Di., 06. Juni 2017, 09:01 Uhr
„WIL“ – die „Wort-Initiative-Lampertheim“ will das Kulturleben der Stadt bereichern
Beim ersten Schreibwettbewerb kennengelernt

Neun Autoren haben sich in der „Wort-Initiative-Lampertheim“, zusammengefunden. Neben MIL und KIL die dritte Säule in der Lampertheimer Kulturszene in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich 40 (Rolf Hecher, rechts; Ludwig Baumgartner, 2. von links) unter dem Markenzeichen „Cultur Communal“. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Roland Kirsch getroffen zu haben sei ein Glücksfall gewesen. Und so kam es zu einer fortdauernden Zusammenarbeit, die in diesem Jahr mit der Gründung der „Wort-Initiative-Lampertheim“, kurz WIL, eine weitere Etappe erreicht hat. Rolf Hecher, Leiter des Fachbereichs Bildung, Kultur und Ehrenamt bei der Stadt Lampertheim, hatte den rührigen, vielfältig kulturell aktiven Autor mit acht weiteren Autoren zu einem Pressetermin in die Stadtbücherei zur Vorstellung der neuen Gruppe und des Projekts eingeladen. Die neun Autoren haben sich kennengelernt, zusammengefunden und vertrauen einander, wie sie beim Pressegespräch betonten. Dieses Vertrauen sei wichtig, weil sie in den gemeinsamen Sitzungen über ihre Texte sprechen und Erfahrungen austauschen. Kulturamtsleiter Hecher findet es bemerkenswert, dass Künstler des Worts sich zusammentun, die allgemein eher als Einzelkämpfer gelten. Katja Fischer, Stefanie Ackermann, Holger Reitz, Johanna Tausch, Jürgen Hayer, Hansjörg Rost, Karlheinz Münch und Dr. Helmut Kaupe sind mit Roland Kirsch die WIL. Die MIL, die Musiker-Initiative-Lampertheim, ist seit ihrer Gründung 2007 aus dem Kulturleben der Stadt nicht mehr wegzudenken. Mit der KIL, der Künstler-Initiative-Lampertheim, kam 2014 eine weitere Gruppe im Rahmen der lokalen Kulturförderung hinzu. Den 1. Lampertheimer Schreibwettbewerb 2016 hatte Hecher ins Rollen gebracht. Kirsch begleitete den Wettbewerb fachlich und brachte die Autorenbeiträge anschließend in einer Anthologie mit dem Motto des Schreibwettbewerbs „Hallo Nachbar“ heraus. Die meisten WIL-Mitglieder hatten sich über diesen Schreibwettbewerb kennengelernt. Roland Kirsch will in dieser Autorengruppe als Organisator ein wenig die Fäden in der Hand und den Kontakt zum Fachbereich Kultur mit Rolf Hecher und Ludwig Baumgartner als Ansprechpartner halten. Die Gruppentreffen finden alle zwei Monate in der Stadtbücherei statt. Ein zweiter Schreibwettbewerb ist im Herbst geplant, an dem sich die Gruppe beteiligen will. Auch will die Gruppe an Veranstaltungen zum Thema Wort und Literatur im Kulturangebot der Stadt Lampertheim mitwirken, so wie es Kulturamtsleiter Hecher angedacht hat. Im Sinne der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit wie mit der Stadt Bürstadt bei der Spargelwanderung sieht Hecher die multikommunale Zusammensetzung der Gruppe: „Wir sind alle Kurpfälzer – Stadtgrenzen können nicht die der Kultur sein“. In der Gruppe sind von der Lyrikerin und Kurzgeschichtenschreiberin bis zum Roman- und Sachbuchautor viele Literatursparten vertreten, die Autoren wohnen in Bürstadt und Lampertheim oder haben ihre Wurzeln hier. Während Johanna Tausch den Kurzgeschichten den Vorzug gibt, haben andere zusätzlich mit der Arbeit an einem Roman und Drama begonnen. Katja Fischer, geborene Lampertheimerin aus Frankfurt, hat sich der Lyrik verschrieben, hat nun auch einen Roman begonnen. Sachbuchautor Dr. Helmut Kaupe sieht sich weiterhin auf seinem Gebiet verankert und hat Pläne für weitere Bücher, beispielsweise zur Lampertheimer Spargelkultur. Ein gemeinsames Projekt hat die Gruppe mit der Exkursion zur Frankfurter Buchmesse bereits erfolgreich hinter sich. In Gesprächen mit Verlagen und Autoren habe die Gruppe als Fachbesucher viele Anregungen mitgenommen. Netzwerke und Kontakte will die Gruppe auf- und ausbauen. Auch der Besuch der kommenden Buchmesse ist schon eingeplant. Im Kulturangebot für Lampertheim hat Hecher die Verschränkung der Projektarbeit mit gemeinsamen Aktivitäten von MIL, KIL und WIL im Blick. Hannelore Nowacki