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Fr., 10. Juni 2016, 08:21 Uhr
Aufsichtsrat einstimmig wiedergewählt – einstimmig für 3 Prozent Dividende
Baugenossenschaft Lampertheim stark in Neubau und Modernisierung
Die Leitungsorgane der Baugenossenschaft Lampertheim im Bild: Der Vorstand mit Erich Schollmeier (links), Geschäftsführerin Isabella Pintac und Fritz Götz (2. von rechts). Der Aufsichtsrat mit dem Vorsitzenden Erich Maier (2. von links), Heinz Staab (im roten Hemd) und Walter Konrad (rechts). Beruflich bedingt fehlten vom Aufsichtsrat Peter Liermann, Jürgen Brenner und Helmut Gärtner. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Die Erfolgsgeschichte der Baugenossenschaft Lampertheim (BGLA) setzte sich auch im Geschäftsjahr 2015 fort. Vorstand und Aufsichtsrat zogen in ihren Berichten zur ordentlichen Mitgliederversammlung am Donnerstag im Gasthaus „Zur Krone“ eine durchweg positive Bilanz. Geschäftsführerin Isabella Pintac bezeichnete in ihrem Bericht des Vorstandes die Bewirtschaftung des eigenen Wohnungsbestandes als Hauptaufgabe der BGLA. Eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung ihrer Mitglieder sei sicherzustellen. Neubau und Sanierung von zwei großen Objekten waren die Schwerpunkte der Tätigkeit im Jahr 2015. In der Martin-Luther-Straße 17 entstanden elf seniorengerechte Wohnungen. Umfangreich saniert wurde im Bereich Wasser- und Heizungsleitungen, kombiniert mit weiteren Arbeiten in Bädern, Küchen und Fluren in der Planckstraße in 24 Wohnungen und in der Industriestraße in 16 Wohnungen – jeweils im bewohnten Zustand. Zahlreiche kleinere Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen fielen zusätzlich an, darunter auch Arbeiten an Spielplätzen. Energetisch saniert wurden bis auf zwei Objekte bereits alle vor 1985 von der Baugenossenschaft erbauten Wohnungen. Pintac wies auf erhebliche Mittel hin, die in die ehemals städtischen Wohnungen investiert wurden. Werden auf Wunsch von Mietern Bäder renoviert, führte dies zu einer Mietsteigerung. 3,1 Millionen Euro investierte die Baugenossenschaft in den Bestand, in den Neubau 1,5 Millionen Euro. Für 2016 plant die Baugenossenschaft insgesamt 1,8 Millionen Euro für die Instandhaltung ein. „Eine immense Summe“, wie Pintac betonte. Das Vermögen besteht zu 99,3 Prozent aus Sachanlagen. Sorge bereite er Anstieg der Mietschulden in Höhe von etwa 88.000 Euro, der auch die Verwaltung belaste. Bei Rückstand von drei Monatsmieten werde gekündigt, so dass die betreffenden Schuldner in der Regel schon ausgezogen seien. „Niemand wohnt bei uns kostenlos“, erklärte Pintac auf Nachfrage eines Mitglieds. Für diese Mietschulden habe die Genossenschaft Rechtstitel erwirkt, die dreißig Jahre gelten. Wo gibt es noch hohe Verzinsung? Mit zuletzt drei Prozent bei der BGLA habe eine große deutschlandweite Nachfrage eingesetzt. „Wir wollen Mitglieder fördern, nicht Investoren“, stellte Pintac klar. Daher sei eine Obergrenze eingeführt worden. Mit einer Kaltnettomiete von 4,78 Euro pro Quadratmeter im Monat im Durchschnitt aller 741 Wohnungen sei die Rentabilität gegeben und ein Jahresüberschuss von rund 73.000 Euro erwirtschaftet worden. Die Genossenschaft hatte am Stichtag 31. Dezember 2015 mit 1.042 Mitgliedern und 9.864 Anteilen drei Mitglieder und 651 Anteile mehr als zum Stichtag ein Jahr zuvor. Auch 2016 wird nicht mit Wohnungsleerständen gerechnet, allerdings mit einem negativen Jahresergebnis. Finanzielle Risiken seien hingegen nicht erkennbar. Pintacs Bericht für den Vorstand fand Aufsichtsratsvorsitzender Erich Maier „beeindruckend“. Maier berichtete für den Aufsichtsrat, der sich im Geschäftsjahr 2015 gemeinsam mit dem Vorstand zu fünf Sitzungen traf. Die Prüfung des Jahresabschlusses 2015 habe keine Beanstandungen ergeben. Der Mitgliederversammlung empfahl Maier, den Jahresabschluss in der vorliegenden Form sowie die vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinns zu beschließen. Mit der Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2014 war Fritz-Ludwig Schmidt aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Als Nachfolger wurde vor einem Jahr Walter Konrad von der Mitgliederversammlung gewählt. In diesem Jahr endete satzungsgemäß die Amtszeit von Peter Liermann und Heinz Staab. Beide wurden von der Mitgliederversammlung einstimmig wiedergewählt. Gegenkandidaten gab es nicht. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Liermann hatte seine Bereitschaft vorab schriftlich erklärt, da er, wie zwei weitere Aufsichtsratsmitglieder, beruflich verhindert war. Einstimmigkeit herrschte auch bei der Abstimmung über den Vorschlag des Vorstandes, für 2015 eine dreiprozentige Dividende auszuschütten. Der Aufsichtsrat und zwei Mitglieder des dreiköpfigen Vorstandes arbeiten ehrenamtlich für die Baugenossenschaft. Eine Feststellung, die dem Aufsichtsratsvorsitzenden Erich Maier wichtig war, was er ausdrücklich betonte, um kursierende Missverständnisse auszuräumen. Hannelore Nowacki