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  • Mi., 20. September 2017, 14:27 Uhr
    Kooperation in Lampertheim feiert 30-jähriges Bestehen / Projekttage informieren Schüler über Jugendhilfeeinrichtungen

    Besonderes Soziotop als Anlaufstelle für Jugendliche

    Seit 30 Jahren im Einsatz für die Beratung von Jugendlichen in Lampertheim: Die Kooperation feiert 30-jähriges Bestehen, sehr zur Freude von Bürgermeister Gottfried Störmer (r.) und „Urgestein” Rolf Hecher (l.). Foto: Benjamin Kloos

    LAMPERTHEIM – Im Jahr 1987 wurde in Lampertheim der Grundstein für eine außergewöhnliche Zusammenarbeit gelegt, die bis heute ihre Fortsetzung gefunden hat: Die Kooperation, die regelmäßig Projekttage für alle Hauptschüler in Lampertheim sowie seit 2005 auch einen Realschultag anbietet. Mit ihrem trägerübergreifenden Angebot deckt sie eine große Spannbreite jugendlicher Problemfelder ab, von Berufshilfeangeboten über psychische Beratung und Betreuung, Drogenberatung, Partnerschaftsberatung, Straffälligenhilfe sowie freizeitpädagogischen Maßnahmen bis hin zur präventivem Kriminalitätsbekämpfung. Seit 1987 existiert die Projektwoche für die 8. Klassen der ADS und der Biedensandschule, seit 2005 findet der Projekttag für die 8. Klassen des Realschulzweigs der ADS statt, ebenso nehmen seit diesem Jahr die Hauptschüler der 8. Klasse der Nibelungenschule in Hofheim daran teil. Insgesamt 2.800 Schüler haben so dieses besondere Angebot, die Jugendhilfeeinrichtungen in Lampertheim persönlich kennen lernen zu können, in Anspruch genommen. Zudem konnten sich die Jugendlich auf diese Art und Weise intensiv mit den unterschiedlichen Problemfeldern auseinandersetzen und eigene Standpunkte finden. Ein weiteres wesentliches Merkmal der besonderen Zusammenarbeit; Durch den persönlichen Kontakt können Schwellenängste und Vorurteile, beispielsweise in Bezug auf die Polizei, abgebaut werden und so die Inanspruchnahme für Hilfe erleichtert werden.

    Besonders Soziotop
    „30 Jahre Kooperation mit den Beratungsorganisationen und -institutionen hier in Lampertheim. Das ist etwas ganz Besonderes. Ich freue mich sehr, dass diese Kontinuität der jährlichen Projektwoche und später Projekttage erhalten werden konnte, denn es ist wichtig, dass sich junge Menschen mit diesen wichtigen Themen auseinandersetzen”, betonte Bürgermeister Gottfried Störmer am Mittwoch im Rahmen einer kleinen Feier anlässlich des Jubiläums. „Hierbei handelt es sich um Institutionen, die in verschiedenen Lebenslagen helfen. Als Bürgermeister bin ich ausgesprochen froh, dass wir in Lampertheim eine so große Vielfalt an Beratungsstellen haben. Die Menschen in Lampertheim können in allen Lebenslagen Hilfe und Unterstützung finden”, führte er fort und zog einen besonderen Vergleich: „Ein Biotop ist eine tolle Anlage, in der sich Natur entfalten kann. Hier in Lampertheim haben wir ein Soziotop mit allem, was angeboten werden kann. Ich danke Ihnen allen für Ihre Unterstützung und Ihre Arbeit und 30 Jahre Verbindung zu den Schulen, zunächst mit der Alfred-Delp-Schule, später auch zur Nibelungenschule in Hofheim.”
    Rolf Hecher, der gemeinsam mit Marion Persson vom Diakonischen Werk von Beginn an in der Kooperation dabei und somit eines der „Urgesteine” ist, blickte auf die Anfangszeit zurück. „Als ist 1986 bei der Stadtverwaltung angefangen habe, war ich überrascht zu sehen, dass alle Fachbereiche der Beratung in Lampertheim vorhanden sind. Es kam sofort der Gedanke, eine Gemeinschaft der Willigen zu gründen, um gemeinsam etwas für Jugendliche in unserer Stadt zu tun. Dass diese Kooperation so lange hält, ist etwas ganz Besonderes, vor allem weil die Institutionen verschiedene Träger haben. Diese Arbeit, die hier geleistet wird, ist den Menschen vor Ort zu verdanken, den Mitarbeitern der Institutionen hier in Lampertheim, die diese Kooperation und das Netzwerk gegen Gewalt mit Leben füllen. Ihnen gebührt der Dank und mein Respekt.”

    Schwellenängste abbauen
    Bevor sich die einzelnen Gruppierungen noch einmal kurz vorstellen konnten, nutzte Bürgermeister Störmer die Gelegenheit, sich nochmals bei allen mit einem Strauß Blumen und einem „süßen Gruß aus Lampertheim” zu bedanken. Aktuell sind die Jugendförderung der Stadt Lampertheim, Pro Familie, die Jugend- und Suchtberatung Prisma der AWO, die AWO-Schuldnerberatung, die Jugendgerichtshilfe des Kreis Bergstraße, der Allgemeine Soziale Dienst des Kreis Bergstraße, die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Kreis Bergstraße, die Fachstelle Jugendberufshilfe des Diakonischen Werk, die Polizeistation Lampertheim-Viernheim sowie der Jugendschutz Mitglied der Kooperation. In einer kurzen Vorstellungsrunde betonten alle beteiligten Institutionen der Bedeutung der Zusammenarbeit und auch, dass die Lehrer der Schulen mit eingebunden werden. „Wir können Ängste nehmen und direkte Ansprechpartner nennen, da wir uns alle untereinander gut kennen”, betonte Manfred Scholz, der im Jugendcafé in der Zehntscheune schon viele Kontakte vermitteln konnte. Gleiches gilt für die anderen Institutionen, die besonders die Senkung der Hemmschwellen und Ängste als Vorteile betonten. Viele Jugendliche nützen die Angebote, wie Jürgen Polom von der Jugendgerichtshilfe berichtete, der darauf verwies das es zudem schön sei, „am Puls der Zeit zu sein und zu sehen, was die Jugendlichen bewegt.” Wichtig ist aber alle, dass die Jugendlichen wissen, an wen sie sich wenden können.
    Zum Abschluss der kleinen Feierstunde dankte Bürgermeister Störmer in besonderer Art und Weise Silke Reis, die von Seiten der Stadt „mit außergewöhnlichem Engagement die Kooperation mit Leben füllt. Sie sind die gute Seele der Kooperation.” Für diese ist die Kooperation „wie eine kleine Familie. Danke für die tolle Zusammenarbeit.”
    Der nächste Realschultag der Kooperation wird übrigens am 14. November stattfinden, die nächsten Projekttage Ende Januar. Benjamin Kloos

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