INKLUSION: Erfahrung von Menschen mit unterschiedlichsten Arten von Behinderungen gefragt / Bewerbung bis 26. März möglich
Behindertenbeirat sucht neue Mitglieder
Der Behindertenbeirat wird neu gewählt – gesucht werden Menschen mit Behinderung, die sich für die Inklusion in Lampertheim stark machen wollen. Foto: oh
LAMPERTHEIM – Es ist ein äußerst wichtiges Gremium, welches die Interessen aller Menschen mit Behinderung in der Stadt Lampertheim vertritt: Der Behindertenbeirat, der vor sechs Jahren ins Leben gerufen wurde und der sich nun parallel zur Kommunalwahl neu zusammensetzen wird.
Die aktuelle Vorsitzende des Beirats, Petra Brandt, und Jochen Halbauer werben dafür, sich im Behindertenbeirat zu engagieren: „Wir suchen neue Mitstreiter, zumal der ein oder andere von uns aufhört, sei es aus gesundheitlichen oder politischen Gründen. Denn wir haben in die Satzung aufgenommen, dass niemand Mitglied sein soll, der ein politisches Mandat übernimmt” – so stellt sich beispielsweise Petra Brandt, die seit sechs Jahren Vorsitzende des Beirates ist, bei der Kommunalwahl zur Wahl in die Stadtverordnetenversammlung.
„Lampertheimer BürgerInnen mit einem Grad der Behinderung sowie Angehörige oder gesetzliche VertreterInnen von Betroffenen können sich für eine Mitwirkung im Behindertenbeirat bewerben. Erfahrungen in der behindertenpolitischen Arbeit wären toll, sind aber keine Voraussetzung. Falls Sie Interesse haben, richten Sie bitte Ihre Bewerbung in Form eines ‚Steckbriefes‘, welchen Sie bei Andreas Drexler telefonisch unter 06206/935-472, per Fax unter 06206/935-365 sowie per E-Mail unter Andreas.Drexler@lampertheim.de anfordern können, und einem kleinen Motivationstext bis zum 26. März 2021 an den Magistrat der Stadt Lampertheim, Stabsstelle Soziales, Römerstraße 102, 68623 Lampertheim. Wer sich angesprochen fühlt, soll sich bitte melden!”, hoffen Petra Brandt und Jochen Halbauer auf reges Interesse aus allen Gruppen.
„Wir werden dieses Jahr keine klassische Wahl machen, da wir noch nicht breit genug aufgestellt sind. Denn wir wissen nicht, wer sich hinter den Zahlen der Menschen mit Behinderung verbirgt, die der Stadtverwaltung vorliegen”, erläuterte Petra Brandt. Daher stellt der Magistrat aus dem Kreis der Bewerber eine Vorschlagsliste zusammen. Sie orientiert sich an dem Ziel, Menschen mit unterschiedlichsten Arten von Behinderungen in die Arbeit des Beirates einzubeziehen, um ihre Erfahrungen nutzen zu können. Über diese Liste entscheiden dann abschließend der Sozialausschuss und die Stadtverordnetenversammlung und ernennen die Mitglieder des Beirates. Zu den Menschen mit Behinderungen kommen noch benannte Vertreter der Institutionen, die Anliegen von Menschen mit Behinderungen in Lampertheim vertreten.„Die Vorschlagsliste sollte möglichst vielfältig sein und jede Gruppierung abbilden. Derzeit sind acht Personen, die selbst betroffen sind, und vier Institutionen Mitglied im Behindertenbeirat — plus Andreas Drexler von Seiten der Stadtverwaltung, der als Schnittstelle und Beratung fungiert und das Protokoll führt”, ergänzte Petra Brandt. Am 14. Juli wird die Stadtverordnetenversammlung auf Vorschlag des Sozialausschuss den Behindertenbeirat benennen. Ein Großteil der jetzigen Mitglieder möchte weitermachen, diese müssen sich aber wie jeder andere auch bewerben. „Wir sind über neue Mitstreiter sehr froh”, betont Jochen Halbauer, der bereit wäre, Verantwortung als Vorsitzender des Beirates zu übernehmen – sofern er denn gewählt wird.
Dass der Behindertenbeirat ein einflussreiches Gremium ist, zeigt dessen erfolgreiche Arbeit: So ist das Trampolin im Stadtpark ein sichtbares Zeichen und auch die Klebeaktion mit „Parkplatzschweinchen”, mit der darauf aufmerksam gemacht wird, dass aufgrund schlecht parkender PKW häufig kein Rollstuhlfahrer mehr den Gehweg benutzen kann, erfreut sich nach wie vor großer Resonanz. Und auch die Behindertentoilette ist ein Verdienst des Beirates, wenn auch die Wahl des Standortes von Seiten der Stadt Lampertheim entschieden wurde und auch die Kosten für die Stadt bei weitem nicht so hoch sind wie dies häufig verbreitet wird.
Darüber hinaus verrichtet der Beirat viele andere Tätigkeiten im Hintergrund. So wurden in diesem Jahr zum ersten Mal im Zuge der Wahl Wahlprüfsteine an die Parteien versandt – mit sechs Fragen zum Thema Inklusion, die von allen Parteien schnell beantwortet wurden. Auch den Landratskandidaten wurden die entsprechenden Fragen zugesandt, die Antworten aller Parteien und Landratskandidaten sind unter http://behindertenbeirat-lampertheim.de/category/news/ zu finden. Benjamin Kloos