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Fr., 13. November 2020, 09:42 Uhr
Gestest wird zunächst weiter in Heppenheim / Suche nach geeignetem Standort läuft / Standort in Hofheim nicht vom Tisch
Aufatmen in Hofheim: Corona-Testzentrum kommt nun vorerst doch nicht
Das Corona-Testzentrum kommt nun – zumindest vorerst – doch nicht nach Hofheim, getestet wird weiterhin in Heppenheim. Foto: www.pixabay.com
HOFHEIM – Der geplante Umzug des COVID-Koordinierungscenters (Testcenter) der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) im Kreis Bergstraße liegt bis auf Weiteres auf Eis. Ursprünglich wollte die KVH ab kommenden Montag nicht mehr in Heppenheim, sondern in Lampertheim-Hofheim testen. Daraus wird nun erst einmal nichts. Grund sind Proteste gegen das Testcenter aus der Lampertheimer Bevölkerung und der Lokalpolitik. Getestet wird nun vorerst weiterhin in Heppenheim – die Suche nach einem neuen Standort läuft, allerdings ist auch die ehemalige Schule in Hofheim noch nicht vom Tisch: „Wir werden den Umzug von Heppenheim nach Hofheim nun erst einmal stoppen, um die Situation vor Ort gemeinsam mit den Verantwortlichen des Kreises und der Stadt zu analysieren. Dass wir nicht wie vorgesehen am 16. November 2020 in Lampertheim starten können, ist insbesondere deshalb schade, weil wir die Menschen im Kreis nun weiterhin im nicht wintertauglichen Standort in Heppenheim testen müssen. Das hätten wir den Bergsträßern mit Blick auf das herbstliche Wetter anders gewünscht“, betonte der stellvertretende Vorstandsvorsitzender der KVH, Dr. Eckhard Starke.
Noch am Mittwoch ging Bürgermeister Gottfried Störmer im Rahmen eines Magistratspressegesprächs davon aus, dass am kommenden Montag der Testbetrieb in Hofheim startet – zu einem Zeitpunkt, an dem seitens der KHV bereits zumindest angedacht war, dass Testzentrum doch zunächst nicht nach Hofheim zu verlegen. Eine Kommunikation, die zu wünschen übrig lässt.
Aus Sicht der KVH ist das zuletzt leerstehende Schulgebäude in der Wilhelm-Leuschner-Straße 7 in Hofheim, das in Absprache mit dem Kreis ausgewählt wurde, dennoch für den Betrieb als Testcenter geeignet. Demnach stünde sowohl im Gebäude ein Wartebereich wie auch ein weitgehend vor Regen geschützter Bereich vor dem Gebäude zur Verfügung. Auch die seitens der Anwohner harsch kritisierte Parkplatzsituation sei laut KVH in Ordnung. Die KVH habe demnach nicht nur in die Räumlichkeiten investiert, sondern auch ausreichend Parkplätze auf dem Schulgelände geschaffen.Dies sieht die Stadtverwaltung Lampertheim hingegen anders. „Wer die Situation und die Infrastruktur vor Ort kennt weiß, dass die Belastung ohnehin schon hoch ist. Das Testzentrum befindet sich mitten im Ort in einem zudem verkehrlich schwierigen Bereich“, hatte Bürgermeister Störmer betont. Grundsätzlich sollte ein Testzentrum seiner Ansicht nach dort sein, wo viele die gleiche Entfernung haben. „Es an den Rand des Kreises zu setzen ist eine schwierige Entfernung”, so Störmer weiter.
