Kerwe kommt zum Finale auf Hochtouren – Schubkarrenrennen im Pfarrgarten
Beste Stimmung im Kerwedorf und im Museum
Sportliche Kondition konnte bei der rasanten Fahrt nicht schaden, über die wackelige Schlauchbrücke ging es dem Ziel entgegen. Foto: Hannelore Nowacki
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NORDHEIM – Zum Gute-Laune-Tanken sollte man die Kerwe in Nordheim besuchen, dort wo auch die fröhlichen Nordemer Kuckucks zu Hause sind. Drei Tage Kerwe und kein bisschen erkennbare Müdigkeit bei Kerwemudder Silke Folz und den Kerwemädche, überhaupt machten die Kerwebesucher am späten Montagnachmittag noch nicht den Eindruck Schluss machen zu wollen. Doch die Kerwe wird auch in Nordheim beerdigt. „Wenn alle gähnen, so zwischen acht und neun Uhr“, sagte die Kerwemudder voraus. Allerdings war vorher noch einiges zu leisten. Zum Schubkarrenrennen hatten sich bei Armin Tremmel von der KSG acht Teams gemeldet und weil der große Autoskooter im Kerwedorf ein wenig im Weg stand, hatte Pfarrer Arne Polzer den gepflasterten Pfarrgarten der evangelischen Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt, der eine wirklich respektable Rennstrecke wurde.
Neue Regeln gab es diesmal und wie sich zeigte, brachten diese ein riesiges Spaßpotenzial mit sich. Wobei jedoch anzumerken ist, dass die Schubkarren-Teams mehr Anstrengung und Zuschauer wie Sprecher Tremmel noch mehr Spaß hatten. Nicht Bier, sondern gehaltvolle saure Weinschorle befand sich in den Zielbechern, die mit einem Trinkhalm geleert werden mussten. „Die Fahrer saugen, die Beifahrer blasen“, lautete Tremmels Ansage. „Luftballons mittels Puste aufblasen und zum Platzen bringen“ war die Aufgabe, die den Beifahrerinnen und Beifahrern die Adern anschwellen ließen und die Röte ins Gesicht trieben. Mit Wein in Schwung gekommen, wurden die Pylone „umfahren“, gelegentlich auch umgefahren. Nicht immer blieb die Schubkarre beherrschbar, dann kippte der Beifahrer oder die Beifahrerin heraus. Eine höchst spannende Veranstaltung, die Kinder und erwachsene Kerweteilnehmer gleichermaßen faszinierte.
Ein Damenteam hatte sich nachgemeldet und fuhr das Rennen außer Konkurrenz – „blasen und saugen“ für beide war nun angesagt, dazu gab es die doppelte Ration Weinschorle. Preise waren nicht in Aussicht gestellt, die beiden Siegerteams freuten sich einfach über den gelungenen Spaß. Fahrer Thorben Ruh mit Beifahrer Dominic Harreus verdienten sich den zweiten Platz, Fahrer Eric Folz mit Beifahrerin Doreen Maringer katapultierten sich auf Platz 1. Anschließend ging es mitten ins Kerwetreiben zu den kulinarischen Angeboten der Vereine zwischen Kinderkarussell, Autoskooter und Festzelt. Auch im Burg-Stein-Museum nebenan war gehobene Stimmung zu erleben. Die neue Ausstellung zum früheren bäuerlichen Leben in Nordheim mit eindrucksvollen Leihgaben aus einer umfangreichen Privatsammlung lockte ebenfalls zahlreiche Besucher an.