Zur heiteren Ordensverleihung der Mondhexen kamen Abordnungen aus nah und fern – eine bunte Gesellschaft ohne Angst vor teuflischen Überraschungen. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Schon am helllichten Tage trieben es die Mondhexen LU-LA am Sonntag bei ihrem 2. Ordensfest in ihrer jungen Vereinsgeschichte ziemlich toll. So war es geplant und zahlreiche Gäste aus nah und fern hatten ihren Spaß. Von Karlsruhe bis Mainz, von Darmstadt bis Frankenthal waren die Delegationen und Lieblichkeiten angereist. Mit Donnergrollen und dramatischen Tönen im Dunkel der Bühne nahm das Spektakel der Mondhexen seinen Anfang, ein Hexentanz der Extraklasse war zu sehen. Während eine Hexe gemütlich auf ihrem Sessel thronte und im Hexenkessel rührte, wirbelten weitere Hexen nach ausgefeilter Choreografie über die Bühne. Später zeigte das hübsche Hexenmariechen Jacqueline Fritz akrobatische Geschmeidigkeit und beeindruckte die Zuschauer mit einem abschließenden Salto. Den trüben Novembertag hatten die Mondhexen und Vereinsteufel Peter Fritz einfach ausgesperrt, die Vorhänge im großen Saal der Zehntscheune waren zugezogen und sogar die gläserne Eingangstür verschluckte dank schwarzer Verkleidung jeden Tageslichtstrahl. Bunte Lichter zauberten eine gemütliche Atmosphäre und das Team der Hexenküche versorgte die Gäste mit Speis und Trank. Auf der Karte stand ein Zaubertrank, der, wie zu beobachten war, die Heiterkeit förderte. Ein Becherlein davon reichte „Owwerhexe“ Petra Dembski zur Ordensverleihung allen erwachsenen Gästen auf der Bühne. Die jungen Prinzen Malte und Eric von den Heidelberger Schlossnarren durften sich über Gruselhandschuhe voller Süßigkeiten freuen. Auf jeden Fall hat bei den Prinzen Trübsal und schlechte Laune Hausverbot, teilten sie dem Publikum im vollen Saal mit. Ein dreimal donnerndes „Hajo“ riefen sie zum Abschied ins Mikrofon. Andere Gäste bevorzugten „Ahoi“, während die Darmstädter Narren mit „Hey hopp“ feiern. Das Lampertheimer „Helau“ ergänzten die Mondhexen mit „Alla hex!“ Selbst gemacht ist der Orden der Mondhexen, wie die „Owwerhexe“ dem Publikum verriet, für die Prinzessinnen in extra weicher Ausführung, um die festlichen Roben zu schonen. Hexenschürzen müssen sich die Mondhexen übrigens verdienen, das dauert ein ganzes Jahr. Mehr als zwanzig Karnevalvereine hatten ihr Kommen angekündigt. Mit einer Dreier-Abordnung war die Föderation der Europäischen Narren vertreten, die den Mondhexen für das gelungene Programm ihre Anerkennung aussprach: „Eure Art die Fastnacht zu feiern ist ganz herrlich“. Bürgermeister Gottfried Störmer war der Einladung gefolgt und erhielt neben dem Orden ein gehaltvolles Fläschchen und ein Licht. Dass ihm ab und zu ein Licht aufgehe, hatte die freundliche „Owwerhexe“ gewünscht. „Ich darf eigentlich nichts annehmen“, entgegnete Störmer lachend, „nicht einmal Vernunft“. Daran hatte ihre Begleitung schwer zu tragen - Prinzessin Steffi Carstensen von den Schifferstädter Schlotten erhielt einen Sack „Grumbeere“, dann aber doch noch als „Wintergemüse“ einen Beutel Marzipankartoffeln, wie es ihr Teufel Peter versprochen hatte. In Begleitung einer großen Delegation des 1. Carneval-Clubs Rot-Weiß kam die Lampertheimer Stadtprinzessin Jennifer I. auf die Bühne, als Gastgeschenk für die Mondhexen hatte sie eine Schachtel der bekannten Schokoküsse mitgebracht. Am Vorabend hatte sie die Regentschaft übernommen. Verhexte Überraschungen kamen durch die Luft geflogen, mal war es eine Spinne, dann das Maskottchen in Gestalt einer Hexendrohne. Mit dem dramatischen Stück „Peter Pan“ begeisterte die junge Garde des Bibliser Partnervereins „ Biwwelser Babbeldasche“ das Publikum. Stimmungsgeladen zog die Guggenmusikformation „Heddesema Zahlekracher“ in den Saal ein, mitreißende Musik, die das Trommelfell beben ließ. Mit Zustimmung des Publikums konnte die geplante Pause entfallen, um sogleich in die nächste Ordensrunde einzusteigen. Als weiterer Höhepunkt zu vorgerückter Stunde war die Hexentaufe vorgesehen. Hannelore Nowacki
Bürgermeister Gottfried Störmer nahm die Hexengaben mit Humor entgegen. Auch den Drohnenflug des Mondhexen-Maskottchens überstand er unbeschadet. Foto: Hannelore Nowacki