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  • Di., 19. September 2017, 11:31 Uhr
    Das VII. Internationale Erzählfest gastierte in der Schillerschule

    Begeisterte Kinder und Eltern gingen auf Trommelreise nach Afrika

    Spannende Geschichten aus der Weisheit Afrikas hörten die Kinder und Erwachsenen während ihrer Trommelreise mit Geschichtenerzähler Markus Hoffmeister. Foto: Hannelore Nowacki

    BÜRSTADT – „Funghe alafia“ sangen die Kinder in der Turnhalle der Schillerschule ganz spontan mit, so als hätten sie das Lied schon lange gekannt. „Das kennt in Afrika jedes Kind, in Afrika singen das alle mit“, rief Markus Hoffmeister seinem Publikum zu, der in seinen Trommelgeschichten die Weisheit Afrikas mehrsprachig zum Ausdruck brachte. Ashanti, wie es in Westafrika gesprochen wird, und Suaheli, wie die Menschen in Ostafrika sprechen, kamen den Mitreisenden flüssig über die Lippen. Auch die Erwachsenen, die am Nachmittag gemeinsam mit den Schulkindern, Geschwisterkindern und Kindergartenkindern zur „all inclusive“-Trommelreise gekommen waren, machten begeistert mit. Im Rhythmus der Musik klatschten alle in die Hände, während Geschichtenerzähler Hoffmeister sanfte Klänge am Xylofon anschlug. „Mögen die Gedanken uns Frieden schenken“ übersetzte Hoffmeister den Liedtext. Diese Trommelreise in die Weiten und Weisheit Afrikas dauerte etwa eine Stunde, in der alle Teilnehmer ihre eigene Trommel zur Verfügung hatten, aber auch im Rhythmus der Musik in Bewegung kamen und die Tiere aus Savanne und Busch mit Händen und Füßen nachahmten, so wie Hoffmeister es eindrucksvoll vorführte. In der Hitze Afrikas sind die Flüsse und Bäche ausgetrocknet, die Elefanten ziehen durch die Savanne auf der Suche nach einem Wasserloch, das sie schließlich auch finden. „Fühlt eure Stirn“, regte Hoffmeister an – ja, wirklich, es war heiß. Hoffmeister erzählt: Die Sonne geht auf, glutrot. Hebt eure Hand, klopft dem Nachbarn auf die Schulter und sagt „Sali bonani“ – „schön, dass du da bist‘“. Es ist heiß in Afrika, immer schneller wird getrommelt, bis auch das Nashorn am Wasserloch ist. Tembo, der Elefant, kommt trompetend aus dem Busch– Hoffmeister bekommt die Tonlage perfekt hin. Die Schildkröte beauftragt Tembo das Wasserloch zu bewachen, denn niemand sonst soll daraus trinken. Der Reisewortschatz erweiterte sich zusehends und Hoffmeister sorgte ganz nebenbei mit witzigen Einfällen für gelassene Heiterkeit. Ein kleiner frecher Affe behauptete: „Awia bo nippa – die Sonne scheint doch für uns alle“. Und auch das Wasser ist für alle da. Alle sind singend in Bewegung, stehen auf und setzen sich hin: „Simama kaa“. Am Ende machten die Tiere dem Elefanten auch klar: „Die Früchte der Erde sind für alle da“. Stapf, stapf machten die Füße. Als die Trommelreise sich dem Ende näherte setzte Hoffmeister seine Pilotenkappe auf und alle flogen mit. „Lebe wohl, Afrika, und vielen Dank für die Geschichte, die aktueller ist denn je“, gab Hoffmeister seinem Publikum mit auf den Weg. Begeisterte Zugaberufe der Kinder folgten. Eine Mutter sagte ihm „Danke, das war ein tolles Erlebnis“, eine andere Mutter meinte ergriffen „das war sehr schön“. Markus Hoffmeister sieht sich als „Geschichtenerzähler“, der der auf einfache und humorvolle Weise Verständnis für andere Kulturen und Menschen vertiefen möchte, um die Welt und das Miteinander friedlich zu gestalten. Ihm sei wichtig, Weisheitsgeschichten zu erzählen, die es überall auf der Welt gebe, Geschichten, die er nicht selbst erfinde. Diese Weisheiten aus Afrika seien beispielsweise über 400 Jahre alt. In der Schillerschule gingen am Montagvormittag fast 600 Kinder auf eine erlebnisreiche Trommelreise mit Markus Hoffmeister. Die Klassen wurden auf drei Gruppen verteilt, die jüngsten Kinder zuerst, erklärte Schulleiter Torsten Wiechmann im Gespräch mit dem TIP. Die Schillerschule nehme zum ersten Mal an diesem Internationalen Erzählfest teil. Das Mitmachen habe die Kinder dazu gebracht, genau zuzuhören, hatte er beobachtet. Am Vormittag ging es um einen Jungen, der nicht gehen konnte, aber trommelte, als eine große Flutwelle kam, so konnte er alle Dorfbewohner retten. „Geschichten suchen ein Zuhause“ ist das Motto des VII. Internationalen Erzählfestes in der Metropolregion Rhein-Neckar, das die BASF gemeinsam mit Partnern als „Offensive Bildung“ sponsert. Hannelore Nowacki
    Kinder und Erwachsene trommelten, sangen und bewegten sich im Rhythmus afrikanischer Klänge – die Begleitmusik für große Weisheiten über das friedliche Zusammenleben der Menschen. Foto: Hannelore Nowacki

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