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Mo., 26. Oktober 2015, 22:53 Uhr
„Candlelight und Liebestöter“ – sehr unterhaltsam dieser ganz normale Wahnsinn
Bärle und Mausispatzi - ein urkomisches, sympathisches Paar
Was ist Romantik? Sie will mit ihm ausgerechnet jetzt den Sonnenuntergang genießen. Dabei geht die Sonne morgen doch auch wieder unter. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Die gute Nachricht zuerst: Nachdem die ersten vier Vorstellungen schnell ausverkauft waren, gibt es noch Karten für die zwei zusätzlichen Termine am 8. und 9. Januar. Die schlechte Nachricht: Wer das neue Programm des Schlappschnuut-Theaters mit Ulrike Lotterhoss und Peter Gutschalk, aus welchen Gründen auch immer, nicht erlebt hat, muss mit zwei Gute-Laune-Stunden weniger im Leben auskommen. „Candlelight und Liebestöter“ ist der Programmtitel, ein Mundartstück, dem die beiden Schauspieler echtes Leben mitgeben, das auch von der ausdrucksstarken, bisweilen bizarren Mimik des Peter Gutschalk lebt. Peter Bischof bereitete das Publikum in mundartlich-humorvoller Einführung auf das kommende Geschehen vor. Die lustvolle Darstellung des ganz normalen Wahnsinns eines gemütlichen Samstagabends war bei der Premiere am Freitag spürbar und eine Frage stellt sich: Haben die beiden hier und da Mäuschen gespielt, zugehört und geschaut, was Paare in gemeinsamen Stunden zu Hause umtreibt? Im voll besetzten Alten Kino reihten sich die Lacherfolge aneinander, das Publikum kam erst in der halbstündigen Pause zur Ruhe. Nicht schlüpfrige Details und Witze bestimmten den Bühnendialog, die Treffsicherheit ergab sich durch Pointen, die so genial wie normal waren. Überraschende Effekte machten aus dem Bühnenstück eine Bühnenshow. Die Geschichte könnte sich überall auf einer Terrasse abspielen, sofern man von dort den Sonnenuntergang sehen kann. Ein gemütlicher Samstagabend stand dem Ehepaar bevor, mit einem besonders romantischen Sonnenuntergang. Der Junior bei einer Party, der Sekt müsste eigentlich im Kühlschrank stehen und durchgefegt hatte die Dame des Hauses auch schon. Nur die Kehrschaufel musste der Gatte noch holen. Aber wo findet er sie? Keine leichte Aufgabe, wie das Müllwegbringen. Wenigstens klappt es bei ihm mit dem Klapptisch und dem Aufstellen der weißen Gartenstühle. Sie freut sich auf den Sonnenuntergang zu zweit, er fiebert mit einem Glas Bier in der Hand dem Länderspiel entgegen.
Vergnügliche Stunden waren im Alten Kino bei der Premiere des Programms „Candlelight und Liebestöter“ angesagt. Foto: Hannelore Nowacki
Alle Nachbarn sind ebenfalls im Fußballfieber und am Montag sind auch im Büro die eigenen Kommentare gefragt. Ein Dilemma, das Bärle und Mausispatzi vor den Augen der Zuschauer zu bewältigen haben. Dabei sind sie ab und zu mit ihrem Publikum alleine, Auge in Auge, um die Problematik und Gedanken zu besprechen, mal sie mal er. Publikum und Darsteller verstehen sich, man weiß um die Themen, die zu Hause oder bei den Nachbarn vielleicht weniger lustig sind. Spätestens als der Sekt in den Gläsern leuchtet und die Kerzen brennen, scheint die Welt der beiden wieder in Ordnung sein. Doch dann kommt noch der Schluss. Das Stück von Sabine Misiorny und Tom Müller haben Manuela Platz und die vor vier Wochen verstorbene Edeltraud Müller ins pulsierende Kurpfälzische übertragen, die Schauspieler Ulrike Lotterhoss und Peter Gutschalk machten daraus ihre moderne kabarettistische Komödie. Um die Technik kümmert sich Horst Lotterhoss, für die Organisation ist Manuela Platz zuständig. Den Vorverkauf für die zusätzlichen Vorstellungen am 8. und 9. Januar, jeweils um 20 Uhr im Alten Kino, übernimmt wie gewohnt der Kiosk Weidenauer am Nibelungenplatz in Lampertheim. Hannelore Nowacki