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Fr., 30. Oktober 2015, 10:38 Uhr
Störmer: „Ein sehr ergiebiges Gespräch“
Antrittsbesuch von Landrat Christian Engelhardt bei Bürgermeister Gottfried Störmer
Landrat Christian Engelhardt (rechts) führte mit Bürgermeister Gottfried Störmer ein Gespräch anlässlich seines offiziellen Antrittsbesuches. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Ein offizieller Antrittsbesuch im Rahmen der ersten 100 Tage - Landrat Christian Engelhardt besuchte am Mittwoch Lampertheim, die drittgrößte Stadt im Kreis Bergstraße, wie er bei einem Pressegespräch im Anschluss seine Besprechung mit Bürgermeister Gottfried Störmer betonte. „Ein sehr ergiebiges Gespräch“, nannte Gesprächspartner Störmer die fast einstündige Besprechung am Nachmittag im Stadthaus. Die beiden Behördenleiter sprachen über den Öffentlichen Personennahverkehr im Kreis Bergstraße und das „enge Korsett“, das die Finanzen hier geschnürt haben. Auch wie es mit dem S-Bahnausbau weitergeht wurde thematisiert. Allerdings war die Agenda dominiert von der Flüchtlingsfrage, machte Landrat Engelhardt deutlich, der zu dem Pressegespräch eingeladen hatte. Die Dimension habe den Landkreis in Zeitnot gebracht, Standorte für die Unterbringung von Flüchtlingen wollte Engelhardt jedoch nicht nennen. Gemeinsam mit der Stadt Lampertheim soll es vorangehen. „Eine wichtige Botschaft“ verkündete Engelhardt in Bezug auf die Größe der Unterkünfte und Betreuung: „Wir als Landkreis sind besonders kommunalfreundlich“. Jedoch müssten die Einheiten etwas größer sein, damit die Betreuung durch den Kreis nicht zu teuer werde. Bis diese auch umweltverträglichen Einrichtungen nach dem Christophorus-Modell fertig sind, werde der Kreis eine Erstunterbringung einrichten. Bürgermeister Störmer bestätigte, dass die Stadt Lampertheim „Nutznießer“ dieser Regelung war, als sie keinen Wohnraum anbieten konnte. „Die Zuweisungen erfolgten erst, nachdem Raum zur Verfügung gestellt werden konnte“. Es habe nicht plötzlich ein Bus mit Flüchtlingen vor dem Stadthaus gestanden. Der Austausch über den gegenwärtigen Sachstand umfasste auch die Abstimmung über Standortoptionen zur Bündelung der Flüchtlingsbetreuung durch den Kreis. Wegen der Größe der Kommunen kommen laut Engelhardt eher Lampertheim und Heppenheim in Frage. Mit einer Nachricht aus Viernheim wies der Landrat auf nicht planbare Faktoren hin. Im dortigen Lager seien seit einer Woche 250 Flüchtlinge untergebracht, nicht tausend wie prognostiziert worden seien. Eine zusätzliche Immobilie sei noch nicht in Betrieb. „Wir setzen aufs Ehrenamt“, sagte Engelhardt angesichts dieser „echten Herausforderung“. Denen, die sich um die Flüchtlinge kümmern, bin ich sehr dankbar“. Bürgermeister Störmer teilte mit, dass es keine stadteigenen Flächen mehr gebe. Zum Vorgehen bei Bauvorhaben hielt er fest: „Erst wenn eine Planung und konkrete Aussichten gegeben ist, könne man auf die Bevölkerung zugehen“. Zunächst müssen die Politiker informiert werden, danach werde die Bevölkerung in die Information einbezogen, bekräftigte Störmer bereits frühere Aussagen. Mit dem Bau der bereits geplanten Flüchtlingsunterkünfte werde es nicht mehr lange dauern, da der Bauantrag bereits gestellt sei. Ein weiterer Schwerpunkt beim Besuch des Landrats in Lampertheim war die Wirtschaftsförderung. Im Gespräch mit Bürgermeister Störmer ging es dabei um den Tourismus und im Besonderen um die Entwicklung der Freizeitangebote sowie um das Naturschutzgebiet Biedensand. Hier will Engelhardt „Pflöcke einschlagen“. Die Spargelwanderung solle beibehalten werden, daran bestehe gemeinsames Interesse. Im Zeitdruck war Landrat Engelhardt, da er noch Gespräche in Firmen und Einrichtungen in Lampertheim zu Themen führen wollte, bei denen der Landkreis Aufgaben zu erfüllen habe. Auch am Vortag sei er in Lampertheim gewesen, berichtete Engelhardt. Kernthema war die Zusammenarbeit mit dem Verein „Bürger und Polizei“, dessen neuer Vorsitzender Bürgermeister Störmer ist. Dinge direkt miteinander zu klären, ist Engelhardt wichtig, wobei es weniger um rechtliche Bewertungen gehe. Die Fachbereiche im Landratsamt hätten die Gespräche vorbereitet. Nach einem Treffen mit Verbandsdirektor Ralph Schlusche vom Verband Region Rhein-Neckar, der Lampertheim ebenfalls als Bindeglied und Knotenpunkt zwischen Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sieht, stellte Landrat Engelhardt abschließend fest: „Lampertheim ist ein wichtiger Ort“. Hannelore Nowacki