Erste wenige Tage alt war das Kälbchen bei dieser Aufnahme Anfang Mai. Mittlerweile ist es prächtig gewachsen, versorgt sich aber immer noch bei der Mutter mit Frischmilch. Foto: Hannelore Nowacki
GROSS-ROHRHEIM – Schön ist es im Ried und am Rhein.Die Auen am Rhein sind vor allem grün - soweit das Auge reicht. Hohe Bäume, in denen der Wind mit dem frischen Laub spielt und die Heimat für eine munter zwitschernde und jubilierende Vogelwelt sind. Auf dem Weg zum Rhein in der Hammer-Aue und zurück nach Groß-Rohrheim reicht der Blick weit über die Rheinebene bis zum Odenwald. In der Abendsonne leuchtet das Laub, Spaziergänger und Läufer genießen den Frühling in der Coronazeit. Und dann die Überraschung – die kleine Zuchtherde vom Auerrind-Zuchtprojekt im Naturschutzgebiet hält sich am Weidezaun auf und schaut neugierig, was die Spaziergänger treiben. Wer Glück hat, konnte Anfang Mai den Nachwuchs erspähen, der am 2. Mai zur Welt gekommen war und großen Appetit mitgebracht hat. Mittlerweile hat das Kälbchen sich prächtig entwickelt und einen Namen bekommen. Doro heißt die Kleine, die auf der Weide mit der Mutter herumtollt und sich gerne mal versteckt. Es könne sein, dass man Doro auch mal einen Tag oder sogar zwei Tage nicht sieht, weiß Walter Öhlenschläger. Über eine Facebook-Umfrage, an der sich 50 Leute beteiligt hatten, kam sie zu ihrem Namen. Eine riesige Weidefläche von sechs Hektar steht der Herde zurzeit zur Verfügung. Dieses Beweidungs- und Rückzüchtungsprojekt des Förderkreises Große Pflanzenfresser im Kreis Bergstraße wird vom Heimat- und Geschichtsverein Groß-Rohrheim als Kooperationspartner unterstützt. Zu den drei Mitgliedern, die regelmäßig nach der Herde und der Weide schauen, gehört Walter Öhlenschläger, der gerne noch weitere Helfer für das Projekt begeistern möchte. Damit sich die Tiere wohlfühlen und die Natur geschützt wird, gibt es eine Menge zu tun. Erst kürzlich wurde die Herde auf die gegenüber liegende Weide umgesiedelt. Zuvor mussten Buschwerk und Gras zurückgeschnitten werden, als nächste Aufgabe sollen die Stämme der über fünfzig alten Apfelbäume mit Vlieseinhüllung gegen Verbiss geschützt werden, eine Anforderung von Hessen Forst, der staatlichen Forstbehörde. Walter Öhlenschläger und Kollegen prüfen, ob der elektrische Zaun in Ordnung ist, geben den Tieren Wasser in drei großen Wannen und schauen nach Astbruch. Ist das nicht viel Arbeit? Walter Öhlenschläger sagt: „Es macht einen Riesenspaß, vor allem wenn Leute kommen, Lob und Fragen haben – das ist die beste Entschädigung für die Arbeit“.Hannelore Nowacki