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Mo., 20. September 2021, 17:28 Uhr
KULTURPREIS: Friedrich Hackstein und das Projekt „30 minutes for culture” von cultur communal werden ausgezeichnet
Auszeichnung für besonderen Einsatz für Künstlerinnen und Künstler
Der Kulturpreis 2021 der Stadt Lampertheim geht an zwei Preisträger: Friedrich Hackstein (2.v.r.) und sein Lebenswerk der Kulturkneipe London Pub und dann das Projekt „30 minutes for culture” von cultur communal, vertreten durch Rolf Hecher (2.v.l.). Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Der Kulturpreis 2021 geht an gleich zwei Preisträger – dies gaben der Vorsitzende der Kulturkommission, Gottlieb Ohl, Bürgermeister Gottfried Störmer und der Erste Stadtrat Marius Schmidt am Montag im Alten Rathaus bekannt. Preisträger sind die Kulturkneipe „London Pub” mit ihrem Betreiber Friedrich „Hacki” Hackstein und das Projekt „30 minutes for culture” von cultur communal.
Im Ambiente des historischen Sitzungssaales betonte Bürgermeister Störmer, dass die Kultur als auch der Kulturpreis ein wichtiges Thema für Lampertheim seien. Der Erste Stadtrat Marius Schmidt ergänzte, dass 2021 alles etwas anders sei: „Wir haben zwei Preisträger. Einmal Friedrich Hackstein, der eine Kulturkneipe in besonderer Form und dort eine wichtige Grundlage für viele Künstlerinnen und Künstler geschaffen hat. Und dann das Projekt ‚30 minutes of culture‘ von cultur communal. Hierbei sind zahlreiche Videos entstanden, von Künstlerinnen und Künstlern, denen hier finanziell und digital eine Bühne gegeben wurde. Mit dem Preis ehren wir auch insbesondere diese beteiligten Künstlerinnen und Künstler. Das Preisgeld von insgesamt 2.000 Euro geht in diesem Jahr nicht direkt an den Gewinner des Kulturpreises, sondern fließt in den Kulturfonds, um auch zukünftig Kunstschaffenden und Musikern eine Unterstützung bieten zu können.”
Gottlieb Ohl ging näher auf die beiden Preisträger ein. „Friedrich Hackstein wird für das kulturelle Lebenswerk in Form der Trophäe geehrt.” Mehr als 100 Ausstellungen in Lokal und im Garten habe er organisiert, viele Kabarettisten, Musiker, Schauspieler und andere Kulturtreibende hätten den Weg hierhergefunden. Mit den vielfältigen, qualitativ hochwertigen Veranstaltungen begeisterte Friedrich Hackstein nicht nur Lampertheimer, sondern Menschen aus der gesamten Region. Im Juni verkündete er, das nach 60 Berufs- und 74 Lebensjahren genug sei – das London Pub ist seit dem 1. Juli geschlossen. Aber nicht so ganz, den auch zukünftig wird es hier einige Veranstaltungen geben.
„Hacki” selbst freute sich sehr über die Auszeichnung. „Jemand kam zu mir und sagte: Jetzt fährst Du die Ernte ein. Mit viel Arbeit und Herzblut habe ich die Veranstaltungen organisiert, Nachwuchskünstler gefördert und ihnen Auftrittsmöglichkeiten gegeben. Die familiäre Atmosphäre hat Künstler immer wieder begeistert und trotz des kleinen Raums waren Licht und Ton immer professionell. Das Lokal habe ich geschlossen, aber es wird weitere Veranstaltungen geben, denn ich kann die Füße nicht stillhalten.”
Ehrung für besonderes Projekt
„Bei ‚Thirty minutes for culture‘ von cultur communal habe ich als Vorsitzender der Kulturkommission den Antrag eingebracht, denn dieses Projekt hat mich sehr fasziniert. Es ist eine fantastische Sache, auch für Lampertheim als Marke! Es gab daher in der Kommission keine Bedenken, diesmal ein Projekt und keine Person auszuzeichnen, zumal alle Kriterien erfüllt wurden. Dieses Projekt ist ein würdiger Preisträger”, so Gottlieb Ohl. Im Oktober 2020 startet das Videoprojekt „30 minutes for culture” – zunächst um Künstler im Coronalockdown finanziell und ideell zu unterstützen und ihnen zumindest im digitalen Bereich eine Auftrittsmöglichkeit zu bieten. Das Video, das professionell aufgenommen wurde, wurde zudem bei YouTube eingestellt. Am 3. Dezember 2020 ging das erste Video online, der Rest ist eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte: Es wurden insgesamt 51 Videos mit circa 1.500 Filmminuten in großer stilistischer Bandbreite produziert. Der jüngste der insgesamt circa 150 Künstler war 14, der älteste 85 Jahre alt. Auch beim Publikum kam das Projekt sehr gut an, wie mehr als 36.000 Aufrufe belegen.
Sobald es die Corona-Regeln zulassen, soll es auch eine offizielle Preisverleihung geben – dann auch an den Preisträger des letzten Jahres, die Volksbühne. Benjamin Kloos