Acht Mitglieder der Arbeitsgruppe Ortsgeschichte Bobstadt besuchten das Stadtarchiv Mannheim. Foto: oh
BOBSTADT - Eine hochinteressante und lehrreiche Exkursion unternahm die Arbeitsgruppe Ortsgeschichte Bobstadt Ende August ins Stadtarchiv Mannheim. An seinem derzeit noch alten Standort im Collinicenter, ein neuer Archivbau "Archivum" entsteht zur Zeit im alten Hochbunker an der Jungbuschbrücke, wurde die Gruppe persönlich vom Amtsleiter Prof.Dr. Ulrich Niess empfangen. Nach einem höchst informativen Vortrag durch ihn, ging es anschließend durch die verschiedenen Abteilungen. Bei der Einführung stellte Niess mit einer sehr anschaulichen Präsentation das gesamte des Stadtarchivs vor. Das Stadtarchiv, zugleich Institut für Stadtgeschichte, bewahrt es das historische Erinnerungsvermögen Mannheims zum Nutzen von Bürgerschaft und Verwaltung. Seit seiner Gründung 1907 hat es eine wechselhafte Geschichte erlebt. Obwohl es große Verluste durch die Bomben im Zweiten Weltkrieg gab, konnten die bedeutendsten Archivalien gerettet werden. Als Institut für Stadtgeschichte ist es auch seine Aufgabe stadthistorisches Bewusstsein zu wecken und zu vermitteln. Dazu dient ein umfangreiches Angebot an Veranstaltungen, Ausstellungen, Vorträge, Filmabende oder Informationstafeln mitten im Stadtbild. Am bekanntesten sind die zahlreichen stadtgeschichtlichen Publikationen. Dabei stehen dem Stadtarchiv zwei starke, der eine mit über 500 Mitgliedern, Fördervereine zur Seite. Bis heute versteht sich das Stadtarchiv nicht nur als Kultureinrichtung, sondern auch als Dienstleister der eigenen Stadtverwaltung, wenn diese zum Beispiel ältere Meldedaten oder Bauunterlagen für Ihre Zwecke benötigen. Die nützt aber auch dem Bürger, wenn ihm beispielsweise Bauunterlagen seines Hauses fehlen. Ein Großteil der Bestände besteht aus Akten und Amtsbüchern die aus der Verwaltung erwachsen sind. Mit dem ältesten Ratsprotokoll von 1661 beginnt die umfangreiche Überlieferung. Zunehmend wandelt sich das Stadtarchiv zu einem digitalen Informationsanbieter, dessen Online-System die Voraussetzung für effektive Arbeitsabläufe innerhalb der Verwaltung bilden und von jedermann im Rahmen der gesetzlichen Bestimmung genutzt werden können. Bei dem anschließenden Rundgang durch das Labyrinth vieler Räume wurde der Gruppe gezeigt wir Akten, Dokumente, Bücher und Zeitungen in elektronische Dateien gewandelt werden. Allerdings und da machte Niess besonders aufmerksam, sollten immer die Originale erhalten und archiviert bleiben. Zu diesem Zweck dienen dem eigentlichen Archiv mehrere Zwischenarchive. Als Bürstädter, Niess wohnt seit vielen Jahren in Bürstadt, gab er viele Tipps und bot den Bobstädter Amateurhistoriker an, diese auch weiterhin fachlich mit Wissen und Rat und Tat zu unterstützen. zg