Mo., 18. Januar 2016, 10:59 Uhr
Neujahrsempfang der SPD Lampertheim: Jahresauftakt in geselliger Atmosphäre und Einstimmung auf die bevorstehende Kommunalwahl
„Aktiv gestalten anstatt verhindern“ als Motto der SPD

SPD-Spitzenkandidat Marius Schmidt (l.) und SPD-Vereinsvorsitzender Jens Klingler (Mitte) begrüßten gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass (r.) die Gäste beim Neujahrsempfang der SPD. Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM – Jens Klingler, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Lampertheim, konnte am Samstag gemeinsam mit Spitzenkandidat Marius Schmidt neben zahlreichen Parteigenossen, Mandatsträgern und Ortsvorstehern der Stadtteile auch den Landtagsabgeordneten Norbert Schmitt und Bürgermeister Gottfried Störmer zum Jahresauftakt der SPD bei einem Sektempfang im Alten Rathaus begrüßen.
Auch der Ortsvorsteherin Rita Rose aus dem Stadtteil Hofheim galt der Dank Klinglers für ihr 42-jähriges politisches Engagement. Obwohl es für die kommende Legislaturperiode keinen Ortsvorsteher für das Stadtgebiet Neuschloß geben wird, zeigte sich die derzeitige Amtsinhaberin Carola Biehal zuversichtlich, dass es danach auf jeden Fall wieder eine(n) geben wird - „wir arbeiten daran“, merkte sie an. „Die SPD wird gewinnen - wir brauchen eure Unterstützung“, rief Klingler in Hinblick auf die bevorstehende Kommunalwahl im März und fügte hinzu, dass der Fokus der SPD nicht darin liege, hervorzuheben was NICHT passiert, sondern WAS konkret passiert. Er lobte den SPD-Spitzenkandidaten Marius Schmidt dafür, dass es ihm in kürzester Zeit gelungen ist, sich in Dinge einzulesen und einzuarbeiten – „er engagiert sich sehr und das tut er mit Leidenschaft für Lampertheim“.
Landtagsabgeordneter Norbert Schmitt begann seine Begrüßungsrede mit dem Zitat von Willy Brandt „Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“ und wünschte allen Anwesenden ein gutes Jahr 2016. Er erwähnte, dass die verabschiedete Kandidatenliste für die Kommunalwahl toll ausgewogen sei hinsichtlich der Altersstruktur und vertretenen Berufsgruppen - „wir sind eine echte Volkspartei, die alles anzubieten hat“. Im Unterschied zu der „anderen Truppe“ beschäftige sich die SPD sehr intensiv damit, wie es den Kommunen geht – damit meinte er auch deren finanzielle Ausstattung. Ein weiterer Ausbau der Kinderbetreuung war hier als wichtige Aufgabe zu nennen. „Schwarz-grün muss kapieren, dass viel aufgearbeitet werden muss“ - damit endete seine Ansprache an die Gäste.
Marius Schmidt zeigte sich eher bescheiden bezüglich der vielen Lobesworte und bedankte sich zunächst für die „enormen Vorschusslorbeeren“, die es künftig für ihn zu rechtfertigen gelte. Vehement wehrte er die Aussagen ab, dass die SPD für einen Stillstand in Lampertheim sorge und nicht mit Geld umgehen könne, und brachte entsprechende Gegenargumente. In seiner mitreißende Rede betonte er, dass es dank der Weitsicht und Vernunft der SPD-Fraktion gelungen sei, gut zu haushalten und das Defizit zu reduzieren. Hierbei müsse auch das Vorhaben der SPD, für bauliche Nachverdichtung in Lampertheim zu sorgen, erwähnt werden – dies auch aus den Fördermitteln aus dem Topf des Landes Hessen. Bauliche Investitionen seien erforderlich. Er ging auch auf das Thema Altrheinsanierung ein. Das drittgrößte Naturschutzgebiet Hessens müsse als Wohnraum vieler Tiere und Pflanzen, als Freizeitstätte für Erholungssuchende, aber auch als Sportstätte für ortsansässige Vereine erhalten werden. Dazu gehöre allerdings auch, dass nach Munition gesucht wird und eine Probebaggerung durchgeführt werden muss. Die SPD wird sich laut Schmidt dafür einsetzen, die finanzielle Unterstützung hierfür