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Fr., 03. Mai 2024, 08:31 Uhr
STADTUMBAU: Spatenstich für Anbau der Zehntscheune markiert Baufortschritt / Förderantrag 2018 gestellt
Bis 2026 umfassende Sanierung und barrierefreier Umbau
Spatenstich zum Anbau mit Fahrstuhl (nach Abriss der bisherigen Konstruktion in der Mitte des Gebäudes). Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – In der Römerstraße fällt die Baustelle an der Zehntscheune schon seit mehreren Monaten auf. Eine tiefe Baugrube ist entstanden und im März wurde das außen liegende Treppenhaus aus den 70er Jahren abgerissen. Im Inneren ist auch viel passiert – Böden und Wände sind weitgehend bis auf die dicken Mauern und Betondecken abgetragen. Am Donnerstagvormittag hatte Bürgermeister Gottfried Störmer die beteiligten Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Magistratsmitglieder, die Fraktionsvorsitzenden, die Vorsitzenden des Jugendbeirats, des Seniorenbeirats und Behindertenbeirats sowie der beauftragten Firmen zum Spatenstich eingeladen, der den Beginn der Baumaßnahme mit neuem Anbau für das Treppenhaus mit Fahrstuhl bis ins Obergeschoss sowie WC-Anlage markiert. Die lange Geschichte der Zehntscheune beginnt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, bis 1833 wurden hier Naturalabgaben gelagert. Zuletzt war im Erdgeschoss das Jugendcafé Zehntscheune der Stadtjugendförderung mit Küche beheimatet, im großen Saal im ersten Obergeschoss war Raum für Veranstaltungen von Vereinen und Stadt, Feiern und Feste, auch die Fastnacht wurde hier gefeiert. Im Dachgeschoss hatte die Musikschule Räume, die jedoch nur über Treppen erreichbar waren. In Zukunft wird das Gebäude barrierefrei sein, mit Fahrstuhl bis ganz nach oben, wo der Fachbereich 40-1 Bildung, Jugend und Kultur mit Büros und einem großen Raum für die Jugend einzieht. Die Angebote für die Jugend werden sich nach dem Bedarf richten. Im Erdgeschoss bekommt der Behindertenbeirat sein Büro. Auch Veranstaltungsräume, Foyer und Küche finden hier Platz, für größere Veranstaltungen sind Räumlichkeiten im Obergeschoss vorgesehen. Im Frühjahr 2026 sollen Sanierung und Umbau fertiggestellt sein, wie Bürgermeister Störmer in seiner Rede zum Spatenstich mitteilte. Als Begegnungs- und Kulturstätte für Veranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen und sonstige Ereignisse soll die Zehntscheune in das Gemeinwesen hineinwirken. Störmer hofft auf ein ganztägig belebtes Gebäude. Fachbereichsleiter Dietmar Lidke und Architektin Nicole Giacomazzi vom Fachbereich 65 Immobilienmanagement sowie allen an Planung und Ausführung Beteiligten dankte Störmer für die gute Zusammenarbeit. Auch Projektleiter Tjark Albrecht von Projektstadt aus Frankfurt am Main hob die gute Zusammenarbeit beim Stadtumbau-Management hervor.
Bürgermeister Gottfried Störmer erläuterte die Planungen und Ziele, die mit dem Umbau und der Sanierung der Zehntscheune erreicht werden sollen. Foto: Hannelore Nowacki
Förderantrag 2018 gestellt
Ein solches Projekt unter Denkmalschutz braucht Zeit, wie Bürgermeister Störmer deutlich machte. Im Rahmen des Stadtumbau-Programms wurde der Förderantrag für 3 Millionen Euro bereits 2018 gestellt. Mittlerweile heißt das Programm „Städtebauförderung - Wachstum und nachhaltige Erneuerung“. Ein Architektenwettbewerb wurde 2019 verworfen, nachdem sich die untere Denkmalschutzbehörde mit Forderungen eingeschaltet hatte, was zu Kosten von bis zu 5 Millionen Euro geführt hätte. 2021 wurde neu geplant - nur für das Haupthaus mit 3 Millionen Euro. Die Planungsleistungen wurden 2022 EU-weit ausgeschrieben. Das Architekturbüro von Heinz-Dieter Freudenberger aus Einhausen sowie eine Planungsgesellschaft aus Mannheim und Firmen für Heizungs-, Sanitär- und Lüftungsplanung und für die Elektroplanung wurden beauftragt. Nach Planungsbeginn Anfang 2023 wurde der Bauantrag im Juli 2023 eingereicht. Die Baugenehmigung des Kreises Bergstraße traf sehr zügig bereits im November 2023 ein, wie Störmer lobend betonte. Im Dezember begann die Schadstoffsanierung, der Abbruch des Treppenhauses folgte im März. Der Rohbau mit Treppenhaus und neuem Aufzug soll nach Plan bis September nächsten Jahres fertiggestellt sein und nach dem Innenausbau 2025 rechnet Bürgermeister Störmer mit der Eröffnung im Frühjahr 2026.