Frühjahrskonzert der KKM lockte Fans massenhaft ins Bürgerhaus
Berauschendes Frühlingserwachen nach Noten
Das KKM-Jugendorchester begeisterte das Publikum mit drei Stücken und Zugabe. Bei „Cups“ wurden bunte Becher zu Musikinstrumenten. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Eine ganz besondere Atmosphäre der heiteren Erwartung war am Sonntagnachmittag im ausverkauften Bürgerhaus vor Konzertbeginn zu spüren. Nach kurzweiligen zweieinhalb Stunden, einschließlich einer geselligen Pause, rauschte der Beifall durch den Saal. Das begeisterte Publikum ließ aber auch während des Konzerts keine Gelegenheit für Applaus aus. Das Frühjahrkonzert der Katholischen Kirchenmusik Bürstadt 1924 hatte so viele Fans angelockt, dass auch die Parkplätze in der weiteren Umgebung rund um das Bürgerhaus rar wurden. Nun endlich ist der Frühling da! Die dreißig Jugendlichen des KKM-Jugendorchesters unter der Leitung von Kai Schneider und Erik Althapp setzten mit drei Stücken und einer Zugabe das fröhliche Signal für das Frühlingserwachen - nicht nur durch ihre Musik. Mit witzigen Ansagen, die ihn als Unterhaltungstalent ausweisen, stimmte der junge Musiker Constantin Morweiser das Publikum auf die Stücke ein. Das Jugendorchester spielte „Cups“, begleitet von der flinken Gruppe mit bunten Bechern, dann „When the Wind Whispers und schließlich zündete das „Firework“. Wie vom jungen Ansager humorvoll empfohlen, verlangte das Publikum nach einer Zugabe. Das Große KKM-Orchester unter der Leitung von Dirigent Wolfgang Rothenheber füllte mit 70 Musikern und Musikerinnen die Bühne aus. Mit ihrem überwältigend schönen Musikprogramm, das in Zusammenarbeit mit dem Musikerrat der KKM entstanden war, eroberte sich das Orchester die Herzen ihres Publikums.
Eine große Fangemeinde hat die Katholische Kirchenmusik Bürstadt. Beim Frühjahrskonzert des Großen Orchesters unter der Leitung von Wolfgang Rothenheber und des Jugendorchesters mit Dirigent Kai Schneider war ein abwechslungsreiches Programm und großartiges Können geboten. Foto: Hannelore Nowacki
In dieser wunderbaren Mischung hatten monumentale Musikeindrücke ihren Platz wie bei der schwungvollen „Marcia Augustana“ zu Beginn, heiße Rhythmen bei „Highlights from Frozen“. Überraschend leise mutete die Stimmung „Auf dem persischen Markt“ an, fröhlich rasant ging es „Bugler’s Holiday“ zu. Dramatik zeigten „Les Misérables“. Romantisch-stürmisch hatte Peter I. Tschaikowsky seinen „Blumenwalzer“ komponiert. Einfühlsam spielte das Orchester „What a Wonderful World“. Der unvergessliche Udo Jürgens wurde musikalisch lebendig mit einem Medley seiner bekanntesten Stücke. Vizedirigent Tobias Molitor dirigierte die Polka „Von Freund zu Freund“, bei dem Dirigent Rothenheber im Orchester am Tenorhorn mitspielte. Molitor bewies seine Vielseitigkeit auch an der Trompete und am Piano. Mehrere Solisten brillierten mit ihrem Können. Ein Höhepunkt mit dem Potenzial für wohlige, spannende und sehnsuchtsvolle Gefühlsschauer war der „TV-Kultabend“ zum Konzertende – eine einfallsreiche musikalische Zeitreise mit Titelmelodien aus der Fernsehgeschichte vom Tatort bis zum Traumschiff und Eurovisionshymne. Zum packenden Rhythmus wollte und durfte das Publikum bei den Zugaben „Miss Marple's Theme“ und „Ticonderoga“ mitklatschen. Das wünschte sich Dirigent Rothenheber, der den Konzerterfolg mit seinem Orchester sichtlich genoss. Durch das Programm führte Gabi Winkler mit unterhaltsamen und informativen Ansagen zu den Stücken, die das Publikum auf den Hörgenuss einstimmten. So wurde das Frühjahrskonzert der Katholischen Kirchenmusik zu einem Gesamtkunstwerk aus Melodien und Wortbeiträgen – ein Fest der Sinne mit der bunten Blütenfülle und Kreativität der Bühnendekoration, die Edith Althapp gestaltet hatte. Im Publikum waren Präses Pfarrer Peter Kern, Bürgermeisterin Barbara Schader Erster Stadtrat Walter Wiedemann und weitere Persönlichkeiten aus Politik, Kirchen und anderen Bereichen. Hannelore Nowacki