
BÜRSTADT – Überall blüht es in Bürstadt, in Gärten und auf den Feldern – ein Paradies für die Bienen, die in der Gartenstraße 2 auf dem Dach der Firma Stadtmüller Bedachungen ein gut geschütztes Zuhause bekommen haben. Imker Christian Tesseraux hat schon eine beachtliche Menge Blütenhonig in Gläsern abgefüllt, die man bei Stadtmüller Bedachungen kaufen kann. Gerne fliegen sie den blühenden Spargel auf den Feldern in der Nachbarschaft an, erklärte der Beekeeper aus Leidenschaft. Die künstlerische Gestaltung der drei Bienenkästen auf dem Dach war für den Künstlerverein Ehrensache. Eins der hölzernen Bienenhäuser zeigt das Logo des Künstlervereins Bürstadt auf rotem Grund, ein weiteres ist mit dem Firmenemblem von Stadtmüller Bedachungen dekoriert, das dritte ist eine bunte Augenweide mit blühender Wiese, vielen schönen Blumen und lustigen Bienchen, über denen eine strahlende Sonne thront. Am Stand von Stadtmüller Bedachungen beim Bürstädter Frühjahrsmarkt hatte dieses mit so viel Liebe kreativ bemalte Bienenhaus viele Betrachter entzückt. Die Idee zu diesem Projekt hatte vor Monaten Daniel Schnell, Geschäftsführer von Stadtmüller Bedachungen, um die Partner musste er nicht lange werben. Christian Tesseraux, ein guter Freund seines Bruders, hatte von Vandalismus an seinen Bienenkästen berichtet, auch wurden ihm Bienenvölker gestohlen. Schon länger hat der Künstlerverein auf dem Firmengelände Raum für Atelierstunden. Vereinsvorsitzende Martina Rausch findet es besonders angenehm, wenn im Sommer samstags außerhalb der Betriebsstunden an der überdachten Laderampe gemalt werden kann: „Das ist die richtige Arbeitshöhe“. Auch in einem Seminarraum könne künstlerisch gearbeitet werden, berichtete sie dem TiP, Materialien könnten in der Halle aufbewahrt werden. Bei der Bienenkästen-Aktion hatten sich sieben Vereinsmitglieder engagiert. Bald seien die nächsten drei Bienenkästen fällig. Hobby-Beekeeper Christian Tesseraux ist über diesen ungewöhnlichen Standort froh, der im Gegensatz zu anderen Standplätzen nicht von Vandalismus bedroht sei.
Foto: Hannelore Nowacki
Bienen in Aktion erlebt – Produkte geschmeckt
Dass sich seine 150.000 Bienen hier sehr wohl fühlen, zeigen sie ihm – sie vermehren sich eifrig und füllen ihre Waben mit Honig. Am Vortag habe er wieder Honig geschleudert. Aus den drei Bienenvölkern werden jetzt vier mit insgesamt 200.000 Bienen. Wie zählt man Bienen? Der Fachmann geht nach Schätzwerten: Bei 70.000 Bienen im Kasten werde das Volk erkennbar träge, dann werde getrennt. Daniel Schnell hatte zu einem Pressegespräch unter freiem Himmel eingeladen, bei dem Gelegenheit war, die Bienen in Aktion zu erleben und deren Produkte zu schmecken. Bürstadt präsentierte sich an diesem Tag als strahlende Sonnenstadt, was auch den Bienen gefällt. Auf dem Dach haben sie jedoch einen Sonnenschutz. Beekeeper Tesseraux gab Einblicke ins Leben der Bienenvölker, bei denen die männlichen Mitbewohner keinen Stachel haben. Mit Kennerblick pflückte er eine solche Biene von der Wabe und setzte sie den verblüfften Besuchern auf die Hand. Nur weiblichen Bienen, die draußen in einem Flugradiums von etwa dreieinhalb Kilometern zum Nektarsammeln unterwegs sind, hat die Natur zur Verteidigung einen Stachel gegeben. Nach dem fachlichen Exkurs führte Tesseraux an der Getränkebar im Schatten vor, wie aus Honig, der mit Wasser zu einem Sirup vermischt wird, im Zusammenklang mit Sekt, Sprudel und Limettensaft ein erfrischendes Sommergetränk wird, obendrauf ein leicht angedrücktes Minzblatt fürs Aroma. An der Honigwabe naschten zwei Bienen, die sich nicht stören lassen wollte. Stücke davon reichte Beekeeper Tesseraux zum Kosten, wobei er das Bienenwachs als natürliches Kaugummi empfahl. Wenn ausgekaut, wird es jedoch bröselig. Mit dem Erlös aus dem Honigverkauf bei Stadtmüller Bedachungen will Daniel Schnell gemeinnützige Zwecke unterstützen. Beekeeper Tesseraux spendet dafür seine Arbeitszeit.
Hannelore Nowacki
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