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  • Do., 25. Juli 2019, 15:35 Uhr
    Sanierungspläne der Caritas für Alten- und Pflegeheim Mariä Verkündigung gestoppt

    Betrieb läuft weiter bei vollstationärer Aufnahme



    LAMPERTHEIM – Keine Sanierung, aber weiterer Betrieb mit Aufnahme neuer Bewohner in vollstationärer Pflege. Mit diesen Kernaussagen sollen Mitarbeiter und Bewohner des Alten- und Pflegeheims Mariä Verkündigung in der Hagenstraße nach den neuesten Ankündigungen des Caritasverbandes als Träger der Einrichtung beruhigt in die Zukunft schauen. Die Mitarbeiter erfuhren von der Entscheidung des Caritasverbandes Darmstadt, das 1973 eröffnete Alten- und Pflegeheim nicht zu sanieren, am Dienstagnachmittag bei einer Versammlung von Caritas-Direktorin Stefanie Rhein und Heimleiterin Heide Neumann. Im anschließenden Pressegespräch erläuterte die Caritas-Direktorin die Gründe. Nach ursprünglicher Schätzung sollten die Sanierungskosten zehn Millionen Euro betragen, nachdem der Caritasverband jedoch ein auf diesem Gebiet erfahrenes Architekturbüro mit der gründlichen Prüfung des Gebäudes beauftragt hatte, sei die Ernüchterung gekommen. Der bauliche Zustand würde weitere fünf Millionen Euro erfordern. Sanierungskosten von 15 Millionen Euro wolle der Caritasverband nicht verantworten, erklärte Caritas-Direktorin Rhein, die Mehrkosten resultierten aus Kostensteigerungen in der Baubranche und dem erhöhten Sanierungsbedarf, der erst nach umfassenden baulichen Untersuchungen festgestellt worden sei. Auf Nachfrage teilte Rhein mit, dass in die Planung bislang 300.000 Euro investiert wurden. „Nun müssen wir Alternativen suchen und prüfen, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Angedacht sei ein zukunftsweisender Neubau in Lampertheim, um dort das moderne Wohnkonzept zu verwirklichen, das für die nächsten 30 Jahre und die nachfolgenden anspruchsvolleren Generationen Bestand habe. Ein eigenes Zimmer mit Duschbad und Internetanschluss gehöre dazu, während im jetzigen Gebäude gemeinsame Etagenbäder und viele Doppelzimmer Standard seien. In Gespräch mit dem Bistum und der Stadt Lampertheim soll nach vernünftigen Lösungen gesucht werden, denn Lampertheim brauche diese Pflegeplätze. Ursprünglich sei das Haus für 120 Bewohner ausgelegt gewesen, zur Vorbereitung der Sanierung sei die Bewohnerzahl auf 75 reduziert und zwei Etagen geräumt worden. Zukünftig geplant werde mit 96 Plätzen. Da keine Bau- oder Sicherheitsmängel vorliegen, betonte Rhein, könne der Betrieb weiterlaufen. Allerdings sollen kleinere Arbeiten durchgeführt werden, wie die Beseitigung von Unebenheiten im Hof und Dachschäden. Pflegedienstleiterin Rebecca Bauer berichtete, dass die leer stehenden Räume in den beiden Stockwerken mit etwas Farbe hergerichtet werden sollen, um nach ihrer Reaktivierung für Gruppenarbeiten wie Malen und Basteln, Physiotherapie und weitere Aktivitäten zur Verfügung zu stehen. Als Ziel gibt Rhein an, dass sich bis Ende dieses Jahres eine vernünftige Folgeplanung abzeichnet. Schon länger habe die Gerüchteküche gebrodelt, nun aber sei nach langer unsicherer Zukunft des Hauses wieder Ruhe eingekehrt, was auch Pflegedienstleiterin Bauer gut findet. Bevor der Caritasverband das Heim von der Altenhilfestiftung Mariä Verkündigung mit Wirkung vom 1. November 2018 als Träger übernommen hatte, hatten die Mitarbeiter auf finanziell dazu beigetragen, die drohende Insolvenz abzuwenden. Wie in einem Pressegespräch vor zwei Jahren mitgeteilt wurde, waren keine Entlassungen geplant, lediglich sollten Stellen bei Abschied in den Ruhestand nicht mehr besetzt werden. Für diese Arbeitsgarantie verzichteten die Mitarbeiter seit 2016 über drei Jahre hinweg bis Ende 2018 auf die Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie auf Sonderzahlungen. Seit Januar werde wieder das normale Tarifgehalt gezahlt, teilte Rhein mit. Sehr wichtig sei, für die bewährte Pflegequalität das fachlich gut ausgebildete Pflegepersonal zu halten. Heimleiterin Heide Neumann merkte an, dass der Medizinische Dienst das Heim mit der Note „sehr gut“ bewertet habe. Bevor sie nächstes Jahr in den Ruhestand geht, hofft sie vom Neuanfang einiges mitzubekommen. Hannelore Nowacki

    Das Alten- und Pflegeheim Mariä Verkündigung, seit 1. November 2018 unter der neuen Trägerschaft des Caritasverbandes Darmstadt, wird aus Kostengründen nicht wie ursprünglich geplant komplett saniert, sondern wie bisher weitergeführt. An einen Neubau wird gedacht. Foto: Hannelore Nowacki

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