder Button zum Preis von zwei Euro war ein Bekenntnis – „Ich bin ein Lombada“, ein „Bürstädter“, ein „Biwwelser“ oder gar ein „Flotter Feger“. Ein Euro werde verwendet für einen Ausflug mit bedürftigen Kindern, erzählte Vereinsvorsitzender Joachim Huy. Genuss und die Lust am Besonderen verbindet, das bewiesen die Besucher aus beiden Städten, aus der näheren und weiteren Nachbarschaft. Die Spargelwanderung hat einen Ruf, der mittlerweile weit reicht, wie bei zahlreichen Unterwegs-Gesprächen mit dem TIP offenbar wurde. Beim „Spargelstechen für Jedermann“ bei Landwirt Rigo Strauss trugen die Besucher stolz das weiße Gold als Trophäe vom Acker. Viele rot leuchtende Erdbeeren lockten am Stand des Bauernladens Steinmetz die Genießer an, die dort gerne schon am kühlen frühen Morgen Erdbeer- und Rhabarberkuchen mit Kaffee bestellten. Im Freien blühen die Erdbeerpflanzen, in den warmen Folien-Erdbeerhallen treiben sie schon viele leckere Früchte. Im Erdbeerzelt trieb die Band „vocal design“ mit Siggi Groß und Barbara Arnold die Stimmung an. Hoch her ging es auch auf dem weitläufigen Hofgelände bei Schmidt Gemüsebau mit Künstlermarkt und Erdbeerverkauf, wo der Getränke- und Veranstaltungsservice Boxheimer unter anderem Spargelgerichte und mitreißende Livemusik mit dem Duo Barbara Boll und Matthias Klöpsch anbot. Auf der Gewinnerseite konnte sich wiederfinden, wer am Info-Stand von Energieried am Schätz- und Gewinnspiel teilgenommen hat. „Wieviel wiegt der Spargel im ausgestellten Korb“ war die Frage. Energieried als Hauptsponsor der Spargelwanderung hatten Bürgermeisterin Barbara Schader und der Lampertheimer Bürgermeister Gottfried Störmer bei der offiziellen Eröffnung auf der Hauptbühne ihre besondere Anerkennung ausgesprochen. Energieried-Geschäftsführer Frank Kaus betonte, dass ihm die kommunale Zusammenarbeit zwischen Bürstadt und Lampertheim sehr am Herzen liege. Auf dem Spargelwanderplan waren 22 Stationen verzeichnet, jede für sich eine Attraktion - für jeden war das passende Vergnügen dabei. Der grüne Teppich war an vielen Stellen für die Besucher ausgerollt, ein weicher dichter Rollrasen, der auf den Gemarkungen angebaut wird. Festivalatmosphäre mit guter Musik verlockte an der Hauptbühne und anderen Stationen zum Verweilen auf dem kuscheligen Rasen. Fetzige Musik lieferten die Musikschulband „Second Chance“ und das Duo Autark and Friends, der „Walking Act“ der Musiker-Initiative Lampertheim (MIL) brachte die gute Laune mit handgemachter Musik auf die Wanderstrecke. Ein riesiges Spielparadies auf weichem Rasen mit dem Spielmobil der Stadt Lampertheim, Feuerwehr, THW und DRK machte den zahlreichen Kindern Spaß. Einige Wanderer mit Rucksack und festen Schuhen waren schon früh bei der Spargelwanderung, gegen zehn Uhr zog es sie in kühler Morgenluft in Lampertheim auf die rund viereinhalb Kilometer lange Erlebnisstrecke durch die Felder, vorbei an den Erdwällen, in denen das weiße Gold des Rieds im sandigen Boden die zarten Köpfe vor dem Sonnenlicht schützt, während der sonnenhungrige grüne Spargel auf einigen Feldern munter in die Höhe sprießt. Der Duft von Kräutern lag in der Luft, denn zahlreiche Kräuter gedeihen hier in Feld und Flur. Das weiße Gold, der weiße Spargel, dem jetzt auch ein neues Buch der Stadt Lampertheim gewidmet ist, hat viele Fans. Landrat Christian Engelhardt, Schirmherr der Veranstaltung, gehört natürlich auch dazu. Nicht vergessen, bis zum 24. Juni Spargel zu essen, lautete sein Rat. Schader sprach vom starken siebten Jahr der Spargelwanderung und ihr Amtskollege riet in seinem fröhlichen Grußwort zum gesunden Spargel: „Spargelesse ist besser als Droppe genomme“. Die Bürstädter Sonnenbotschafterin Alicia I. hatte den Sonnenschein mitgebracht, Spargelkönigin Nadine II. an ihrer Seite. Für den Bergsträßer Wein, besonders den auserkorenen Grauen Burgunder als Spargelwein, warb die Gebietsweinkönigin der Hessischen Bergstraße Jessica Lehmann. Auch ein Spargellied gibt es, mit dem Titel „Ein Spargel wie dieser“, das man fröhlich mitsingen kann. Das hat sich Bernd „Schepper“ Schäfer einfallen lassen, bekannt als Lampertheimer Musik-Urgestein. Vereine wie die BILA informierten interessierte Besucher über den Stand der ICE-Trassenplanung und die Wasserretter der DLRG waren mit mehreren Teams unterwegs, um auf der Spargelwanderstrecke bei Bedarf helfen zu können.
Hannelore Nowacki
Das neue Spargelbuch erzählt die ganze Geschichte und gibt viele Tipps. Das freut Landrat und Schirmherr der Spargelwanderung Christian Engelhardt wie auch Bürgermeisterin Barbara Schader und ihren Lampertheimer Amtskollegen Gottfried Störmer sowie Energieried-Geschäftsführer Frank Kaus als Vertreter des Hauptsponsor der Spargelwanderung. Foto: Hannelore Nowacki