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Di., 05. Mai 2015, 09:37 Uhr
Erneut großer Andrang beim 18. Kampfsport-Workshop des 1. Judo Club Bürstadt
Bewegungsmuster und Technikkenntnisse im Fokus
Die Teilnehmer des jährlich in Bürstadt stattfindenden Kampfsportworkshops haben jedes Mal sehr viel Spaß. Foto: oh
BÜRSTADT - Bereits zum 18. Mal veranstaltete der 1. Judo Club Bürstadt, vertreten durch den Trainer der Modern Arnis Gruppe Klaus Schmidt, seinen weithin bekannten Kampfsport-Workshop. Wie bei den vorausgegangenen Veranstaltungen lud der Organisator auch diesmal Referenten verschiedener Stilrichtungen ein, was die besondere Atmosphäre des Lehrgangs ausmacht.
Der sportliche Teil des Workshops wurde mit der „Kerambit“ überschriebenen Trainingseinheit durch Christian Metzner eröffnet. Der sich überwiegend den philippinischen Kampfkünsten verschriebene Trainer stellte zunächst das an eine Sichel erinnernde Messer sowie dessen Besonderheiten im Messerkampf vor, bevor er sich mit den Teilnehmern des Workshops daran machte das Handling der Waffe zu erarbeiten. „Zu wissen, wie mit einem Kerambit gefährliche Angriffe ausgeführt werden können, stellt die Basis für Verteidigungskonzepte gegen derartige Angriffe dar“, erklärte Klaus Schmidt seine Ambitionen, dem Kerambit-Messerkampf einen Platz in seinem inzwischen überregional etablierten Kampfsport Workshop einzuräumen. „Viele Angriffe mit dem Kerambit erinnern an Angriffe mit geradlinigen Messern. Aufgrund der gekrümmten, zweischneidigen Klinge ist die Entwicklung von Verteidigungskonzepten gegen diese Waffe jedoch ungleich schwerer. Das wird Zeit brauchen“, lautet das Fazit des Organisator des Workshops nach der Lehrstunde.
Weniger martialisch ging es danach in der zweiten Trainingseinheit zu, die die Wettkampfsportart Grappling als Thema hatte. Referent der Trainingseinheit war hier erneut Alex Syndikus, der bereits beim letzten Workshop im Herbst vergangenen Jahres eine Einführung in diese Form des regulierten Bodenkampfes gab. Anders als beim ersten Workshop, bei dem es primär um grundlegende Bewegungsformen am Boden ging, behandelte das Training diesmal konkrete Griff- und Lösetechniken in und aus der sogenannten Guardposition, bei der ein Kämpfer auf dem Rücken liegt während der zweite Kämpfer zwischen den Beinen des liegenden Kämpfers positioniert ist.
Grundlegende Bewegungsschule gab es dafür in der dritten Trainingseinheit wieder, für die Klaus Schmidt erstmalig einen Referenten für Lapunti Abanico Arnis gewinnen konnte. Ähnlich wie bei andere philippinischen Kampfkünsten wird auch bei dieser Stilrichtung, neben anderen Disziplinen, ein ca. 60 Zentimeter langer Stock im Basistraining eingesetzt. „Die Schwierigkeit in diesem System liegt an den koordinativ anspruchsvollen, kombinierten Schritt- und Schlagbewegungen“, erklärte der von den Philippinen stammende und in Frankfurt/Main trainierende Trainer Michael Lim auf Nachfrage. „Durch die aufwendige Schrittarbeit entwickelt man einerseits viel Stabilität bei Blocktechniken, die zur Abwehr von Angriffen eingesetzt werden und andererseits viel Kraft bei Verteidigungsschlägen“, so der Referent weiter. Das Anmut und Kraft der Bewegung wie vom Trainer beschrieben ausgiebiges Training voraussetzen konnten die aus verschiedenen Kampfsportarten stammenden Teilnehmer des Workshops nach einführenden Worten und Darbietungen der Bewegungsfolgen in aufbauenden Partnerübungen erfahren.
Mit der letzten Trainingseinheit widmete sich der Organisator Klaus Schmidt wieder ausschließlich der Selbstverteidigung, wobei er es nicht versäumte Brücken zu den zuvor trainierten Einheiten zu schlagen. Über sogenannte Trappings, bei denen die Arme des Angreifers durch gezielte Bewegungen oder aber auch Manipulation des Angreifers vor dessen Körper gekreuzt und fixiert werden, leitete der vielseitig erfahrene Trainer seine Verteidigungstechniken ein.
Mit den Worten „je umfassender die Bewegungsmuster und Technikkenntnisse im Stand und in der Bodenlage sind, desto wahrscheinlicher wird ein glimpflicher Ausgang körperlich zu führender Auseinandersetzungen. Trotz allen Kenntnissen und Trainingserfolgen sollte es jedoch immer das Ziel sein, Konflikte zu deeskalieren und diese auf verbaler Ebene zu klären“, schloss Klaus Schmidt nach seiner Trainingseinheit den Lehrgang, der nicht zuletzt besonders bei den erstmalig dabei gewesenen Kampfsportfreunden aus Frankfurt großen Anklang fand. zg