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  • Di., 23. März 2021, 09:27 Uhr
    Das Leiden und Sterben Jesu mit Ausblick auf Erlösung im Orgelspiel präsent

    Abendgottesdienste in der Domkirche gut besucht

    Zwei Abendgottesdienste mit eindrucksvoller musikalischer „Predigt“: Anna Pikulska (vorne) und Kantorin Heike Ittmann spielten die Orgel in der Domkirche gemeinsam „4händig und 4füßig“. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Orgelspiel und Liturgie verbanden sich in den beiden musikalischen Abendgottesdiensten am Sonntag in der Domkirche zu einem ergreifenden ganzheitlichen Erleben – das Leiden und Sterben Jesu Christi fanden in der Musik am fünften Sonntag der Passionszeit ihren starken Ausdruck. Doch auch die Erlösung mit heiterem Aufleuchten war zu erkennen. Kantorin Heike Ittmann und die Mainzer Organistin Anna Pikulska forderten die Orgel „4händig und 4füßig“, mit Stücken von Gustav Merkel, Naji Hakim und Wolfgang Amadeus Mozart, die Pfarrer Sven Behnke zum Sonntag Judika liturgisch begleitete und in Worten aus der Bibel und Gebeten verstärkte. Zu sehen war das vierhändige Orgelspiel für die Gottesdienstbesucher nicht, aber die Gefühlstiefe dieser Orgelmusik entfaltete ihre Wirkung im Zuhören. Nach kraftvollem Beginn mit der Sonate d-Moll von Gustav Merkel begrüßte Pfarrer Behnke die etwa 80 Gottesdienstbesucher, die auf ihren reservierten Plätzen mit großen Abständen in der Kirche verteilt zuhörten. Draußen war es dunkel geworden. Ein Gebet voller glaubenserfüllter Poesie leitete zum nächsten Orgelspiel hin. „Unser Abendgebet steige auf zu dir, Herr, und es senke sich auf uns herab dein Erbarmen. Dein ist der Tag und dein ist die Nacht. Lass, wenn des Tages Schein vergeht, das Licht deiner Wahrheit uns leuchten“. Die Stücke aus den Apostel-Meditationen von Naji Hakim waren dem Heiland und dem heiligen Petrus gewidmet, besinnlich und auch heiter im Wechsel. Zur Lesung des Evangeliums Markus 10, 35-45 erhoben sich die Gottesdienstbesucher. Jakobus und Johannes hatten Jesus gebeten an seiner Seite sitzen zu dürfen. Ein Anliegen, das die anderen Jünger verärgerte und Jesus veranlasste ihnen zu sagen: „Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele“. Darauf folgten weitere Orgelkompositionen von Naji Hakim: Der heilige Andreas und der heilige Jakobus der Ältere. Pfarrer Behnke führte das Thema aus der Lesung weiter mit Gedanken zur Nachfolge Jesu mit Beispielen von Märtyrern, die alle qualvoll gestorben waren. Aus Matthäus 5,10 hörten die Gottesdienstbesucher eine Erklärung: „Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihnen ist das Himmelreich“. Nach der Fantasie in f-Moll von Mozart nahm Pfarrer Behnke ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer auf, der über Christen und Heiden geschrieben hatte: „Gott … stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod, und vergibt ihnen beiden“. Am Ende, nach Bittgebet und Vaterunser, nach dem Segen und Hakims Stück „Der heilige Jakobus der Jüngere“ und Merkels Allegro con fuoco – Fuga spendeten die Gottesdienstbesucher Applaus. Die Kollekte war erbeten für die kirchenmusikalische Arbeit in der Lukasgemeinde und für die Jugendmigrationsdienste der Diakonie in Hessen. Hannelore Nowacki

     

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