Groß-Rohrheimer Asylkreis veranstaltete zum dritten Mal ein Fest der Begegnung mit den Asylanten im Pfarrsaal der katholischen Kirche / „Teestube“ geplant ab 2. Juni
Barrieren abbauen durch Kennenlernen
Auch das dritte 'Fest der Begegnung' fand guten Anklang bei der Bevölkerung und den Asylanten in Groß-Rohrheim. Foto: Sigrid Samson
GROSS-ROHRHEIM - Kennenlernen baut Vorurteile und Schranken ab. Aus diesem Grund veranstaltete der Groß-Rohrheimer Asylkreis am Donnerstag bereits zum dritten Mal im Pfarrsaal der katholischen Kirche ein Fest der Begegnung, zu dem Asylanten und interessierte Mitbürger recht herzlich eingeladen waren. Zum letzten Fest im vergangenen Oktober waren erfreulicherweise etwa 100 Menschen der Einladung gefolgt – Flüchtlinge und Mitbürger, die gegenseitig vom Erfahrungsaustausch profitierten. Ursula Schmitt, Pfarrgemeinderatsvorsitzende und Mitglied des Asylkreises, teilte mit, dass die etwa 30 Groß-Rohrheimer Asylanten eingeladen waren, aber auch Flüchtlinge aus Biblis aus vielen verschiedenen Ländern. Im Vordergrund stand vor allem die Kommunikation mit den Asylanten. Mit „Salam“, dem arabischen Wort für Frieden, begrüßte Wolfgang Lulay von der katholischen Kirche die Anwesenden. Er erinnerte kurz an den jungen Asylanten aus Groß-Rohrheim, der im vergangenen Jahr durch einen tragischen Zugunglück in Bürstadt um's Leben kam. Fotos von ihm waren an den Wänden aufgehängt, um ihm gemeinsam zu gedenken. Der anerkannte Asylant Ali Reza richtete ebenfalls ein paar Worte an die Gäste. Neun Jahre lang lebte der gebürtige Iraner auch bereits in Japan, bevor er vor 25 Monaten nach Deutschland kam, wo er auch bleiben möchte – mittlerweile spricht er bereits sehr gut die deutsche Sprache. Hasna Di Felice aus Marokko spricht mehrere Sprachen und wandte sich ebenfalls an die anwesenden Flüchtlinge in arabisch. Sie ist ebenfalls im Asylkreis tätig und leistet dort ihre Unterstützung, beispielsweise wenn es um sprachliche Angelegenheiten geht, sei es in englisch, französisch, arabisch oder deutsch.
Eine „Teestube“ wird künftig ab 2. Juni regelmäßig im evangelischen Jugendhaus in der Speyrer Straße stattfinden – geplant ist die regelmäßige Durchführung des gemütlichen Beisammenseins an jedem ersten Donnerstag im Monat. Bei Kaffee, Tee und Kuchen können Fragen beantwortet oder beispielsweise Briefe übersetzt werden, je nach Bedarf. „Mitzubringen ist lediglich gute Laune“, erklärte Jutta Menges von der evangelischen Kirche. Schmitt hofft auch darauf, dass künftig mehr Wohnungen von Privatpersonen an Asylanten vermietet werden, da viele von ihnen mittlerweile auch bereits in Arbeit sind. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt, denn die Gäste brachten vielfältige Speisen für das Buffet mit, während die katholische Kirche die Getränke spendete. Gitarrenmusik begleitete das gemütliche Treffen und gute Gespräche wurden geführt. Die Beteiligten freuen sich auf weitere Zusammenkünfte. Sigrid Samson