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  • Mi., 10. Dezember 2014, 23:14 Uhr
    Musikalische Gestaltung der adventlichen Feierstunde in der Martin-Luther-Kirche durch Leipziger Posaunenquartett OPUS 4

    Besinnliches musikalisches Highlight in der Vorweihnachtszeit

    Das Leipziger Posaunenquartett „OPUS 4“ begeisterte mit seinen musikalischen Beiträgen bei der besinnlichen adventlichen Feierstunde in der Martin-Luther-Kirche. Foto: Sigrid Samson


    LAMPERTHEIM - Spitzen-Blechbläser aus Leipzig bereicherten die Adventsandacht am vergangenen Dienstag in der Martin-Luther-Kirche in Lampertheim. Außergewöhnlich war die klangvolle und farbenreiche musikalische Darbietung des Leipziger Posaunenquartetts OPUS 4, dessen Repertoire seit seinem Bestehen stetig erweitert wird - und das seinen verschiedenen Programmen immer wieder neue Facetten hinzufügt.

    Zu den vier Posaunisten zählen der musikalische Leiter Jörg Richter, der Mitbegründer des Posaunenquartetts Dirk Lehmann (beide Mitglieder des Blechbläserensembles des Gewandhauses Leipzig) sowie der freischaffende Musiker Stephan Meiner und Wolfram Kuhnt, Mitglied der Staatskapelle Halle.

    Das Quartett feierte im August 2014 sein 20-jähriges Bestehen und hat bereits zahlreiche CD’s auf den Markt gebracht, darunter die jüngst erschienene „Von Bach bis Broadway II“ mit Werken von Schütz, J.S. Bach, Gershwin, Bernstein und weiteren Musikern.

    Das umfangreiche Repertoire des Ensembles umfasst Bläsermusik aus fünf Jahrhunderten. Neben originalen Kompositionen aus der Renaissance und Barock stehen auch bearbeitete Werke sowie Ur- und Erstaufführungen von Kompositionen, die speziell für dieses Ensemble geschrieben wurden, auf dem Programm. Wie auch die Berliner Philharmoniker spielen die Posaunisten auf  deutschen Instrumenten (Kruspe-Posaunen), und geben damit dem Posaunensatz einen typischen, homogenen weichen Klang, der sich von den heutzutage in aller Regel „amerikanisierten“ Blechbläsergruppen der Orchester deutlich unterscheidet.

    Eine sehr enge Verbindung besteht zu dem Leipziger Komponisten Kurt Grahl, der in den letzten Jahren sehr viele Stücke für das Ensemble geschrieben hat – ebenso zu dem Berliner Komponisten Bernhard Krol und Daniel Sutton, Komponist aus New York. Zahlreiche Konzerte im Inland und in ganz Europa zeugen von der Aktivität des Posaunenquartetts.

    Pfarrer Roland Schein begrüßte die Gäste der fast voll besetzten Kirche und kündigte ein vielfältiges musikalisches Programm an mit Stücken von J.S. Bach, J.H. Schein, Bernstein und zahlreichen weiteren bekannten Künstlern. „Es ist ein ungeheurer Aufwand und etwas ganz Besonderes, dass dieses Ensemble, das üblicherweise nur auf Konzerten spielt, hier unentgeltlich musiziert“, hob Schein hervor. Auch die musikalische Begleitung von gesungenen Adventsliedern standen auf dem Programm des Abends.

    Es folgte die Intrada, das kurze musikalische Eröffnungsstück der Künstler – mit einem Stück von Claudio Monteverdi (Gloria für vier Posaunen). „Wie soll ich dich empfangen“ sang die Kirchengemeinde im Anschluss unter Begleitung des Posaunenchors. Auf das gemeinsame „Vater unser“-Gebet folgte eine Partita (Variationsreihe instrumentaler Stücke) mit Stücken von Raselius, Schein und Bach sowie eine Partita zur Adventszeit – musikalisch gekonnt präsentiert von den Posaunisten.

    Weitere musikalische Stücke wurden dargeboten nach der Lesung und Ansprache des Pfarrers, wie unter anderem das bekannte Weihnachtslied „Es ist ein Ros entsprungen“. Schein erwähnte, dass die Verbindung zu den Musikern schon seit über 25 Jahre bestehe, da seine Tochter bereits mit der Tochter von Jörg Richter, Leiter des Posaunenchors, den Kindergarten besuchte.

    Schein ging in seiner Ansprache auf die geschichtlichen Ereignisse zur Zeit des Berliner Mauerfalls ein und schwelgte dabei ein wenig in Nostalgie. Nachdem der Mauerfall zunächst die Menschen gegeneinander aufbrachte, kehrten nach einer Weile dennoch Dankbarkeit, innere Einkehr und Frieden ein. „Wir legen in deine Hände alles, was uns bedrückt“ betete er gemeinsam mit der Gemeinde – „Gott schenke uns Gnade, Licht, Trost und Kraft“ führte er fort.

    Auf vielfältige weitere musikalische Stücke des Posaunenquartetts gab es zum Abschluss nochmal ein Weihnachtslied: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ – und das Ensemble wurde mit tosendem Applaus zu einer Zugabe aufgerufen, die ebenfalls erfolgte. Schein bedankte sich bei den Künstlern auch im Namen der Kirchengemeinde für das gelungene besinnliche Konzerterlebnis, das mit viel Beifall gewürdigt wurde, und lud alle Gäste im Anschluss an die offizielle Veranstaltung zu einem kleinen Umtrunk ein, den die Mitglieder des Frauenkreises liebevoll vorbereitet hatten. Währenddessen wurden im Vorraum der Kirche die zahlreichen CD’s von OPUS 4 zum Verkauf angeboten.

    Die Besucher hoffen auf einen erneuten Besuch des Leipziger Ensembles in Lampertheim. Sigrid Samson

     

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