FEUERWEHREN DER STADT BÜRSTADT: Stadtbrandinspektor Uwe Schwara blickt auf vergangene drei Jahre zurück / Sebastian Kaiser stellvertretender Stadtbrandinspektor
799 Einsätze zum Wohl der Bevölkerung
Bürgermeisterin Barbara Schader (5.v.l.) überreichte die Anerkennungsprämie des Landes Hessen: Markus Gerhard, Martin Eberlein, Stephan Thomas, Andreas Noll, Claus Ofenloch, Kerstin Winkler, Uwe Stockmann, Susanne Merl, Christian Durrer, Sascha Brutscher, Uwe Jakob und Stadtbrandinspektor Uwe Schwara (v.l.). Foto: Dirk Neumann
BÜRSTADT – „Trotz der Pandemie und den Lockdowns war das Einsatzaufkommen auf einem hohen Niveau und somit eine arbeits- und ereignisreiche Zeit für die Feuerwehren der Stadt Bürstadt. 157 Brandeinsätze und 133 Hilfeleistungen – dies ist die beeindruckende Bilanz der Feuerwehren der Stadt Bürstadt für das Jahr 2021, insgesamt standen in den letzten drei Jahren 799 Einsätze an”, wie Stadtbrandinspektor Uwe Schwara am Freitag bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Feuerwehren der Stadt Bürstadt erläuterte. Neben dem Überblick über die Tätigkeit in den vergangenen drei Jahren stand auch die Wahl des stellvertretenden Stadtbrandinspektors sowie die Übergabe der Anerkennungsprämien im Fokus. Aufgrund der Coronalage in den vergangenen beiden Jahren konnte erst jetzt wieder eine Jahreshauptversammlung für die Jahre 2019 bis 2021 stattfinden.
Bei den Einsätzen in den letzten drei Jahren konnten 43 Personen gerettet werden, 48 Personen waren verletzt und für acht weitere Personen kam leider jede Hilfe zu spät. Insgesamt wurden in den drei Jahren 14.048 Arbeitsstunden im Einsatz für das Allgemeinwohl der Bevölkerung absolviert. Während Stadtbrandinspektor Uwe Schwara für die Einsatzkräfte der Feuerwehren angesichts dieses Engagements lobende Worte fand, kritisierte er die steigende Anzahl an Fehlalarmen durch Brandmeldeanlagen. Diese seien im letzten Jahr wieder sehr hoch gewesen, ausgelöst durch technische Defekte oder aber das Fehlverhalten von Personen im Gebäude. „Ich kann nur hoffen, dass sich das Niveau in der Zukunft wieder auf ein normales Maß minimiert. Hier sind insbesondere die Betreiber gefordert. ihre Anlagen entsprechend warten zu lassen und ihr Personal zu unterweisen. Wir als Feuerwehr müssen bei solchen Alarmen immer von einem realen Brandereignis ausgehen und benötigen hierzu das Engagement der Einsatzkräfte.”
Challenge für Bürgermeisterin Schader
Die Mannschaftsstärke der Feuerwehren der Stadt Bürstadt belief sich zum Jahresende auf 13 weibliche und 88 männliche Einsatzkräfte. Somit sind dies insgesamt 101 Mitglieder in den Einsatzabteilungen. Hier stehen ein Übertritt aus der Jugendfeuerwehr und acht Neueintritte den zehn Austritten aufgrund von Wegzug oder anderen Gründen gegenüber. „Bei den Einsatzkräften haben wir in den letzten Jahren eine Reduzierung von 10 Prozent zu verzeichnen. Trotz den erfreulichen Neueintritten konnten wir die Übergänge in die Ehren- und Altersabteilung und Austritte nicht kompensieren. Hier müssen wir alle dringend gegensteuern”, mahnte der Stadtbrandinspektor. „Ein Problem war sicher, dass wir während der Pandemie keine werbewirksame Darstellungsmöglichkeit in der Öffentlichkeit hatten. Daher müssen wir nun alle Möglichkeiten ausschöpfen- Insbesondere gilt dies aber auch für die Verantwortlichen der Stadt Bürstadt, denn die Stadt Bürstadt ist gemäß dem Hessischen Brand- und Katastrophenschutz-Gesetz für die Aufstellung einer leistungsfähigen Feuerwehr verantwortlich. Dies bedeutet, dass auch die Stadt ihren Beitrag hierzu leisten muss. Hier gilt es zum Beispiel bei Neueinstellungen Feuerwehrangehörige zu bevorzugen oder neue Mitarbeiter/-innen zur Mitarbeit in der Feuerwehr zu motivieren oder beispielsweise auch Neubürgern dies bzgl. entsprechend anzusprechen. Hierzu hätte ich auch eine Challenge für unsere Frau Bürgermeisterin: Die Stadt Bürstadt verfügt über eine große Anzahl von Mitarbeiter/-innen in den verschiedensten Abteilungen. Es müsste doch für die Stadt sicher möglich sein, hier sechs bis zehn Mitarbeiter neu für die Feuerwehr zu motivieren und auszubilden, damit diese dann zumindest tagsüber für Einsätze und zur Sicherstellung der Tagesalarmstärke zur Verfügung stehen. Aus meiner Sicht wäre dies doch eine tolle Sache!”
In den Jugendfeuerwehren sind ingesamt 52 Jugendliche tätig, in den Kinderfeuerwehren 49 Kinder – in beiden Abteilungen mit positiver Tendenz was den Nachwuchs angeht. Die Ehren- und Altersabteilungen bestehen derzeit aus 37 Mitgliedern, ein konstanter Wert. „Somit kommen wir auf die stolze Summe von insgesamt 303 Personen, die sich aktiv in den verschiedenen Abteilungen der Feuerwehr der Stadt Bürstadt bestätigen”, freute sich Uwe Schwara.
Wahlen und Anerkennungsprämien
Weiterhin fand bei der Jahreshauptversammlung die Nachwahl des stellvertretenden Stadtbrandinspektor statt. Einziger Kandidat war der Bobstädter Wehrführer Sebastian Kaiser. Von den 46 wahlberechtigten aktiven Einsatzkräften stimmten bei fünf Enthaltungen 41 für Sebastian Kaiser. Wahlleiterin war Frau Bürgermeisterin Barbara Schader.
Die Anerkennungsprämie wurde im Jahr 2011 seitens des Landes Hessen per Erlass eingeführt. Dabei erhalten die Mitglieder der Einsatzabteilung nach 10, 20, 30 und 40 Dienstjahren eine festgelegte Anerkennungsprämie vom Land Hessen. Angerechnet wird nur die aktive Zeit, die Jugendfeuerwehrzeit nicht! Hier wurden auch die Urkunden der Jahre 2019 und 2020 an die zu Ehrenden nachgereicht und die aktuellen Urkunden für 2021 verteilt. Als äußeres Zeichen erhält jeder Geehrte eine Bandschnalle mit entsprechender Jahreszahl zum Tragen an der Uniform. Die Anerkennungsprämie für 40 Jahre erhielten Günter Dinges, Claus Ofenloch, Uwe Schwara und Reiner Ofenloch, für 30 Jahre Andreas Noll, Frank Aupperle, Markus Gerhard und Uwe Stockmann, für 20 Jahre Susanne Merl, Sascha Brutscher, Martin Eberlein, Kerstin Winkler, Christian Durrer, Uwe Jakob, Thomas Stephan und Kevin Wiedemann sowie für 10 Jahre Andreas Gußmann, Dominik Held und Manuel Hildebrandt. red