Arbeitslosenzahl im Juli um 632 auf 21.999 Personen gestiegen / Arbeitslosenquote liegt bei 5,1 Prozent
„Beginnende Sommerpause auf dem Arbeitsmarkt“
2.509 Personen (4,9%) sind aktuell im Bereich der Geschäftsstelle Lampertheim arbeitslos gemeldet. Ein Anstieg von Juni auf Juli um 60 Personen. Archivfoto: Steffen Heumann
SÜDHESSEN – „Der Arbeitsmarkt in Südhessen wurde im Juli durch die alljährlichen Belastungsfaktoren - wie Urlaubs- und Betriebsferienzeit, die Arbeitslosmeldungen von ehemaligen Auszubildenden, sowie die Entlassungstermine zum Halbjahresende – beeinflusst. Bedingt durch den späteren Ferienbeginn waren die Meldungen allerdings weniger stark ausgeprägt als in den Vorjahren. Im August muss eventuell mit einem weiteren leichten saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet werden“, so Birgit Förster, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Darmstadt. Im Juli waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Darmstadt 21.999 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen um 632 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenzahl liegt um 755 Personen (-3,3 Prozent) unter dem Wert des Vorjahresmonats. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt bei 5,1 Prozent. Im Vorjahr waren es 5,4 Prozent.
Geschäftsstelle Lampertheim
Im Bereich der Geschäftsstelle Lampertheim ist die Arbeitslosigkeit ist von Juni auf Juli um 60 auf 2.508 Personen gestiegen. Das waren 185 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juli 4,9%; vor einem Jahr belief sie sich auf 5,4%. Dabei meldeten sich 548 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 8 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 481 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+34). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 3.557 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Plus von 223 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 3.518 Abmeldungen von Arbeitslosen (+196). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Juli um 28 Stellen auf 357 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 70 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Juli 172 neue Arbeitsstellen,104 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen1.037 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 97.
„Gerade in den Sommermonaten melden sich nach erfolgreich bestandener Abschlussprüung viele junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, weil sie von ihrem Ausbildungsbetrieb nicht übernommen werden konnten. Erfahrungsgemäß gelingt es uns diese jungen Menschen bereits nach relativ kurzer Zeit in Arbeit zu vermitteln. Gerade in Zeiten eines hohen Fachkräftebedarfs ist dies eine gute Chance für Unternehmen mit der Übernahme von gut ausgebildeten Fachkräften ihren Personalbedarf zu decken“, erläutert Birgit Förster weiter.
Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Die Zunahme der Arbeitslosigkeit konzentrierte sich auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung (Bezieher von Arbeitslosengeld I mit vorheriger sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung), dem eigentlich beschäftigungsnahen Bereich. „Auch das ist ein Hinweis dafür, dass die saisonalen Faktoren beim aktuellen Arbeitsmarktgeschehen ausschlaggebend sind”, so Förster. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), also im beschäftigungsnahen Bereich, nahm die Zahl der Arbeitslosen um 588 (Bestand 7.618) Personen zu. In der Grundsicherung (SGB II) kam es zu einem sehr geringen Anstieg von 44 Personen (14.381 Personen).
Jugendliche unter 25 Jahre
Im Agenturbezirk waren in diesem Monat 2.142 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist im Juli die Jugendarbeitslosigkeit saisonüblich um 384 (+21,8 Prozent) gestiegen. „Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit erscheint im Vormonatsvergleich sehr hoch, entspricht in etwa aber dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre“, erläutert Förster Der Anteil der 15- bis unter 25-Jährigen beträgt 9,7 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für diese Altersgruppe liegt bei 4,8 Prozent.
Ältere Arbeitnehmer
Im Juli waren 7.138 Arbeitslose 50 Jahre und älter. Hier kam es erneut zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe (Vormonat: 7.020). Die spezifische Arbeitslosenquote bei den über 50-Jährigen liegt bei 5,4 Prozent und damit nach wie vor weit über dem Durchschnitt. Im Vorjahr lag sie bei 5,6 Prozent. „Gerade auch ältere Arbeitnehmer sind von der saisonal bedingten Arbeitslosigkeit mit einem Anstieg von 1,7 Prozent wieder stark betroffen. Unternehmen sollten diese wertvollen Fachkräfte im Hinblick auf die demografische Entwicklung unbedingt im Betrieb halten und bei Neueinstellungen mit ins Auswahlverfahren nehmen“, betont Förster.
Landkreis Bergstraße
Im Juli waren im Landkreis Bergstraße 6.076 (Vormonat: 5.870 Menschen) arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen um 206 Personen (+3,5 Prozent) gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (Bestand: 6.404) sank die Arbeitslosenzahl um 328 Personen (-5,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag bei 4,3 Prozent. Im Vorjahr waren es 4,6 Prozent.
Mehr als 80 Prozent der Betriebe melden ihre Ausbildungsplätze der Agentur für Arbeit. Seit Oktober letzten Jahres wurden 3.472 Ausbildungsstellen gemeldet, 8 mehr als im Vorjahresvergleich (+0,2 Prozent). Zugleich gab es 5.039 Bewerbermeldungen, 88 mehr als im Vorjahresvergleich, was einem Anstieg von 1,8 Prozent entspricht. „Auch kurz vor dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres haben junge Menschen noch gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. In vielen Fällen hat sich der Betrieb noch nicht für eine Kandidatin oder einen Kandidaten entschieden. d.h., die Auswahlgespräche laufen noch oder aber es liegen keine geeigneten Bewerbungen vor. Auf jeden Fall gibt es für Kurzentschlossene – z.B. für Schulabsolventen, die sich erfolglos um einen Studienplatz bemüht haben – noch genügend Chancen eine Ausbildungsstelle als Alternative zu erhalten. Jeder Ausbildungssuchende ist auch ohne Termin bei uns willkommen! Aus diesem Grund wurde in der Agentur für Arbeit Darmstadt ein freier Zugang mit Sofortberatung eingerichtet“, betont Birgit Förster. Termine für Beratungsgespräche können telefonisch unter Rufnummer: 0800 4 5555 00 oder persönlich in der Agentur für Arbeit vereinbart werden. Betriebe, die noch Ausbildungsstellen anbieten können, erreichen die Agentur für Arbeit unter Hotline: 0800 4 5555 20. zg