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  • Mo., 28. Februar 2022, 11:19 Uhr
    INKLUSIVE STADT: AG Kultur, Sport und Freizeit hat Fragebögen erarbeitet

    Am Aktionsplan Inklusion wirken fünf Arbeitsgruppen mit

    Gemeinsam mit vielen anderen aktiv für den Aktionsplan Inklusion (von links): Joachim Sum, Ute Striebinger, Ansgar Schneider, Chantal Schwarz, Silke Reis, Günther Baus und Marius Schmidt. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Das Ziel: Alle Bürger sollen vom Aktionsplan Inklusion profitieren, denn man lebt zusammen in derselben Stadt – die Menschen ohne und mit Beeinträchtigungen. Wobei Beeinträchtigungen vielfältiger Art sind wie schwer hören und schlecht sehen, zur Mobilität auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sein, das ganze Spektrum gesundheitlicher und geistiger Beeinträchtigungen. Inklusion betrifft alle und geht alle etwas an. Gleichberechtigte  gesellschaftliche Teilhabe für alle Bürger, gemeinsam und barrierefrei, für dieses Ziel setzen sich die fünf Arbeitsgruppen ein, die den städtischen Gremien bis zum Sommer einen Aktionsplan Inklusion vorlegen wollen. Um diese fünf  Handlungsfelder geht es: Arbeit und Beschäftigung, Bildung und lebenslanges Lernen, Wohnen, Mobilität und Barrierefreiheit sowie Sport, Kultur und Freizeit. Als kommunale Aufgabe hat die Stadt Lampertheim der Inklusion besonderes Gewicht gegeben. 2014 wurde der Behindertenbeirat gegründet, aus dem zahlreiche Initiativen zur Verbesserung des inklusiven Lebens hervorgingen. Eine erweiterte Dimension erreichte der Einsatz für Inklusion im Rahmen der 6. Armuts- und Sozialkonferenz am 11. März 2021 mit der gemeinsamen Überzeugung, dass ein kommunaler Aktionsplan zu erarbeiten sei. Die genannten fünf Handlungsfelder wurden bestimmt. Vertreten waren der Magistrat, Stadtverordnete, der Sozialausschuss, Träger von Behinderteneinrichtungen und Beratungsstellen, der Senioren- und Behindertenbeirat, die AWO Bergstraße und weitere fachkundige Interessierte. Wissenschaftlich begleitet Professor Albrecht Rohrmann von der Universität Siegen das gesamte Projekt, der zur Steuerungsgruppe gehört, der der Vorsitzende des Sozial-, Bildungs- und Kulturausschusses, Erster Stadtrat Marius Schmidt, Andreas Dexler von der Stabsstelle Soziales, der Vorsitzende des Behindertenbeirats und Günther Baus, Vorsitzender Lebenshilfe Lampertheim und Ried und Vorsitzender der AG Kultur angehören. Projektkoordinatorin ist Chantal Schwarz, die den Arbeitsgruppen zur Seite steht. Hintergrund ist die UN-Behindertenrechtskonvention, die auf lokaler Ebene Aktionspläne Inklusion empfiehlt und im Jahr 2009 von der Bundesrepublik Deutschland ratifiziert wurde. Beim Auftaktworkshop am 2. Oktober letzten Jahres in der Zehntscheune mit über 50 Teilnehmern wurde das weitere Vorgehen der Arbeitsgruppen festgelegt. Corona bedingt fanden die jeweiligen folgenden zwei Arbeitstreffen im November und Januar im virtuellen Raum statt. Bei einem Pressetermin am Freitag stellte die Arbeitsgruppe Kultur, Sport und Freizeit ihre Zwischenergebnisse und drei Fragebögen vor. Erster Stadtrat Marius Schmidt sieht für die nächsten Jahre die Inklusion als Baustelle, als langjährigen Prozess. Jedoch sei schon einiges umgesetzt wie die inklusiven Sportkurse der Lampertheimer Volkshochschule oder Zugänge im Hallenbad. Vereine könnten für neue Projekte von der Stadt Lampertheim Unterstützung erhalten mit maximal 70 Prozent der Kosten aus dem Projektfördertopf. 

    Fragebogenaktion der AG Kultur, Sport und Freizeit

    „Wir wollen mehr wissen“, sagte Baus, der die AG leitet. Mit der Fragebogenaktion will die Arbeitsgruppe von Vereinen aus dem Bereich Kultur und Freizeit und gesondert von Sportvereinen erfahren, ob und welche inklusiven Angebote sie haben oder falls nicht, welches die Hürden sind und welche Unterstützung sie brauchen, um Angebote für Menschen mit Beeinträchtigung zu schaffen. Ein dritter Fragebogen richtet sich direkt an Menschen mit Beeinträchtigungen, die aber von der Stadt keine Post erhalten werden. Dieser Fragebogen liegt im Bürgerservice in der Domgasse aus, wird demnächst von der Homepage der Stadt Lampertheim herunterzuladen sein und wird über den Senioren- und Behindertenbeirat sowie andere Einrichtungen verteilt. Silke Reis vom Fachbereich 40 Bildung, Kultur und Ehrenamt, stellte die Broschüre zur Weiterbildung im Ehrenamt vor sowie das Seminar zur inklusiven Gestaltung von Sportkursen. Aus Sicht des Behindertenbeirats berichtete Ansgar Schneider unter anderem von Gesprächen mit Hofheimer Vereinen. Die Musikschule Lampertheim werde die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe weiter ausbauen, berichtete Joachim Sum, Leiter der Musikschule. Da Singen in Gruppen in Coronazeiten nicht möglich sei, habe die Musikschule mit der Anschaffung Tischharfen diese Lücke überbrückt. Diese handlichen Instrumente seien dank der speziellen Notenblätter nach Zeichnung, die unter die Saiten gelegt werden, leicht erlernbar. Seit 16 Jahren sei die Musikschule im Therapiebereich mit Inklusionsgruppen in der Kita Schwalbennest tätig. Die inklusive Band sei bereits mehrfach in Seniorenheimen aufgetreten. „Spaß haben bei der Teilhabe“, das sei dem Seniorenbeirat zum Beispiel mit dem Rikscha-Projekt gelungen, erzählte die Seniorenbeiratsvorsitzende Ute Striebinger, überzeugt vom „Miteinander geht es besser“. Kontakt zur AG Kultur, Sport und Freizeit über E-Mail an info@lebenshilfe-lampertheim.de Hannelore Nowacki

     

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