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Mo., 30. Oktober 2017, 09:44 Uhr
NABU-Ausstellung bis zum 24. November – neue Aussichtsplattform „Rallengraben“
80 Jahre Naturschutzgebiet „Lampertheimer Altrhein“
Die neue Aussichtsplattform „Rallengraben“ konnte dank der Sponsoren errichtet werden. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Mit Blick auf den Altrhein und den Biedensand hat die Ausstellung des Naturschutzbundes NABU „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ in den Räumen Biedensandstraße 58 den perfekten Standort. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Am Samstag wurde die Ausstellung im Beisein von Vertretern aus Vereinen, Politik, Verwaltung und Wirtschaft feierlich eröffnet. Die obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt vertrat Henriette Wache, vom Forstamt Lampertheim nahm Bereichsleiter Naturschutz Werner Kluge teil. Bürgermeister Gottfried Störmer begrüßte die eingeladenen Gäste, die vom Fährhaus-Team bewirtet wurden. Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass, Erster Stadtrat Jens Klingler und Spargelkönigin Nadine II. nannte Störmer namentlich, ebenso die Sponsoren, die den Wiederaufbau einer Aussichtsplattform am Rallengraben ermöglicht haben wie Geschäftsführer Frank Kaus von Energieried und Dr. Marcus Walden, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Worms-Alzey-Ried sowie Udo Lange von der Volksbank Darmstadt-Südhessen. Nachdem die bisherige hölzerne Plattform im April abgebrannt war, habe für die Stadt Lampertheim festgestanden: „Da müssen wir was tun“. Der NABU habe allein nicht die Mittel gehabt und auch das Regierungspräsidium konnte aus dem laufenden Haushalt kein Geld locker machen. Den Biedensand sieht Störmer als ein „Kleinod, das wir auch anderen Menschen zeigen möchten“. Schon als Kind sei er gerne dort gewesen, eine Freude, die auch Naturfilmer Werner Mai in seiner Schulzeit teilte. „Wir waren noch die Generation, die auf Bäume geklettert ist“. Im Naturschutzgebiet ist das heute nicht mehr erlaubt, die Wege dürfen nicht verlassen werden. Umso wichtiger war der Wiederaufbau der Aussichtsplattform, die den weiten Blick über die Riedlandschaft ermöglicht und im günstigen Fall die Vielfalt der Vogelwelt erleben lässt – aus gutem Grund jedoch aus Metall. Bürgermeister Störmer gab eine weitere Neuigkeit bekannt: Die Räumlichkeiten, die vom 28. Oktober bis zum 24. November die NABU-Ausstellung beherbergen, werden ab 1. Januar 2018 für den neuen Infostützpunkt der Stadt Lampertheim angemietet, um vorbeikommende Fahrradfahrer, Spaziergänger und Wanderer über den Biedensand zu informieren. Eine ideale Lage in unmittelbarer Nähe zur „extrem gut genutzten Radstrecke“ auf dem Deich, merkte Störmer an. Eine dreiwöchige Zählung habe ergeben, dass rund 16.000 Radfahrer diese Stelle passieren. Vorort-Begleiter werden ausgebildet. Die Menschen werden erkennen „wenn sie hier vorbeifahren, verpassen sie Lampertheim, die Perle des Ried“. Es gehe darum, den Biedensand zu zeigen, nicht kaputt zu machen. Jürgen Reincke, beim NABU als Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ zuständig, dankte Bürgermeister Störmer und Carmen Daramus vom Stadtmarketing Lampertheim, ihren Kollegen und Helfern für die gute Zusammenarbeit. Die Ausstellung zeige ein paar Aspekte aus der große nThemenvielfalt. Ausstellungstafeln informieren über das Projekt und die Lebensräume Auwald, Deiche, Stromtalwiesen, Dünen und Flugsandgebiete als trockene Lebensräume, Kleingewässer und Grabensysteme sowie Wälder mit alten Bäumen. Die Besucher lernen den gefährdeten Laubfrosch kennen, der als Wetterfrosch bekannt wurde und können über Lebewesen staunen wie den Schlammpeitzger. Schaukästen und interaktive Elemente machen neugierig auf die hiesige Natur. Naturfilme und Fotoimpressionen sind zu sehen und im Gästebuch können offline und online (auch an stadtmarketing@lampertheim.de) eigene Geschichten erzählt werden. Erwachsene, Kinder, Schulklassen sind eingeladen, bei freiem Eintritt neue Erkenntnisse mit nach Hause zu nehmen und beim Entdecken Spaß zu haben. Die Ausstellung des NABU „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ stellte Jürgen Reincke vor. Foto: Hannelore Nowacki
NABU-Mann Jürgen Reincke richtete seine Worte nicht nur an die Anwesenden: „Lassen Sie sich von der Vielfalt in unserer Heimat, dem Hotspot Oberrhein begeistern“. Kulturfachbereichsleiter Rolf Hecher und Sabine Vilgis, Leiterin der Technischen Betriebsdienste, probierten die faszinierende interaktive Tiersuche gleich erfolgreich aus. Jubel – das Licht leuchtete. So machte es auch Spargelkönigin Nadine II. Im Programm ging es planmäßig mit einem Spaziergang zum Rallengraben weiter, wo die Gruppe auf der neuen Aussichtsplattform ins Schilf schaute und sich von Forstamtsbereichsleiter Kluge über die Örtlichkeit informieren ließ. Auf dem Weg dorthin meldete sich ein Vogel aus dem Gehölz, vom Ornithologen Dr. Peter Petermann an der Stimme sogleich als Buntspecht erkannt. Ein Kleiber flog einen Apfelbaum an. Der Lampertheimer Wind raschelte in den Waldbäumen. Drei geführte Themen-Wanderungen waren am Samstag und Sonntag im Programm. Hannelore Nowacki