KIRCHE: Erster Mitmachgottesdienst der katholischen Kirchengemeinden des südlichen Rieds
Aktiv über den Glauben gesprochen
Was in Gruppen besprochen wurde, fand Darstellung an der Pinnwand. Foto: oh
BÜRSTADT – Am Samstag, 17. August fand um 18 Uhr der erste Mitmachgottesdienst im Pfarrgarten St. Peter statt. Bei herrlichem Kaiserwetter kamen lediglich knapp 20 interessierte Besucher. Diese waren allerdings sehr gespannt darauf, was so ein Mitmachgottesdienst alles beinhaltet und hatten dementsprechend hohe Erwartungen.
Ein Mitmachgottesdienst zielt darauf ab, die Passivität der Teilnehmer zu durchbrechen und sie als aktive Mitgestalter des Gottesdienstes zu sehen. Insofern waren die hohen Erwartungen an jeden einzelnen gerichtet. Diese Form der Messfeier soll die Gemeinschaft stärken, den Glauben vertiefen und neue Wege öffnen. Neue Wege wie Menschen ihren Glauben erleben und ausdrücken können.
Thema des Gottesdienstes war „ouvre mes yeux“ zu deutsch „öffne meine Augen“. Das Thema legte eine kleine Gruppe von Personen fest, die sich aus den Pfarrgemeinderäten Bürstadts und Bobstadts rekrutierte. Dies wurde an einem Wochenende auf dem Odilienberg, südwestlich von Straßburg auf einer Anhöhe von 751 Metern im Kloster der Heiligen Odilie ausgearbeitet. Dort fand ein Zukunfts- und Planungswochenende für die neue katholische Pfarrgemeinde Alfred Delp statt.
Die heilige Odilie war blind geboren, erst im Alter von 12 Jahren wurde sie getauft und erlangte daraufhin das Augenlicht. Sie galt von nun an als geheilt. Über dem Eingang der Basilika des Klosters Odilienberg steht deshalb in großen Lettern „ouvre mes yeux“. Da alle getauften Christen aufgerufen sind ihre Talente und Potenziale für die Kirche einzusetzen, die Nächstenliebe auszuüben, die Not zu sehen und füreinander da zu sein, fand die Vorbereitungsgruppe das Thema des Öffnens der Augen extrem passend für einen Mitmachgottesdienst.
Während der Messfeier selbst haben sich in der Zeit in der normalerweise eine Predigt stattfindet, die Besucher in Gruppen aufgeteilt um die Lesung und das Evangelium im Hinblick auf das gläubige Sehen in der Welt bzw. die Verblendung in der Welt zu besprechen. Die Erkenntnisse wurden auf Moderationskarten an einer Pinnwand befestigt. Sowohl Einführung in das Thema, die Lesung, die Fürbitten, die Gitarrenmusik und das „Vater Unser“ in Bewegungsform wurde von den Gemeindemitgliedern vorgetragen. Die Passivität war durchbrochen. Es wurde quasi „mitgemacht“ und über den Glauben gesprochen.
Als am Ende das französische Abschlusslied „ouvre mes yeux“ in einer Rock-Pop-Fassung gesungen wurde, war allen Anwesenden von 14 Jahren bis zu ca. 90 Jahren bewusst, dass es so weitergehen muss. zg