„Wir nehmen Kritik – soweit sie berechtigt ist – immer ernst. An dieser Stelle ist sie aber überzogen, denn wir haben mit Unterstützung des Kreises Bergstraße einen aus unserer Sicht passenden Standort gefunden. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir es niemals allen recht machen können – das geht in einer derart herausfordernden Pandemiesituation auch gar nicht. Die Diskussion über teils lange Anfahrtswege nach Lampertheim können wir daher sogar verstehen. Wir sagen aber auch: Immer meckern gilt nicht. Die Menschen und die Politik können nicht auf der einen Seite lauthals nach Testmöglichkeiten rufen, auf der anderen Seite dürfen diese dann aber nicht in der unmittelbaren Nähe sein. So geht es nicht“, so Dr. Starke. Er fordert daher alle Beteiligten auf, im Sinne der Pandemieeindämmung möglichst schnell eine gemeinsame Lösung zu finden. „Auch wenn der eine oder andere in Lampertheim dazu mit Blick auf das große Ganze ein kleines Opfer bringen muss” – dies deutet darauf hin, dass der Standort in Hofheim weiter eng in die Diskussion eingebunden ist – aber auch ein anderer Standort käme in Frage. Hierzu befinde man sich in Gesprächen, wie die Pressestelle des Kreis Bergstraße mitteilte. zg / Benjamin Kloos
Kommentar zum Corona-Testzentrum im Kreis Bergstraße von Benjamin Kloos
Durch bessere Kommunikation zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger agieren!
Es ist eine gute Nachricht für alle Hofheimer Bürgerinnen und Bürger: Das Corona-Testzentrum kommt – zunächst – nicht in die Mitte Hofheims. Dies wäre tatsächlich ein äußerst ungeeigneter Standort gewesen und es bleibt zu hoffen, dass bald ein besserer gefunden wird. Bedenklich ist in diesem Zusammenhang jedoch besonders ein Punkt: Die offensichtlich mangelnde Kommunikation zwischen dem Kreis Bergstraße und der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen auf der einen sowie der Stadt Lampertheim auf der anderen Seite. Kommunikation ist wichtig, gerade in der heutigen Zeit. Um so erstaunlicher ist es, dass die Stadtverwaltung Lampertheim im Vorfeld nicht in die ursprünglichen Pläne, das Corona-Testzentrum in der alten Schule in Hofheim zu errichten, eingeweiht war, sondern dies erst mit Bekanntgabe in der Öffentlichkeit erfuhr. Auch wenn dies ein Gebäude des Kreises ist, wäre es mehr als angebracht gewesen, die örtliche Verwaltung in Kenntnis zu setzen damit diese entsprechende Maßnahmen bezüglich des Verkehrs und dem Schutz der Menschen vor Ort treffen kann. Dies allein ist schon ein deutliches Zeichen mangelnder Kommunikation. Doch dass am Mittwoch Bürgermeister Gottfried Störmer im Rahmen eines Magistratspressegesprächs mitteilte, dass am Montag das Testzentrum in Hofheim in Betrieb genommen wird und die Stadtverwaltung die Situation vor Ort beobachte um entsprechend schnell Maßnahmen ergreifen zu können – sollten diese notwendig sein –und gleichzeitig seitens der Kassenärztlichen Vereinigung bereits intensiv ein anderer Standort gesucht wurde macht erneut die Diskrepanz deutlich. Denn zum Zeitpunkt des Pressegesprächs war offensichtlich bereits klar, dass man vom Standort Hofheim als Corona-Testzentrum abrückt – erneut ohne dies mit der Stadtverwaltung Lampertheim zu besprechen oder diese zu informieren. Dass laut Bürgermeister Störmer zudem mehrfach erfolglos versucht wurde, mit der Kassenärztlichen Vereinigung aufgrund dieser mangelnden Kommunikation in Kontakt zu treten, ist nur ein weiteres Glied in dieser Kette.
Der Kreis Bergstraße zeigte laut Bürgermeister Störmer Verständnis und habe das Problem erkannt – aber auch von dieser Seite kam bezüglich der neuen Entwicklung erneut keine Information in Richtung Stadtverwaltung. Dies muss sich grundsätzlich ändern, damit alle Beteiligten zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger agieren können – und dies nicht nur angesichts weiter hoher Corona-Infektionszahlen, sondern in allen Bereichen.