
LAMPERTHEIM – Seit dem 1. Dezember 2025 ist Alexander Scholl Bürgermeister von Lampertheim. Wie bei seinem Amtsantritt angekündigt, wollte sich der Stadtchef erst mit den komplexen Abläufen, Verwaltungsvorgängen, Zuständigkeiten und internen Prozessen sowie den Menschen im Rathaus vertraut machen, ehe erste Veränderungen seine Unterschrift tragen. Am Mittwoch informierte Alexander Scholl über eine erste Organisationsanpassung, das neue Innenstadtprogramm und die Entwicklung des Haushaltskonsolidierungsprozesses.
Haupt- oder ehrenamtlicher Erster Stadtrat?
Nicht zu erwarten war nach Aussage des Bürgermeisters die Ankündigung von Marius Schmidt, sein Amt als Erster Stadtrat auf eigenen Wunsch niederzulegen. Mit Ablauf des 14. Mai sei dies der Fall, so Scholl, weshalb in der Organisation der Verwaltung Anpassungen nötig seien. Ab Mai werden demnach alle Fachbereiche dem Dezernat I und somit Bürgermeister Scholl zugeordnet. Die Fakten und Personalien: Dirk Eichenauer obliegt die Fachbereichsleitung für Bildung, Kultur und Ehrenamt. Das Stadtmarketing wird zur Stabsstelle Stadtmarketing und direkt beim Bürgermeister angesiedelt. Fachdienstleiter wird Dirk Dewald. Die Stabsstelle „Pressestelle“ wird aufgelöst. Deren Aufgabe wird in der Stabsstelle „Büro Bürgermeister“ inkludiert. Hinsichtlich der Stelle des Ersten Stadtrates sei nun die Politik im Gespräch, ob die Personalie künftig in Haupt- oder ehrenamtlicher Funktion ausgeübt wird. Eine Entscheidung, die auch in der neuen Hauptsatzung verankert wird.
Mit Bezug auf das Stadtmarketing erläutert Scholl, dass eine Neuordnung Schnittstellen mit der Wirtschaftsförderung stärker herausarbeiten soll und bei Veranstaltungen sowie Events mit der priorisierten Zielgruppe der Bürger vor Ort Schwerpunkte gesetzt werden sollen. Gleiches gelte für die Stabsstelle „Büro Bürgermeister“. Zwei Personalstellen mit klarer Zuständigkeit, einem Fokus auf Kommunikation, Projekte und Anliegenmanagement. Ziel sei es durch eine Bündelung von Aufgaben Synergieeffekte zu nutzen und einen Rahmen zu schaffen, Prozesse effizienter zu gestalten sowie eine zügigere Bearbeitung von Anfragen zu gewährleisten. Als marketing-affiner Bürgermeister verstehe er sich hierbei als Teil des Teams.
Innenstadtprogramm soll Fahrt aufnehmen
Ein weiteres Augenmerk der Verwaltung liegt auf der stärkeren Belebung der Innenstadt. Mit dem aufgelegten Innenstadtprogramm soll mehr Leben im Zentrum der Kernstadt Einzug halten. „Um Leerstände zu beenden oder zu vermeiden müssen mehrere Player mit ins Boot“, betont Bürgermeister Scholl. Voraussetzung für einen Wandel: Die Ideen müssen Wirkung zeigen, damit Bürger, Handel oder Marktbeschicker von einer positiven Entwicklung profitieren. Ein Impuls sei mit dem Spargelhäuschen gegeben. Stärker in die Nutzung einbezogen werden soll das Schillercafé. Als Treffpunkt für Ausstellungen, den Kuchenverkauf auf dem Markt, aber auch für Vereine und Unternehmen könne das Schillercafé angefragt werden. Auftakt auf dem Schillerplatz ist das am 9. Mai geplante Markt-Frühstück unter Federführung des Heimat-, Kultur- und Museumsvereines. Ein Abendmarkt soll sich unter dem Motto „Genuss am Dom“ zu einem weiteren Frequenzbringer etablieren. Winzer, Getränke, Kulinarisches und Einkaufen heißt es ab der Premiere am 28. Mai um 17 Uhr jeweils am letzten Donnerstag im Monat – und das von Juni bis September. „Wir möchten verschiedene Formate anbieten und ausprobieren“, fügt der Stadtchef an. Die Erfahrungen und das Feedback seien die Grundlage für weitere Entscheidungen. „Es geht nur gemeinsam“, appelliert Scholl an die einzelnen Akteure, sich zu engagieren.
Haushaltskonsolidierungsprozess fördert 200 Vorschläge zu Tage
Mehr als zufrieden ist Alexander Scholl mit dem beauftragten Haushaltskonsolidierungsprozess, bei dem Einsparpotenziale ausgelotet werden sollen, um mit Hilfe eines Maßnahmenkataloges mehr Handlungsfähigkeit zu erlangen. Rund 200 Vorschläge seien aus allen Fachbereichen eingegangen, lobt der Stadtchef die Unterstützung aus den eigenen Reihen. „Es gibt keine Denkverbote, um besser oder effizienter zu werden“, ergänzt Alexander Scholl. Die Bewertung laufe bis Mitte Mai, danach erfolge die Auswertung und Zusammenfassung. Im Anschluss entscheide die Politik, dann erfolge die Umsetzung. Konkrete Beispiel möchte Scholl noch nicht nennen. Man befindet sich noch in der Phase eines internen Prozesses. Letztlich sollen kurz-, mittel- und langfristig Maßnahmen zur Konsolidierung umgesetzt werden. „Ein bunter Blumenstrauß“, fügt Scholl an, „und eine Chance für die Stadt, mehr Gestaltungsspielraum zu haben“. Christian Pfeiffer, Projektverantwortlicher, verweist auf die positiven Rückmeldungen aus der Verwaltung. Über einen Newsletter werde intern über den Sachstand informiert. „Es gibt immer eine Rückmeldung“, versichert Pfeiffer, auch wenn sich ein Vorschlag nicht im Maßnahmenkatalog wiederfinden sollte. Begleitet von Experten der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt), die auch unangenehme Fragen in Richtung Verwaltung gerichtet hätten, sei man zuversichtlich auch ohne Personalkürzungen Kosten einzusparen.
Steffen Heumann
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