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  • Mo., 30. Juni 2014, 15:58 Uhr
    „Meine Zeit“ – die neue Tagesbetreuung der Ökumenischen Diakoniestation eingeweiht / Erinnerungen als Anknüpfungspunkte

    Besondere Wohlfühlatmosphäre ist spürbar

    Im antiken Ambiente sitzt man sehr gemütlich fanden Martina Seelinger (Vorsitzende der Diakoniestiftung, von links), Pflegedienstleiterin Christa Gerhardt, Pfarrerin Sabine Sauerwein und Stiftungsvorstandsmitglied Werner Hahl. Außerdem soll das Wohnzimmer mit seinen vielen Details die Erinnerung und Wahrnehmung der Betreuungsgäste anregen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Dies alles bedeutet „Meine Zeit“ – die neue Tagesbetreuung für Senioren mit eingeschränkter Alltagskompetenz: Den Tag in guten Händen verbringen, sich wohlfühlen und nach den individuellen Möglichkeiten und Bedürfnissen Förderung, Entspannung und Geselligkeit erleben. Auch um die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben im Rahmen der Möglichkeiten geht es den Initiatoren aus den Reihen der Ökumenischen Diakoniestation und der Diakoniestiftung Lampertheim. An fünf Tagen in der Woche kümmern sich speziell geschulte Betreuer und Betreuerinnen stundenweise vormittags und nachmittags jeweils um bis zu 10 Senioren, denen gegen geringes Entgelt auch ein Fahrdienst zur Verfügung steht. Angeboten wird Gruppen- und Einzelbetreuung. Noch sind Plätze frei. Pflegedienstleiterin Christa Gerhardt und Expertinnen für Gedächtnistraining und Gerontologie koordinieren und unterstützen die Betreuung. Die besondere Wohlfühlatmosphäre in den komplett renovierten Räumen in der Kaiserstraße 38 ist sofort spürbar. Davon konnten sich die Gäste der Einweihungsfeier am Samstagvormittag überzeugen. Hell und freundlich ist der große Aufenthaltsraum, modern die Möblierung und wer hinausschaut, kann das lebendige Treiben auf der Kaiserstraße beobachten. Und dann ist da noch ein vollständig eingerichtetes Wohnzimmer im historischen  Stil der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, das zum Verweilen einlädt.

    Erinnerungen an die Kindheit und Jugend der Senioren können hier Anknüpfungspunkte finden. Dieses einzigartige Ensemble ist eine Spende aus einem Nachlass der Familie Herz. Das dazu perfekt passende Radio im alten Stil hatte Bürgermeister Gottfried Störmer als Gabe der Stadt Lampertheim zur Einweihungsfeier mitgebracht. Im städtischen Fundus, der von offiziellen Geschenken gespeist wird, befand sich das Gerät mit dem neuzeitlichen Innenleben seit wohl dreißig Jahren. Bürgermeister Störmer zeigte sich von den Räumlichkeiten sehr beeindruckt und dankte allen, die sich so intensiv für dieses Angebot eingebracht haben. Weitere Sachspenden wie bunte Tischkegel und Spiele bereicherten den Gabentisch, die bei der geselligen Beschäftigung Freude machen und die Sinne anregen sollen. Sogar einen Sinnesraum gibt es, der nach dem in den Niederlanden entwickelten Konzept des „Snoezelen“ eingerichtet ist - ausgesprochen wie „snuzelen“, was sich aus den Wörtern für schnuppern und schlummern zusammensetzt. Die Kosten für die komplette Einrichtung des Sinnesraumes mit Wasserbett und technischen Geräten wie Projektor, Musikanlage und Laserlicht haben der Krankenpflegeverein Hüttenfeld und der Förderverein für die Ökumenische Diakoniestation übernommen. Für die Ausstattung der Küche ist die Diakoniestiftung Lampertheim mit 16.000 Euro aus ihren Kapitalerträgen der letzten beiden Jahre aufgekommen. Einen Zuschuss von 40.000 Euro hat die Diakonie Hessen beigesteuert.

    Werner Hahl, Mitglied des Vorstandes der Diakoniestiftung, hieß die Gäste zur Feierstunde willkommen, unter ihnen die katholischen Pfarrer Peter Hammerich von St. Andreas und Pfarrer Erhard Schmitt von Mariä Verkündigung. Pfarrerin Sabine Sauerwein von der evangelischen Lukasgemeinde sprach die Segensworte. Für den Krankenpflegeverein war der 2. Vorsitzende Jürgen Schuster gekommen, für den Förderverein der Diakoniestation Vorstandsmitglied Horst Arnold. Der Magistrat war vertreten durch Gottlieb Ohl, die Stadtverordneten durch ihre Vorsteherin Brigitte Stass. Eingeladen waren auch die an der Renovierung und Ausstattung beteiligten Firmeninhaber. Für die Lampertheimer Ärzte und GALA sprach Dr. Walter Seelinger der Einrichtung seine Glückwünsche aus und betonte, dass auch die pflegenden Angehörigen durch „Meine Zeit“ eine enorme Erleichterung bekommen. Die Räume der Tagesbetreuung im 1. OG des als Ärztehaus bekannten Gebäudes sind bequem mit dem Fahrstuhl zu erreichen. Zahlreiche Besucher nutzten den Tag der offenen Tür am Samstag für eine ausgiebige Besichtigung und informative Gespräche. Zur Begrüßung vor dem Ärztehaus begeisterte die Musikgruppe „Manhattan“ aus Bensheim-Auerbach die Besucher und Zuhörer mit einem schwungvollen Platzkonzert.

    Hannelore Nowacki

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