Weitere Verzögerung bei Pilotversuch im Altrhein wegen Kriegsaltlasten möglich / Algen: Noch kein Badeverbot in Sicht
Baggerarbeiten auf Eis – Algen im Anmarsch?
Die Altrhein-Idylle im Sommer trügt. Mit steigenden Temperaturen steigt auch die Gefahr einer massenhaften Algenvermehrung. Archivfoto: Steffen Heumann
LAMPERTHEIM – Nachdem der Pilotversuch zum Ausbaggern des Altrheins im November wegen zu hohen Wasserstandes verschoben worden war, gibt es jetzt eine weitere Verzögerung. Vor den Baggerarbeiten muss der Altrhein auf Altlasten (Munition, Granaten, Bomben) aus dem zweiten Weltkrieg untersucht werden. Ursprünglich sollte mit den Arbeiten nach der Brut- und Setzzeit, Anfang Juli, begonnen werden. Jetzt fordert das Regierungspräsidium allerdings eine Unbedenklichkeitserklärung, ehe die Maßnahmen starten können. Die könnte vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Mannheim demnächst folgen, da bei vorangegangen Baggerarbeiten in diesem Gebiet keine brisanten Entdeckungen gemacht worden sein sollen.
Ob in diesem Jahr wieder ein Badeverbot im Altrhein ausgesprochen werden muss, hängt u.a. von den Wassertemperaturen, der Fülle an Nährstoffen und dem Nitratgehalt darin ab. Erst, wenn durch Überprüfungen der Wasserqualität durch das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie in Wiesbaden (HLuG) ein erhöhter Wert an Cyanobakterien, besser als Blaualgen bekannt, vorliegt, könnte die Verwaltung ein Badeverbot aussprechen. So wurde etwa für den Neuhofener Altrhein im Rhein-Pfalz-Kreis aufgrund der Blaualgen-Belastung das Baden in diesem Jahr untersagt. Bislang habe es für den Lampertheimer Altrhein von Seiten der Unteren Wasserbehörde noch keine Hinweise auf eine mögliche Algengefahr gegeben, so Bürgermeister Gottfried Störmer auf TIP-Nachfrage.