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Mi., 27. Januar 2016, 09:33 Uhr
Sitzung des Bürstädter Jugendrates mit kurzem Rückblick und Vorhaben in 2016
Anti-rassistisches Zeichen setzen und Thema Cannabis aufgreifen
Mitglieder des Bürstädter Jugendrates trafen sich zum gemeinsamen Austausch über die Vorhaben in 2016. Foto: Sigrid Samson
BÜRSTADT – Der klare Fokus der Sitzung des Bürstädter Jugendrates lag am Dienstag auf der geplanten Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat sowie der ebenfalls in Planung befindlichen Podiumsdiskussion zum Thema Cannabis – aber auch die Neuwahl des Jugendrates im kommenden Frühjahr war ein zentrales Thema. Michael Pfeifer, Vorsitzender der Jugendrates, und sein Stellvertreter Joseph Möller konnte hierzu mehrere Mitglieder dieses Gremiums, Fatma Aya vom Ausländerbeirat und Gäste im Sitzungssaal des Rathauses willkommen heißen.
Pfeifer sprach zunächst die angestrebte Beteiligung an der „Internationalen Woche gegen Rassismus“ an, die in der Zeit vom 10. bis 23. März 2016 bundesweit mit zahlreichen Aktionen stattfinden wird. Die Idee einer Teilnahme fand auch beim Ausländerbeirat positive Resonanz, wie Fatma Aya bestätigte. Gemeinsam mit zahlreichen bundesweiten Organisationen und Einrichtungen fordert der Interkulturelle Rat in Deutschland dazu auf, sich an den Aktionswochen mit eigenen Veranstaltungen und Initiativen zu beteiligen und ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Eine Beteiligung an dieser Aktion mit einer kleinen Veranstaltung, die für die gesamte Bevölkerung zugänglich gemacht wird, stellte Pfeifer in zweierlei Hinsicht als sinnvoll heraus: als Informations-, aber auch als Erlebnisveranstaltung. Die Ideen hierzu waren vielfältig: Man könne ins Auge fassen, Geistliche verschiedener Religionen einzuladen, einen internationalen Markt veranstalten oder ein Sport-Event durchführen wie beispielsweise einen Fußball-Cup. Auch ein Fest der Begegnung mit Menschen verschiedener Nationalitäten sei denkbar — „ein tolles Zeichen, das Miteinander in unserer Gesellschaft aufzuzeigen“, erwähnte Pfeifer. Auch über Workshops und Filmvorführungen wurde nachgedacht. Uwe Metzner, Bürger aus dem Stadtteil Bobstadt, brachte als Gast den Vorschlag ein, sich mit dem „Netzwerk Asyl“ in Verbindung zu setzen, um auch Flüchtlinge, die bereits anerkannt sind, mit ins Boot zu nehmen – ein Erfahrungsaustausch mit Flüchtlingen oder eine Podiumsdiskussion wäre denkbar. „Die Bereitschaft ist da“, fügte Metzner hinzu. Aya vom Ausländerbeirat regte nochmals das Thema „Graffitti” an – es wird von Seiten des Jugendrates geklärt, ob die Möglichkeit besteht, eventuell eine Wand mit dieser modernen Gestaltungskunst zu bearbeiten – hiermit könne laut Pfeifer auch etwas Bleibendes geschaffen werden. Eine Beteiligung des Jugendrats an der Aktion wurde von allen Anwesenden befürwortet – die Art der Teilnahme wird in den kommenden Wochen weiter konkretisiert.
Darüber hinaus wird es am Freitag, 29. April, ab 18.30 Uhr eine Podiumsdiskussion im Historischen Rathaus unter dem Titel „Cannabisverbot – Schutz der Jugend oder Arbeit für den Papierkorb“ geben. Marcus Bocklet vom Bündnis 90 / Die Grünen und Sozialpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion hat seine Teilnahme hierzu bereits zugesagt. Metzner regte hierzu auch die Kontaktaufnahme zur Jugend- und Suchtberatungsstelle des Kreises Bergstraße PRISMA in Lampertheim an.
Nach Ende der laufenden Legislaturperiode stehen im Frühjahr Neuwahlen beim Jugendrat an – der genaue Wahltermin wird in Kürze vereinbart. Möller erwähnte, dass man vorher aktiv an die Schulen herangehen wird. Eine Umfrage an der Erich-Kästner-Schule werde in Kürze durchgeführt, um die Interessen der Jugendlichen genauer herauszufinden, damit der Jugendrat den Einsatz für die jungen Menschen noch besser und gezielter umsetzen kann.
Zum Thema Jugendhaus, welches ein Teil des Bildungs- und Sportcampus sein wird, gab es zu erwähnen, dass dieses laut Planungen in die Nibelungenstraße umzieht – Gespräche laufen derzeit mit verschiedenen Institutionen und Vereinen, und auch bezüglich der Finanzierung. Es wurde laut Möller bereits ein Konzept erstellt, welches noch modifiziert werden müsse – Anregungen von den Jugendlichen werden gerne angenommen.
Zu den weiteren Vorhaben zählt eine Umfrage, die bereits erarbeitet wurde, um herauszustellen, wie der Jugendrat wahrgenommen wird, und um die Arbeit des Jugendrates zu evaluieren. Es ist auch geplant, im Rahmen des Stadtjubiläums in 2017 einen Tag der Jugend zu gestalten – in Zusammenarbeit mit der EKS in Bürstadt.
Im vergangenen Jahr ist es den Mitgliedern bereits gelungen, die Kooperation mit der EKS und die bestehende Facebook-Seite weiter auszubauen. Auch die Vortragsreihe wurde erweitert und die Mitglieder erhielten einen Preis bei dem Wettbewerb „Demokratisch handeln“ in Jena. Bei gemeinsamen Treffen mit Jugendräten aus Lorsch, Lampertheim und Lautertal fand ein Austausch über verschiedene Projekte statt. Zu den durchgeführten Veranstaltungen zählten unter anderem auch die Schwimmbadwoche, das Jugendforum, die erfolgreiche Eröffnung des Skate-Parks und der Band-Contest mit Teilnehmern aus dem Kölner und Stuttgarter Raum, aber auch aus Hamburg und Luxemburg.
Der Jugendrat wird sich weiterhin gerne den Herausforderungen stellen, um für Gleichaltrige etwas zu bewegen. Sigrid Samson