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Do., 29. Juni 2017, 11:40 Uhr
Schauspieler Oscar Ortega Sánchez zum Eintrag ins Goldene Buch der Stadt gekommen
Bei den Nibelungen-Festspielen in Worms als Polizeichef in vorderster Linie
Der Schauspieler Oscar Ortega Sánchez mit spanischen Wurzeln ist ein echter Lampertheimer Bub, der als Ringer in jungen Jahren die Herausforderungen des Sports kennenlernte und als Schauspieler international erfolgreich ist. Als fieser Polizeichef wird er bei den Wormser Nibelungen-Festspielen die Zuschauer auf eine abenteuerliche Orientreise im Ersten Weltkrieg mitnehmen Im Bild mit Bürgermeister Gottfried Störmer und Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Lampertheim. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Oscar Ortega Sánchez weiß seine Mitmenschen zu begeistern. Das gelingt ihm als Schauspieler und auch bei einem offiziellen Ereignis wie dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Lampertheim. Neben den Spitzen von Verwaltung und Politik der Stadt Lampertheim, Bürgermeister Gottfried Störmer, Erster Stadtrat Jens Klinger, Kulturamtsleiter Rolf Hecher und Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass war im Magistratssaal eine muntere Gesellschaft versammelt, die ihre Wiedersehensfreude fast unbändig zum Ausdruck brachte. Die Versuchung das Ringerlied anzustimmen sei groß, gestand sein früherer Trainer, der 82-jährige Heinz Stephan. Nahezu in Mannschaftsstärke präsentierten sich die früheren Ringer des ASV 1904 Lampertheim als Fans mit gutem Erinnerungsvermögen und dank vieler archivierter Fotografien und Zeitungsartikel aus ihren sportlichen Glanzzeiten als Bundesligisten vor bald vierzig Jahren konnten sie ihrem früheren erfolgreichen Teamkollegen Oscar Ortega Sánchez eine besondere Freude machen. Auf der Freilichtbühne vor der mächtigen Kulisse des Wormser Doms beginnen die diesjährigen Nibelungen-Festspiele am 4. August mit der Premiere des Stücks „GLUT. Siegfried von Arabien“, in dem Oscar Ortega Sánchez eine der Hauptrollen spielt. Die Proben laufen bestens, ließ er auf Nachfrage wissen. Als Polizeichef Enver Sahin begleitet er eine abenteuerliche Reise durch den Orient, mitten im Ersten Weltkrieg - ein Kapitel deutscher Geschichte, künstlerisch mit dem Nibelungenthema verwoben. Ortega Sánchez hat sich als Theaterschauspieler etabliert und ist einem größeren Publikum seit fast zehn Jahren als Kommissar aus der Fernsehkrimireihe „Mordkommission Istanbul“ bekannt. Was verbindet den Schauspieler mit Lampertheim? Das erzählte er in lockerer Stimmung. Im Jahr 1962 erblickte er im hiesigen Krankenhaus das Licht der Welt, mit seinen Eltern wohnte er in der Neuschloßstraße, bis sie mit ihm nach vier Jahren ins nördliche Mannheim umzogen. Der Presse verriet er aus seiner prägenden Phase mit einem scherzenden Augenzwinkern: „Alles, was ich weiß, habe ich in Lampertheim gelernt“. Was sicher auf seine Sportlerzeit auch zutrifft, denn bereits im Alter von sechs Jahren wurde er Ringer. Zwanzig Jahre blieb er dem Ringen treu, damals in der Bantamklasse, die zwischen Fliegen- und Federgewicht lag, in die er wohl auch heute noch passen würde. Was hat ihm der Sport für sein weiteres Leben mitgegeben? Obwohl beim Ringen Mann gegen Mann gegenüberstehe, habe er am meisten das Zusammensein mit der Mannschaft genossen. Er habe gelernt, sich Herausforderungen zu stellen und mit Regeln umgehen zu können. „Für einen Jungen kann es nur gut sein“, findet er. Allerdings sei ihm der Ringersport in der heutigen Form, wie im Fernsehen zu sehen, langweilig geworden. Schade sei jedoch, dass Lampertheim es nicht geschafft habe, den Verein zu erhalten. Seine früheren Mitringer steuerten aus der Erinnerung einiges bei. Schon in der Umkleidekabine habe er als Junge gesagt, er werde Schauspieler. Das habe die Ringer damals sinnbildlich zunächst flachgelegt. Und wie kam er dann tatsächlich zur Schauspielerei? Die Antwort mag verblüffen, denn der junge Mann sah ein Theaterstück und wollte die beiden jungen Schauspielerinnen, die er auf der Bühne gesehen hatte, kennenlernen. „Alles andere ist von allein gekommen“, meinte er verschmitzt und überließ den Rest der Fantasie seines Publikums. Bürgermeister Störmer wusste: „Er ist der Lustige und hat auch den Fiesen drauf“. Was der Schauspieler gar nicht bestritt und mitteilte: „Das eine ist gespielt …“. Tatsächlich ist er in seiner aktuellen Polizeichef-Rolle ein Fiesling, wie er einräumte. Was fasziniert Ortega Sánchez am Stück mit der Mischung aus den Ereignissen des Ersten Weltkrieges und der Nibelungensage? Genau diese Mischung ist es. Im Rahmen der Inszenierung habe er viel über die rasante kriegerische Zeit vor dem Weltkrieg gelesen und gelernt und sich mit der Wormser Nibelungensage beschäftigt. Ihn interessiere, wie das Leben in dieser Zeit war, was das Volk bewegt hat. Nach dem Eintrag ins Goldene Buch und den Pressefragen war beim gemütlichen Teil des Empfangs bei Sekt, Saft und belegten Schnittchen Gelegenheit, mit dem prominenten Gast ins Gespräch zu kommen. Beim gemeinsamen Anschauen der Bilder und Artikel aus der Ringerzeit gerieten die Schnittchen zunächst ins Hintertreffen. Hannelore Nowacki