Ziel: Attraktives bezahlbares Leistungsangebot und bedarfsgerechte Müllabfuhr / Info-Broschüre an alle Haushalte
Abfallentsorgung vor der Umstellung
Die Müllabfuhr ist auf dem Prüfstand und die Bürger können sich nun auch anhand des neu herausgegebenen Info-Faltsblattes über Details informieren und sich bei der Stadtverwaltung zu Wort melden. Beim Pressegespräch im Magistratsraum erläuterten Bürgermeister Gottfried Störmer (mit dem Info-Faltblatt), Fachbereichsleiter Gregor Ruh (links), Sabine Lerch und Erster Stadtrat Jens Klingler die Ziele und Chancen. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Der technische Fortschritt durch die Transpondertechnik eröffnet bei der Abfallentsorgung den Weg zur bedarfsgerechten Abholung und Berechnung. Auch rechtliche und wirtschaftliche Gründe führten zum Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 21. Februar dieses Jahres mit dem Auftrag an die Stadtverwaltung, mit dem ZAKB Verhandlungen über einen möglichen Beitritt aufzunehmen und die Leistungen zu vergleichen. Weg von der Einheitsgebühr, mehr Wirtschaftlichkeit und mehr Bedarfsgerechtigkeit bei den Gebühren sollen die Vorteile im neuen System sein. „Wir haben nicht die Wahl, das alte System weiterzuführen wie bisher, die Frage ist nur, unter wessen Regie die Abfallentsorgung stattfinden wird“, erklärte Sabine Lerch vom Fachdienst Steuern und Abgaben bei einem Pressegespräch am Dienstag im Stadthaus, an dem Bürgermeister Gottfried Störmer, Erster Stadtrat Jens Klingler und Fachbereichsleiter Finanzen Gregor Ruh teilnahmen. „Heute haben wir ein lineares, pauschales System“, erläuterte Störmer, „zukünftig kann jeder selbst dazu beitragen seine Gebührenrechnung zu beeinflussen“. Beispielsweise wird die Sperrmüllabfuhr im jetzigen System zweimal im Jahr mitbezahlt, auch wenn man nichts angemeldet hat. Auch wird die Abholung des Biomülls 38-mal bezahlt, selbst wenn man nicht so viele Leerungen braucht. Als Stichtag zur Umstellung komme der 1. Januar 2015 oder 2016 infrage, wie Klingler in Aussicht stellte. Um die Bürger in Lampertheim und den Stadtteilen frühzeitig vor der Entscheidung über die Abfallentsorgung im Detail zu informieren, hat der Magistrat der Stadt Lampertheim eine Broschüre zum Thema „Die Müllabfuhr auf dem Prüfstand“ herausgegeben. In den nächsten Tagen wird sie an alle Haushalte verteilt. Klinglers Botschaft an die Bürger: „Wir wollen das System finden, das für die meisten Bürger günstiger ist“. Im Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) arbeiten bereits der Kreis Bergstraße und 17 kreisangehörige Städte und Gemeinden zusammen. Chancen und Risiken abzuwägen, liege in der politischen Verantwortung der Stadtverordneten, machte Störmer deutlich. Die Broschüre weist auf viele Vorteile des Modells hin, das bereits beim ZAKB praktiziert wird. Vorab können sich die Bürger nicht nur informieren, sondern auch ihre Meinung kundtun. Dafür sind in der Broschüre Ansprechpartner und Telefonnummern sowie die E-Mail-Anschrift komm.steuern@lampertheim.de genannt. Weitere Informationen sind unter www.lampertheim.de mit Suchbegriff Abfallwirtschaft zu finden. Bürgermeister Störmer verbindet mit diesem Weg der Information und Beteiligung der Bürger auch den Begriff „Bürgerkommune“. Zukünftig werde es diesen Weg der Kommunikation nach Bedarf geben. Durch die Herausgabe eines Faltblattes zum „Bürgerhaushalt“ werden die Bürger seit einigen Jahren bereits über die jährlichen Haushaltszahlen, Leistungen und Abgaben wie auch über die Müllabfuhrgebühren informiert. Hannelore Nowacki