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Do., 30. September 2021, 09:54 Uhr
CARITAS: Doppelspitze wieder komplett / Stefanie Rhein und Winfried Hoffmann als gemeinsame Leitung
Alten- und Pflegeheim Mariä Verkündigung wird mit neuem Konzept neu gebaut
Die neue Doppelspitze des Caritasverband Darmstadt e.V.: Stefanie Rhein erhält Unterstützung durch Caritasdirektor Windried Hoffmann. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Seit dem 1. August ist Winfried Hoffmann Caritasdirektor beim Caritasverband Darmstadt e.V. und fungiert damit gemeinsam mit seiner Vorstandskollegin Stefanie Rhein als Doppelspitze für den Verband. Am Mittwoch wurde er im Alten- und Pflegeheim Mariä Verkündigung in Lampertheim vorgestellt.
Zunächst blickte Stefanie Rhein auf die vergangenen 1,5 Jahre zurück. „Corona hat sich gerade im Bereich der Altenwohnheime erwiesen, es war eine schwere Zeit”, so die Diplom-Sozialpädagogin, die seit über 16 Jahren im Verband tätig ist und die letzten zehn Monate allein die Verantwortung trug. Ein großes Thema der nächsten Zeit sei daher, die Folgen der Pandemie aufzuarbeiten. Bei manchen Menschen habe sich in den letzten 1,5 Jahren durch Corona eine große Hilflosigkeit, Orientierungslosigkeit und Perspektivlosigkeit eingeschlichen. Hier gelte es, angemessene Strategien zu finden, um den Griff zu Suchtmitteln zu vermeiden, die scheinbar dabei helfen, die Situation zu bewältigen. Ein Anstieg an Beratungsbedarf sei auch im Bereich der Gemeindepsychiatrie zu verzeichnen.
Gemeinschaftsmodell statt reiner Pflege
Positive Nachrichten hatte Stefanie Rhein für Lampertheim mitgebracht: „Der Neubau des Alten- und Pflegeheim Mariä Verkündigung steht an! Dabei wird ein neues Haus auf dem Gelände von Mariä Verkündigung gebaut, wir sind froh, dass wir den Standort erhalten können und dass dies so von Stadt und Bistum getragen wird. Das bisherige Haus ist sehr renovierungsbedürftig, soll aber nicht abgerissen sondern einer anderen Nutzung zugeführt werden. Zunächst steht aber der Neubau im Fokus.” Ziel sei es, die Rahmenbedingungen bis Ende des Jahres zu schaffen um dann in die Planung gehen zu können. Der Spatenstich soll möglichst im Frühjahr 2023 erfolgen, der Neubau soll in drei bis fünf Jahren fertig sein. Dabei wird ein 80-Betten-Haus entstehen, und zwar im Gemeinschaftsmodell wie es beispielsweise bereits in St. Elisabeth in Bürstadt existiert. Hierbei werden zehn bis zwölf Menschen, die von einer Alltagsbetreuerin begleitet werden, in einer Hausgemeinschaft zusammen leben. „Dies ermöglicht mehr Familienleben bei einer Pflege, die mehr in den Hintergrund rückt, ganz im Sinn einer modern ausgerichteten Altenpflege”, betonte Stefanie Rhein. Ebenfalls ist ein niedrigschwelliges Angebot angedacht, in dessen Rahmen Menschen tagsüber in die Einrichtung kommen und hier Betreuung finden. „Die Altenheime müssen als Sozialraum geöffnet sein, hier muss Begegnung stattfinden können und Entlastung für Angehörige, sie selbst pflegen, geschaffen werden”, erläuterte Stefanie Rhein. Mit den 80 Betten werden zwar weniger Plätze als bisher zur Verfügung stehen, aber mit einer höheren Qualität. Aktuell leben 90 Menschen im Alten- und Pflegeheim Mariä Verkündigung.
Neuer Caritasdirektor
Im November wird Winfried Hoffmann durch Bischof Peter Kohlgraf im Rahmen eines Gottesdienstes offiziell in sein Amt eingeführt. Zurzeit macht sich der 55-jährige Diplom-Pädagoge und Sozialmanager ein eigenes Bild von den Einrichtungen und Dienststellen, durch Begegnungen mit den Teams und den Klientinnen und Klienten vor Ort. „Seit vielen Jahren bin ich im Caritasverband tätig, bisher war ich Leiter einer Einrichtung der Behindertenhilfe. Ich bin froh, jetzt in Darmstadt zu sein, denn dies hier ist Caritasarbei, wie ich sie mir vorstelle – denn der Verband präsentiert sich vielfältig und so bunt wie die Welt”, so Winfried Hoffmann. „Ich freue mich darauf, mit den Mitarbeitenden gemeinsame Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Menschen in unterschiedlichen Notlagen die Hilfe bekommen, die sie brauchen.” Die größten Herausforderungen für die Zukunft sieht er – sofern „Corona hoffentlich bald ausklingt – darin, geeignetes Fachpersonal zu finden. Wir sind ein großer Arbeitgeber für rund 1.500 MitarbeiterInnen, können aber noch qualifiziertes Personal gebrauchen. Dabei halten wir mit die besten Voraussetzungen im Bereich der Pflege vor. Allein in diesem Bereich könnten wir rund 2ß weitere Mitarbeitende beschäftigen. Denn wir möchten in unseren Einrichtungen gute Strukturen bieten – so beispielsweise durch die Hausgemeinschaften in der Pflege. Hierzu benötigen wir entsprechende Ressourcen.”
Und dies im gesamten Bereich: Sechs stationäre und über 40 ambulante Einrichtungen und Dienste erstrecken sich über das Gebiet des Caritasverbandes, zu denen unter anderem auch neben dem Alten- und Pflegeheim Mariä Verkündigung auch der Sozialdienst im St.-Marien-Krankenhaus sowie das Gemeindepsychiatrische Zentrum in Lampertheim, das Caritas-Zentrum mit dem Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth in Bürstadt sowie der Ökumenischen Sozialstation für Bürstadt, Biblis, Groß-Rohrheim und Einhausen gehören. Benjamin Kloos