Mo., 25. August 2014, 20:01 Uhr
MdB Dr. Michael Meister analysiert den Stand der Dinge
BILA bleibt wachsam
KREIS BERGSTRASSE - Da die Kosten-Nutzen Rechnung den Neubau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Frankfurt und Mannheim eher enttäuschend ausfiel, wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses soll den Großraum von Köln bis Freiburg in den Blick nehmen. Unter Berücksichtigung der Verkehrsströme, deren Verflechtung und Entwicklung sollen Eckpunkte für die Planung erzielt werden. Da nun die verzögerte Veröffentlichung erwartet wird sickern erste Details durch und gibt es erste Verlautbarungen wie die Verkehrsprognose 2030 des Bundesverkehrsministeriums. Es gab Abstimmungsgespräche in der Metropolregion, Interviews, Presseartikel. Um nicht zu spekulieren, sondern sich zu informieren, hatte Dr. Meister diesen Besuch angeboten, was gerne von der BILA angenommen wurde.
Die bisherigen Ergebnisse wirken eher ernüchternd. Der „Lückenschluss“ zwischen Frankfurt und Mannheim stellt sich als eines der zentralen Probleme im europäischen Schienennetz dar. Als erste gesicherte Erkenntnisse konnten die Besucher festhalten: An der Notwendigkeit, eine neue Trasse zu bauen, ist nicht zu rütteln. Auf dieser sollen tagsüber ICE und nachts Güterzüge fahren, was die Wirtschaftlichkeit deutlich steigert. Die von der Riedbahn verlagerten ICE schaffen Raum für die geplante S-Bahn-Vertaktung, aber auch für Güterzüge. Überhaupt spielt bei der zukünftigen Beurteilung der Güterverkehr eine immer wichtigere Rolle. Hier wird in den nächsten zehn Jahren ein Zuwachs von ca. 40 Prozent erwartet, während der Personenverkehr nur um mäßige drei Prozent zu wachsen scheint. Das bedeutet auch, dass tags mehr Güterzüge durch Lampertheim fahren, was die Frage des Lärmschutzes stärker in den Fokus rückt.
Zum Verlauf der Trasse gibt es nur vage Auskünfte „irgendwo zwischen A5 und A67“. Bis Lorsch scheint es allen Beteiligten klar zu sein, dass sie an der A67 nach Süden geführt wird. Doch dann beginnt die große Frage und an diesem Punkt waren alle Beteiligten vor einigen Jahren schon. Auf jeden Fall wird Mannheim voll angebunden. Hier zeigt sich das große Interesse nicht nur der Stadt Mannheim sondern der ganzen Region, dass der Hauptbahnhof europäischer Knotenpunkt für den Personenverkehr bleiben soll. Der Preis ist aber hoch. Denn das hat zur Folge, dass auch der gesteigerte Güterverkehr tags und nachts durch die Stadt rollt. Laut OB Dr. Kurz soll die östliche Riedbahn zweigleisig ausgebaut werden und moderne Lärmschutzwände mit transparenten Elementen bekommen.
Offen bleibt die Frage, wo genau die Neubautrasse in die Riedbahn eingebunden wird. Wobei sich hier die Rahmenbedingungen ein wenig geändert haben. Zum einen hat Bahnchef Dr. Grube geäußert, dass die Bahn von Tempo 300 absehen wird, was engere Kurvenradien erlaubt. Zum anderen sind die gesetzlichen Grundlagen der Lärmbelastung strenger geworden. Doch den Mitgliedern der BILA war klar, dass es nun gilt, ihre Forderungen noch einmal deutlich an entsprechenden Stellen zu benennen. Die sind Bündelung der Neubautrasse mit der A67 bis mindestens südlich der L 3110 und keine Variante C. Eine Zerschneidung des Lampertheimer Waldes und der Lampertheimer Gemarkung darf es nicht geben. zg