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Mo., 09. November 2015, 11:09 Uhr
Hitzige Diskussionen bei außerordentlicher Mitgliederversammlung
Aufbruch und Neuanfang bei der SG Hüttenfeld
Der neue Vorstand der SG Hüttenfeld von links: Stefan Herzer (Schriftführer), Erich Händler und Tiny Moos (beide Beisitzer), Bernd Ehret (1.Vorsitzender), Moritz Schneider (2. Vorsitzender), Uwe Wolf (Beisitzer), Gwen Steier (Rechner). Foto: Ehret
HÜTTENFELD - Mit Bernd Ehret und einem fast komplett erneuerten Vorstand will die SG Hüttenfeld in die Zukunft schauen und die in Turbulenzen geratene SGH wieder in ruhiges Fahrwasser führen. Zuvor gab es allerdings eine hitzige außerordentliche Mitgliederversammlung, die auf großes Interesse stieß. Da die SGH derzeit ohne ersten Vorsitzenden ist, konnte der alte und neue zweite Vorsitzende Moritz Schneider 90 Mitglieder im überfüllten Vereinsheim am Hegwald begrüßen – unter ihnen auch den Ortsvorsteher Karl-Heinz Berg und sein Vorgänger Walter Schmitt. Zunächst wurde Helmut Günther von der Versammlung zum Wahl- und Sitzungsleiter bestimmt, Volker Berg übernahm die Aufgabe des Sitzungsprotokollanten. Moritz Schneider streifte in seinem Bericht kurz die Kerwe, die von wenigen Helfern bei der SGH gestemmt werden konnte, künftig aber mehr Unterstützung seitens der Mitglieder nötig macht. Schneider erläuterte dann, dass unterschiedliche Auffassungen innerhalb des Vorstandes, wie man die massiven Probleme im Verein - insbesondere mit dem Finanzamt - lösen könne, schließlich dazu führten, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Es war für die Anwesenden schon an den versteinerten Minen von Schriftführerin Tiny Moos, Moritz Schneider und Rechnerin Heidi Koch ersichtlich, dass hier Spannungen innerhalb des Vorstandes vorhanden sind. Die Beisitzer Werner Gleißner, Gerhard Rhein und Gwen Steier saßen erst gar nicht mit am Tisch. Schneider räumte weiterhin ein, dass aus den Jahren 2011 bis 2013 Forderungen des Finanzamtes im Raum stehen, die den Verein „empfindlich treffen“. Diese resultieren aus den mangelhaften Berechnungen der Umsätze des Vereinslokales und Veranstaltungen des Vereines. Man habe innerhalb des Vorstandes ein Gremium gebildet und einen Steuerberater beauftragt, diese Missstände aufzuklären. Ein Terminaufschub konnte bereits mit dem Finanzamt vereinbart werden.
Die Rechnerin Heidi Koch holte dann zum Rundumschlag aus. Sie habe das Amt im Jahre 2013 in dem Glauben angenommen, einen gut funktionierenden Verein anzutreffen. Dem sei ihrer Meinung nach nicht so. Sie sprach von „dunklen Mächten“ im Verein, von „schwarzen Kassen“ und „Misswirtschaft“ im Vereinsheim und in der Fußballabteilung. Sie sprach von fehlenden und mangelhaften Belegen. Als sie in Sitzungen die Missstände angesprochen hätte, sei sie teilweise beschimpft und beleidigt worden. Auch dass einige aktive Fußballer keine Beiträge zahlen, sprich keine Mitglieder sind, sei Ursache für die finanzielle Misslage des Vereines. Ob dem tatsächlich so ist, konnte den Mitgliedern auch auf Nachfragen nicht eindeutig plausibel gemacht werden. Beweise fehlten. Die von Koch angesprochenen Personen äußerten sich nicht und konnten so auch nichts zur Aufklärung beitragen. Unstrittig aber sei, und da waren sich alle Seiten einig, dass Einiges nicht richtig gelaufen sei im Verein. Das müsse geklärt werden und künftig dürfen solche Ungereimtheiten nicht mehr passieren. Dies könne jedoch nur unter einer neuen Führung geschehen. Bernd Ehret, der in den letzten Monaten schon die Leitung der Fußballabteilung von Gerhard Rhein übernommen hatte, erklärte sich bereit, als erster Vorsitzender mit einem neuen Team diese Aufgabe anzugehen, die mit Sicherheit keine leichte wird. So verlief die Neuwahl, nachdem der alte Vorstand einstimmig abgewählt wurde, erstaunlicherweise recht schnell und unkompliziert. Bernd Ehret (im Übrigen Vater der amtierenden Spargelkönigin Elena I.) wurde bei zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen zum ersten Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter bleibt Moritz Schneider (eine Gegenstimme, acht Enthaltungen). Da Heidi Koch nicht mehr als Kassiererin antreten wollte, wurde Gwen Steier zum neuen Rechner gewählt. Einstimmig wurde Stefan Herzer zum Schriftführer bestimmt. Neue Beisitzer sind Tiny Moos, Erich Händler und Uwe Wolf. Somit sind, außer den Schützen, alle Abteilungen im Vorstand vertreten.
Ehret schwörte dann die Mitglieder darauf ein, die Zukunft gemeinsam anzugehen, auch wenn der Weg schwierig wird. Sportlich sei der Verein mit seinen Abteilungen Fußball, Volleyball, Schießen und Tischtennis gerade auch in der Nachwuchsarbeit gut aufgestellt. Die verwaltungstechnischen und die Probleme mit dem Finanzamt seien nun mit Nachdruck und schonungslos anzugehen. Die Mitglieder sind zuversichtlich. ehr