Mo., 19. Mai 2014, 14:51 Uhr
Homepage und Erdbebenkatalog des Hessisches Landesamtes für Umwelt und Geologie informiert über seismische Aktivitäten
„Beben dieser Stärke treten gelegentlich auf”
SÜDHESSEN – Das zweite Beben in kurzen Zeitabständen in Südhessen hat teils für erhebliche Schäden an Gebäuden gesorgt. Personenschäden waren in Folge der Erschütterungen nicht zu vermelden. Bei Polizei und Feuerwehr sind am Samstagabend, wie bereits im März, nach den Erschütterungen zahlreiche Anrufe eingegangen. Jetzt fragen sich besorgte Bürger, ob weiterhin mit Erdbeben der Stärken 3,6 bis 4,4 in der Region gerechnet werden muss.
„Beben dieser Stärke treten gelegentlich auf. Sie sind hauptsächlich auf die geologische Struktur des Oberrheingrabens zurückzuführen”, wird auf der Internetpräsenz des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG). Demnach werden die Erdbebenaktivitäten in Hessen werden mit seismischen Stationen des Hessischen Erdbebendienstes (HED) am HLUG überwacht. Neben der Erdbebenstation auf dem Kleinen Feldberg/Ts. gibt es aktuell 12 Stationen im hessischen Teil des Oberrheingrabens. Die Erdbebenaktivität in Hessen konzentriert sich vor allem auf Südhessen, wo zahlreiche schwache Erdbeben unterhalb der Fühlbarkeitsschwelle registriert werden. Daneben erinnern aber auch immer wieder schwach fühlbare Beben daran, dass Oberrheingraben und Taunus tektonisch noch nicht völlig zur Ruhe gekommen sind.
Die seismische Aktivität im Oberrheingraben ist nicht auf die Grabenrandstörungen beschränkt, sondern füllt den gesamten Graben aus, so das Hessische Landesamtes. Herausragend war in dieser Region, von Groß Gerau bis in den Odenwald der sogenannte Erdbebenschwarm von Groß-Gerau von 1869 bis 1871, als etwa 2000, meist schwache, Erdstöße beobachtet wurden. Im Taunus, mit einer Betonung auf dem Südrand und entlang des Mittelrheintals, wird eine weitere Erdbebenhäufung festgestellt. Eine Verteilung der Erdbeben in Hessen ist im Umweltatlas registriert („Geologie und Boden”).
Die Erstellung des hessischen Erdbebenkataloges gibt einen Überblick über die seismischen Aktivitäten in und um Hessen seit dem Jahr 858. Da sich Erdbeben nicht an Landesgrenzen halten, werden die Beben in Hessen und im Umkreis von 50 km außerhalb der Landesgrenze betrachtet. Alle Wahrnehmungen von Erdbeben sind wichtig und sollen erfasst und wissenschaftlich ausgewertet werden. Diese Daten werden vom Hessischen Erdbebendienst zur Herstellung der Karte über die Auswirkungen eines Erdbebens (makroseismische Karten) benutzt. Unter www.hlug.de/start/geologie/erdbeben/befragung-und-kontakt.html können Bürger ihre Erfahrungen mitteilen, die dann vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie ausgewertet werden. Weitere Informationen sind unter www.hlug.de zu erfahren.
Steffen Heumann
INFO: Schäden, die Eigenheimbesitzern durch Erdbeben entstehen, sind oft im Rahmen einer Hausrat- oder einer Wohngebäudeversicherung abgedeckt, sofern eine Elementarversicherung im Versicherungspaket enthalten ist.