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Di., 23. Oktober 2018, 09:06 Uhr
Flüchtlingsprojekt „EMIL“ hat 600 Euro bei der „Herz zeigen“-Aktion gewonnen
Beim Fahrradreparieren die Integration fördern
Die kreative Aktion von „EMIL“ mit viel Herz wurde mit 600 Euro honoriert. Im Bild (von links): Pastor Jörg Lüling, Sobhan Nikhbath, Kurt Stass und Frank Hurrle. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Am Samstagmorgen war bei „EMIL“ in der Emilienstraße 3 im ehemaligen Fahrradladen schon viel los. Das sei immer so,erklärte Frank Hurrle, der vom Fahrradreparieren einiges versteht und den Flüchtlingen zeigt, was am defekten Fahrrad zu tun ist. Alle strahlen gute Laune aus und sind mit ihren Rädern beschäftigt. Frank Hurrle und Jörg Lüling sind die ehrenamtlichen Chefs von „EMIL“, ein Team mit drei Deutschen und drei Flüchtlingen, das Spaß an seiner Aufgabe hat. Bei „EMIL“ gehe es um die Integration der Flüchtlinge, die hier eine persönliche Beziehung aufbauen können und lernen, ihre Fahrräder selbst zu reparieren. „Wir sind stolz, dass dieses Ehrenamtsprojekt gut läuft“, sagte Lüling, „die Flüchtlinge sind in das Team integriert“. Doch beim Pressegespräch an diesem Samstag waren die 600 Euro das Hauptthema, die das Flüchtlingsprojekt „EMIL“ für sein Engagement im Rahmen der „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ erhalten hat. Am 14. September war Gelegenheit beim Lampertheimer dm-Markt an der zweistündigen Aktion „Herz zeigen“ teilzunehmen und von den Kunden wahrgenommen zu werden. Diese wählten „EMIL“ auf den ersten Platz, den zweiten Platz belegte die Kita Schwalbennest, deren Engagement mit 400 Euro honoriert wurde. In den 1.950 dm-Märkten in Deutschland hatten rund vier Millionen Kunden bei der Abstimmung ihre Herzkärtchen abgegeben, erklärte Hurrle. Mit dem Lastenfahrrad hatten sie die Plakatwand transportiert und Pastor Jörg Lüling machte als Pandabär Eindruck. Auch Livemusik hatten sie geboten, Frank Hurrle, als Musiker in Lampertheim bekannt, spielte Melodica und Percussions, ein afghanischer Flüchtling begleitete ihn auf der Tabla. Die 600 Euro werden bei „EMIL“ für den Kauf von Werkzeug und Ersatzteilen gebraucht, denn „EMIL“ sei finanziell autark, erklärten die beiden Chefs, die Stadt Lampertheim bezahle jedoch die Miete und Nebenkosten. Kurt Stass, Vorsitzender der Flüchtlingshilfe Lampertheim, wies darauf hin, dass „EMIL“ eine wichtige Baustelle der Lampertheimer Integrationsarbeit sei. „EMIL“ solle jedoch keine Konkurrenz zu den Fahrradgeschäften sein, vielmehr arbeite man gut zusammen, die Händler stünden den ehrenamtlichen Helfern auch mit Rat und Tat zur Seite. Im Hilfeladen nebenan schauten sich Frauen beim gespendeten Geschirr um. Gerne werden während der Öffnungszeit samstags von 10 bis 12 Uhr Hausratsspenden entgegengenommen. Für die Nähstube wird eine Helferin gesucht, die nähen und erklären kann. Hannelore Nowacki