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Di., 03. März 2020, 06:37 Uhr
Ausstellungseröffnung über die Geschichte des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold in der Weimarer Republik auf Initiative der SPD Lampertheim im Schillercafé
Ausstellung „Für Freiheit und Republik“ als Belebung des Schillercafés
Ausstellungseröffnung durch Florian Kern, Landesvorsitzender des Reichsbanners (l.) gemeinsam mit Marius Schmidt (SPD-Vorsitzender) und Karsten Krug, Kreisbeigeordneter (r.). Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM – „Für Freiheit und Republik“ lautet der Name der aktuellen Ausstellung im Lampertheimer Schillercafé, die am Samstag durch den Landesvorsitzenden des Reichsbanners, Florian Kern aus Zwingenberg, offiziell eröffnet wurde. Initiator der Ausstellung, die noch 14 Tage lang geöffnet sein wird, ist die Lampertheimer SPD; federführend der Fraktionsvorsitzende Marius Schmidt, der gemeinsam mit zahlreichen SPD-Mitgliedern anwesend war. Auch Kreisbeigeordneter Karsten Krug wohnte der offiziellen Eröffnung bei.
„Mit dieser Ausstellung möchten wir nicht nur den Wochenmarkt ergänzen, sondern auch das Schillercafè beleben“, merkte Schmidt in seiner Eröffnungsrede an. Die Ausstellung wird auch Bestandteil der diesjährigen Märzfeier der SPD am 15. März um 15 Uhr sein. Kuchenverkauf fand an einem Stand vor dem Café in Verbindung mit dem Wochenmarkt statt.
Florian Kern erklärte kurz die Entstehung und Ziele des Reichsbanners, der während der Weimarer Republik ein politischer Wehrverband war zum Schutz der demokratischen Republik, und der in veränderter Form bis heute besteht. Der Verband wurde 1924 in Magdeburg als überparteiliches Bündnis von der SPD, der liberalen Deutschen Demokratischen Partei und der katholischen Zentrumspartei gegründet. Mit diesem demonstrativen Schulterschluss reagierten die Demokraten auf die zahlreichen Morde sowie die links- und rechtsextremistischen Putschversuche in den Anfangsjahren der Weimarer Republik. Schnell entwickelte sich das Reichsbanner zu einer Massenorganisation mit mehr als drei Millionen Mitgliedern. Ab 1931 kämpften Reichsbanner, SPD und Gewerkschaften unter anderem in der Eisernen Front gemeinsam gegen die Nationalsozialisten. Nach deren Machtergreifung 1933 wurde das Reichsbanner verboten. 1953 wurde der Verband erneut gegründet, ohne den Status der einstigen Massenorganisation zu erreichen, und erhielt 1968 seinen heutigen Namen „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten“. Es ist ein überparteiliches, in der Praxis von Sozialdemokraten dominiertes Bündnis, das sich der politisch-historischen Bildungs- und Erinnerungsarbeit sowie der demokratischen Traditionspflege widmet. Ziel ist es, die freiheitlich demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland zu bewahren und zu stärken. Der Verein kooperiert mit verschiedenen öffentlichen und gemeinnützigen Institutionen, wie der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin, der Bundeszentrale für politische Bildung oder der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Ob in Ausstellungen, Seminaren oder bei dem Besuch von Gedenkveranstaltungen; stets steht die Vermittlung staatsbürgerlicher Bildung und Werte besonders an junge Menschen im Mittelpunkt. Damit soll das Bewusstsein gestärkt werden, dass Demokratie, Freiheit, Wohlstand und sozialer Friede auch heute täglich neu erstritten werden müssen.
Kern betonte besonders, dass das Reichsbanner nicht für Nationalismus stehe. „Wir müssen viel erklären, um Vorurteile abzubauen“, teilte er mit. Besonderes Augenmerk lege man dabei auf die Aufklärungs- und Bildungsarbeit mit Jugendlichen.
„Die Arbeit für die Demokratie darf nicht in Vergessenheit geraten“, so Schmidt. Die Erinnerung an das Reichsbanner sei außerordentlich wichtig und passe gut in das Bild und die aktuelle Zeit.
Krug bedankte sich bei den SPD-Mitgliedern für die gute Idee und das tolle Engagement. „Das Bündnis für Demokratie ist nahezu einzigartig im Kreis und die Ausstellung passt in die aktuelle Zeitgeschichte“, teilte er mit. Es sei wichtig, die Bürger mitzunehmen, damit sie sich nicht von der Demokratie verabschieden. Er richtete seinen Dank an alle Mitwirkenden.
„Wir hoffen, dass diese Aktion Schule macht“ merkte Schmidt an, denn das Schillercafé kann als Bühne für Vereine oder Organisationen genutzt werden, damit weiteres Leben in das Café einziehen kann. Schmidt hofft in diesem Zusammenhang auf zahlreiche Nachahmer.
Interessierte sind willkommen, die Ausstellung in den kommenden 14 Tagen zu besuchen. Sigrid Samson