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Do., 21. April 2022, 15:41 Uhr
BIENENFUTTER: Kleine Samenkapseln für 50 Cent aus dem Automaten
Artenreiche Blühmischung für Wildbienen und Honigbienen
Mit 50 Cent entlockt man dem Bienenfutterautomaten eine wieder befüllbare Samenkapsel mit Samen für Bienenfutter - Pollen und Nektar einheimischer Blühpflanzen. Bei der Einweihung dabei waren Stefanie Reis vom Quartiersbüro (von links), Bürgermeisterin Barbara Schader, Ideengeberin Stefanie Ackermann und ebenfalls vom Quartiersbüro Oliver Haberer. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Ein guter Tag für Bienen war der Mittwoch, denn jetzt gibt es Bienenfutter in Form von Mehrweg-Samenkapseln aus einem ganz besonderen Automaten am Eingang des Parks der deutschen Einheit an der Nibelungenstraße Ecke Brüningstraße, direkt an der Bushaltestelle. Das Saatgut in der wiederverwendbaren Kapsel für nur 50 Cent erfreut das Auge und vor allem die verschiedenen Arten der Wildbienen und die Honigbienen, wenn es, ausgesät in der frostfreien Zeit von April bis Juni in Töpfen und Blumenkästen auf Balkon, Terrasse oder auf Beeten im Garten, die Blütenpracht entwickelt. Bis dahin braucht die artenreiche Blühmischung sechs bis acht Wochen, die Anleitung ist zusammengerollt in der Kapsel enthalten. Zur Einweihung des Bienenfutter-Automaten mit Bürgermeisterin Barbara Schader, der Ideengeberin Stefanie Ackermann sowie Oliver Haberer und Stefanie Reis vom Quartiersbüro am Beethovenplatz zeigten sich Sonne und blauer Himmel von ihrer besten, bienenfreundlichen Seite. Doch wenn die Bienen fliegen, müssen sie auch Futter finden, das sind geeignete, vor allem einheimische Blühpflanzen, die gegenüber exotischen und Gewächsen mit gefüllten Blüten ins Hintertreffen geraten sind. In Bürstadt, der Bürgerstadt mit Herz, wie Oliver Haberer ausführte, gibt es auch Bürger mit Herz für die Bienen wie Stefanie Ackermann. Sie hatte im Herbst letzten Jahres einen Antrag an den Verfügungsfonds für bürgerschaftlich orientierte Projekte im Stadtgebiet östliche Kernstadt gestellt, der vom Quartiersbüro verwaltet wird. Für insgesamt 1.000 Euro wurden ihre Blumenzwiebelaktion und der Bienenfutterautomat genehmigt. Im November brachten etwa fünf ehrenamtliche Helfer die insgesamt 2.600 Blumenzwiebeln auf dem Turnvater-Jahn-Platz und auf einer Grünfläche Im Röschen in die Erde. Mittlerweile haben die Blumen geblüht. Bei der Geschichte mit dem gelben Automaten gibt es mehrere Mitspieler im Vorfeldwie das Nachhaltigkeitsprojekt Bienenretter als Teil der Aktion „Lass deinen Ort aufblühen!“, die zusammen mit dem Dortmunder Erfinder Sebastian Everding die Initiative Bienenfutterautomaten gestartet haben. Everding arbeitet alte Kaugummiautomaten auf, sie bekommen ihr strahlendes Gelb und gemalte Bienchen und Blümchen als bunte Dekoration. Am Pfosten hängt auch die gelbe Rückgabebox für die leeren Mehrweg-Samenkapseln, denn diese werden von der Bienenretter Manufaktur wieder mit regionalen Blühmischungen befüllt. Dieses Mehrwegsystem funktioniere bisher gut. Auf der Informationstafel darüber kann man lesen, wie gesät wird. Aufgestellt wurde der Automat vom Bauhof der Stadt Bürstadt. Stefanie Ackermann wird sich dauerhaft ehrenamtlich um den Bienenfutterautomaten kümmern, die leeren Kapseln zur Wiederbefüllung weiterleiten, neue Kapseln bestellen und dafür sorgen, dass der Automat gefüllt ist. Als gelernte Gärtnerin und Landschaftsarchitektin und Imkerin mit zwei eigenen Völkern ist sie vom Fach und darüber hinaus auch bislang schon in ihrer Freizeit ehrenamtlich für die Natur im Agenda-Tisch Natur engagiert. Beim Blick auf eine durchsichtige Samenkapsel erkannte sie unter anderem die Samen von Ringelblume, Leinsamen, Flockenblume und Sonnenblume. Auch zweijährige Arten seien darunter, die blühen dann im nächsten Jahr. Die Wildbienen sind ihr großes Anliegen, die nämlich ihre heimischen Blühpflanzen vor Ort brauchen, da sie nur bis zu 300 Metern weit fliegen. Honigbienen hingegen hätten einen viel größeren Radius und flögen generell auf alle Blüten. „Herzlichen Dank, Frau Ackermann“, sagte Bürgermeisterin Schader in ihrer Begrüßungsrede.
Bürgermeisterin Barbara Schader hatte 50 Cent parat, um sich eine Samenkapsel aus dem Bienenfutterautomaten zu ziehen, der Stefanie Ackermann als Ideengeberin und Akteurin zu verdanken ist. Foto: Hannelore Nowacki
Diese kreative Ideen von Stefanie Ackermann findet sie pfiffig und grandios. Dazu passten auch die Bienenstöcke der Jung-Imker, die in Bürstadt aufgestellt sind. Stefanie Reis vom Quartiersbüro hatte zur Einweihung dekorative Holzstecker mitgebracht, die sich als Bienen und Blumen neben dem Automaten sehr schön machten und der Bürgermeisterin gut gefielen. Über eine solche Holzblume zum Bemalen war Stefanie Ackermann mit dem Quartiersbüro in Kontakt gekommen, als sie an der Frühjahrsaktion mit dem Blühstreifen am Ortsausgang Richtung Riedrode teilnahm. So entwickeln sich Beziehungen, man lernt sich kennen und beteiligt sich im Quartier mit Ideen und Projekten, erklärte Oliver Haberer. An der Holzblumenaktion hatten alle Altersgruppen teilgenommen.
Auf der Infotafel die Anleitung mit QR-Code wie es zum blühenden Bienenparadies geht. Foto: Hannelore Nowacki