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  • Do., 03. August 2017, 11:07 Uhr
    Kreisbeigeordneter Karsten Krug hatte Bahn-Projektleitung zum Ortstermin eingeladen

    Am 25. September rollt der Nahverkehr wieder

     

    Kreisbeigeordneter Karsten Krug (rechts) hatte bei der Projektleitung der Bahn um den Ortstermin am Bahnhof in Groß-Rohrheim gebeten, um die aktuellen Informationen auch für die Bürger der Gemeinde zu erhalten. Foto: Hannelore Nowacki


    GROSS-ROHRHEIM – Bagger, Kabel, Sandberge - die Bahnanlagen sind noch eine große Baustelle. Doch liegen die Arbeiten im Plan und ab 25. September rollt auch der Nahverkehr in beide Richtungen wieder. Dies teilte die Projektleitung der Bahn, vertreten durch die Projektleiter Rolf Burckhart und Carolin Haas aus Karlsruhe, am Mittwoch bei einem Ortstermin am Bahnhof Groß-Rohrheim mit. Zu diesem Treffen hatte Kreisbeigeordneter Karsten Krug eingeladen, der als Dezernent im Kreis Bergstraße für den Öffentlichen Personennahverkehr zuständig ist. Mit Groß-Rohrheim verbinden ihn nicht nur dienstliche Belange, Krug ist hier aufgewachsen und war hier vielfältig aktiv. Während der Bauarbeiten ruht der Zugverkehr keineswegs, Regionalzüge ohne Halt, ICE- und Güterverkehr fahren vorbei – mit einer Lautstärke, die bei der Informationsrunde mit Vertretern der örtlichen Politik und Anwohnern auf dem Bahnhofsvorplatz zu etlichen Gesprächsunterbrechungen führte. An dem Treffen nahmen der Vorsitzende der Gemeindevertretung und örtliche SPD-Vorsitzender Peter Heß, SPD-Fraktionsvorsitzender Horst Menger, Erster Beigeordneter Georg Menger und Beigeordneter Heinz Dellbrügge in Vertretung von Bürgermeister Rainer Bersch teil sowie die Bundestagsabgeordnete Christine Lambrecht (SPD), die diese Information für Bürger und politisch Verantwortliche begrüßte. Zukünftig wird mehr Ruhe einkehren, dafür sorgt die Lärmsanierungsmaßnahme, die Burckhart im Detail erläuterte und anhand eines Faltplans veranschaulichte. Dabei handele es sich um eine freiwillige Leistung der Bahn. Die neue Gesamthöhe der Lärmschutzwand in überlappender Bauweise betrage drei Meter, vom Bahnsteig aus gesehen jedoch nur 2,25 Meter. Der Transparenz wegen werde teilweise Glas verbaut. Somit seien Lärmlücken geschlossen, wie auch am Zugang zum Bahnsteig 1 über die Rampe. Aus Denkmalschutzgründen bleibe der Blick auf das Bahnhofsgebäude frei. In der zeitlichen Abfolge komme der Lärmschutz nach der Inbetriebnahme des Nahverkehrs. In Sachen Lärmschutz seien jedoch die Kollegen der Lärmschutzsanierung zuständig. Derzeit werden die Bahnsteige von 38 auf 76 Zentimeter erhöht, um zukünftig bei den Doppelstocktriebwagen und S-Bahn einen ebenen Einstieg zu ermöglichen. Ab Oktober oder November werde ein Behelfsbahnsteig für Gleis 3 gebaut, ein provisorischer Außenbahnsteig, der bis Dezember betriebsfertig sein soll. An den beiden Außenbahnsteigen können dann auch die neuen Doppelstockwagen halten. Bahnsteig 2 werde bis Ende August umgebaut. Wie an Bahnsteig 1 werde nachts gearbeitet. Rafael Köhler, Leitender Bauüberwacher mit Sitz in Bingen, erklärte, dass die nächtlichen Arbeiten im Sinne effizienter Leistungserbringung sinnvoll seien. Zur barrierefreien Nutzung des Bahnhofs baut die Bahn zwei Aufzüge, ein von Groß-Rohrheim gewünschter dritter Aufzug sei noch strittig, da vom Bund bislang nicht für notwendig gehalten. Ein Aufzug ist in den Baumaßnahmen enthalten, der zweite wird über ein Landesprogramm finanziert. Für die Unterführung sei jedoch die Gemeinde Groß-Rohrheim zuständig, meinte der Bahnprojektleiter. Nicht ideal für Rollstuhlfahrer und andere Nutzer sei die steile Rampe ohne Podeste. Horst Menger sprach die zeitliche Verzögerung an, da der Nahverkehr ursprünglich schon am 11. September in Betrieb gehen sollte. Diese Nachfrage konnte jedoch nicht beantwortet werden. Bei Verzögerungen würden weiterhin Busse im Schienenersatzverkehr fahren, versicherte Burckhart. Krug bezifferte die Gesamtkosten der Investition auf 6,2 Millionen Euro, von denen 850.000 Euro die Gemeinde übernehme, der Kreis beteilige sich mit 600.000 Euro an den einmaligen Kosten. Auf alle Beteiligten kämen laufende Kosten im höheren sechsstelligen Bereich zu. An das Versprechen der Bahn, dass bis 2020 auch die S-Bahn hier hält, darauf will Peter Heß nicht wirklich wetten, wie er im Anschluss an den Ortstermin meinte. Elke Anthes war gekommen, um aus erster Hand zu erfahren, wie es terminlich mit dem Nahverkehr weitergeht. Ihre Tochter müsse nach Bensheim, ihr Sohn nach Mannheim fahren. Vom nächtlichen Krach bekomme sie glücklicherweise nichts mit, erklärte sie im Gespräch mit dem TIP. Allerdings wundere sie sich, dass von den direkten Anwohnern, außer den politisch aktiven, niemand gekommen sei. Beigeordneter Heinz Dellbrügge fasste das Ergebnis aus seiner Sicht zusammen: „Keine großen Überraschungen heute“. Hannelore Nowacki

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