einzufordern, um das Gesamtprojekt zu ermöglichen. Sein Fazit lautete ausdrücklich, dass die SPD im Zusammenhang mit dem Altrhein klar ein Zeichen setzten möchte. Was das Thema Haushalt angehe, bezog Schmidt ebenfalls klar Stellung: „Eine Diskussion über Sachfragen ist wichtiger, als eine Person als Schuldigen zu suchen“. Angriffslustig zeigte er sich auch in seinen weiteren Ausführungen und stimmte die Anwesenden auf den Wahlkampf ein. Auch das Thema Grundsteuererhöhung – von allen nicht gerne gehört – müsse auf den Tisch. Er kritisierte das „Fehlen eines eigenen Geltungsanspruch der CDU“ - „machen statt meckern und Fragen zu stellen“ sei die Devise der SPD. Er hält es für außerordentlich wichtig, dass die SPD ihre eigene Position klar gemacht hat. „Wir wollen die Lebensqualität der Mitbürger in Lampertheim verbessern“ betonte er und lobte auch das Engagement vieler wertvoller Organisationen in Lampertheim, darunter die AWO, das Diakonische Werk und die Beratungsstelle PRISMA. Dies gelte es zu halten und weiterhin zu fördern. Es sei eine Vision der SPD, Grundsteine dafür zu legen, um die Sozialarbeit auf neue Füße zu stellen – dies gelinge durch eine bessere Verzahnung der einzelnen Organisationen miteinander. Als Beispiel führte er die Stadt Viernheim an, in der ein „Sozialzentrum“ als zentrale Anlaufstelle für soziale Hilfeleistungen eingerichtet wurde - auch in Lampertheim hält er dies für sinnvoll. Er brachte die Idee ein, eine Immobilie in der Stadt zu diesem Zweck zu nutzen – ein wichtiger Schritt, dessen Umsetzung in den nächsten fünf Jahren realistisch wäre. Selbstverständlich ließ Schmidt auch das Thema Flüchtlinge nicht aus und hob hervor, dass Lampertheim diesbezüglich bereits viel geleistet hat – er bezeichnete es als „Jahrhunderprojekt“. „Wir haben aktiv dazu beigetragen, eine Willkommenskultur zu schaffen und gleichzeitig aktiv gegen Extremismus einzutreten“, so Schmidt. Auf Initiative der SPD seien auch bereits die Integrationslotsen eingeführt worden – weitere Maßnahmen seien erforderlich. Eine Begegnungsstätte zur Kontaktaufnahme zu schaffen, habe sich die SPD ebenfalls auf die Fahne geschrieben. Zur Diskussion stellte er seinen Vorschlag, künftig Partnerstädte aus Krisengebieten auszuwählen, um dort entsprechende Projekte anstoßen und Entwicklungshilfe vor Ort leisten zu können. Auch mit seiner Idee, aktiv dazu beizutragen, die Fluchtursachen zu bekämpfen, erntete er viel Beifall bei den Gästen. Der soziale Wohnungsbau befinde sich momentan in einer schweren Situation – damit ging Schmidt auf sein „Herzensprojekt“ ein. Das Leitbild der SPD sei eine Stadt, die für alle da ist. Neuen Wohnraum für Bedürftige zu schaffen sei wichtig unter Nutzung der Mittel aus dem kommunalen Investitionsprogramm. Mit den Worten „wir wollen gestalten, nicht verhindern“ beendete der Spitzenkandidat seine Ansprache. Dem konnte Klingler nur noch hinzufügen, dass das Ehrenamt viel Respekt verdient. Er dankte Walburga Jung von der AWO Kleiderkammer, stellvertretend für alle Mitglieder der AWO, für die Bereitstellung von Kleidung für die Flüchtlinge.
Bürgermeister Gottfried Störmer zeigte sich begeistert von der rhetorischen Leistungsfähigkeit Schmidts und unterstrich die Aufforderung an die Bürger, ihr Wahlrecht zur Kommunalwahl am 6. März in Anspruch zu nehmen. Auch er bedankte sich bei den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern und wünschte den Gästen Gesundheit und Zufriedenheit für das neue Jahr. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt: die SPD bot Kaffee und Berliner sowie verschiedene Getränke an, und der Nachmittag fand seinen Ausklang bei lockeren Gesprächen und geselligem Beisammensein. Sigrid Samson