Fr., 21.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Sa., 29. August 2020, 13:25 Uhr
    EINWEIHUNG: Feier im kleinen Rahmen und Gedenken an Günter Schwering

    Bischof Peter Kohlgraf segnete Anbau des Alten-Pflegeheims St. Elisabeth 

    Auf der Terrasse des neuen Anbaus zum Gruppenbild mit Corona-Abstand (von links): Caritas-Direktorin Stefanie Rhein, Bischof Peter Kohlgraf, Doris Rapp (Pflegedienstleiterin und Interimsnachfolgerin des verstorbenen Günter Schwering) und Bürgermeisterin Barbara Schader. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Vom Pflegeheim zur Hausgemeinschaft entwickelt sich das Alten-Pflegeheim St. Elisabeth mit dem neuen Anbau, der auf zwei Etagen das Hausgemeinschaftsmodell ermöglicht wie es der Caritasverband Darmstadt bereits in Einhausen erfolgreich eingeführt hat und Bischof Peter Kohlgraf vom Bistum Mainz beeindruckt hat, wie er bei der Einweihungsfeier  in Bürstadt am Freitagvormittag anmerkte. Seit dem ersten Spatenstich sind zwanzig Monate vergangen, der Neubau mit 24 Einzelzimmern ist fast fertig. Die zukünftigen Bewohner haben den Park mit der alla hopp!-Anlage und das Rathaus ganz in ihrer Nähe. Caritas-Direktorin Stefanie Rhein bedauerte in ihrer Begrüßungsrede, dass wegen der Corona-Regeln zur Einweihungsfeier nur ein kleiner Kreis eingeladen werden konnte – sie vermisste viele Gäste, die sonst gekommen wären wie die vielen Ehrenamtlichen, die Bewohner und Angehörigen und die Ärzteschaft. In der geräumigen modernen Wohnküche war für die Einweihungsfeier alles auf Abstand eingerichtet, auch die Terrasse wurde einbezogen. Vor allem aber vermisste die Caritas-Direktorin Günter Schwering, der seit dem Einzug der ersten Bewohner des Alten-Pflegeheims St. Elisabeth im Jahr 1988 dessen Leiter gewesen ist. Ganz frisch war noch die Trauer bei ihr und anderen zu spüren, die Schwering kannten und schätzten. Ein Foto des am Montagnachmittag nach kurzer schwerer Krankheit Verstorbenen war neben dem Rednerpult aufgestellt, eine Kerze leuchtete. Bewegt und um Fassung ringend blickte Rhein auf das Wirken von Schwering zurück, der die gesamte Altenhilfe an der Bergstraße entscheidend weiterentwickelt und geprägt hat. Nahe an den Menschen habe er die Altenhilfe des Caritasverbandes entwickelt und zukunftssicher gemacht. „Dass wir heute hier stehen und das Haus in seine Zukunft führen ist sein großer Verdienst“. Rhein dankte allen Mitarbeitern, die neben ihrer Arbeit im Altenheim das Konzept mitentwickelt und erfolgreich vorangebracht haben. Nächstenliebe, Respekt und Selbstbestimmung sieht Rhein über die Jahre verwirklicht, eine Erfahrung vieler. „Ja, hier in Bürstadt ist ein guter Ort, um seinen Lebensabend zu verbringen“. Lobende Worte fand Bischof Kohlgraf für den Neubau, den er segnete. „Die Räume sind hell und freundlich, die Unterbringung ist familiär, ähnlich einer Haus- oder Wohngemeinschaft - individuell, aber doch in größtmöglicher Selbständigkeit, mit ausreichend Unterstützung, aber ohne Bevormundung“. Er sei dankbar, dass die Caritas daran mitarbeitet, gute Modelle zu entwickeln, die ein würdiges Leben im Alter ermöglichen. Im Gebet gedachte Kohlgraf Günter Schwering, gemeinsam wurde das Vaterunser gebetet. Zum Thema Corona meinte der Bischof, dass „unsere Heime nicht zum Gefängnis werden dürfen“. Die Frage sei schützen oder bevormunden, manchmal sei des Guten zu viel. „Ich hoffe, dass die Krise Sie nicht mürbe macht, bleiben Sie aufrecht und tapfer“, gab er den Menschen im Raum mit auf den Weg. Bürgermeisterin Barbara Schader widmete ihre Rede im Besonderen dem verstorbenen Einrichtungsleiter Günter Schwering, den sie aus vielen Jahren der Begegnung und Zusammenarbeit kannte. Ein schwerer Tag sei es für sie, hierher zu kommen, zu wissen, dass er nicht da ist. Die Entwicklung zum Familienzentrum sei von Günter Schwering geprägt, sei ein Stück seines Lebenswerks. „Sie müssen noch einmal hierher kommen“, empfahl Schader dem Bischof, „wir möchten ihm zeigen, dass dieses Haus sich öffnet für alle, alles ist gewachsen“. Dass ihm bestimmte vorzügliche Besonderheiten des Hauses bekannt sind, gab der Bischof humorvoll zu verstehen, er komme, wenn es Torte gibt.

    Bischof Peter Kohlgraf war aus Mainz angereist, um den neuen Anbau des Alten-Pflegeheims St. Elisabeth zu segnen. Foto: Hannelore Nowacki


    „Nächstenliebe braucht Fantasie und Mut vor Ort“, meinte der Aufsichtsratsvorsitzende des Caritasverbandes Darmstadt Pfarrer Harald Poggel mit Blick auf die Besuchsregelungen für Pfarrer in Altenheimen, damit sie nicht restriktiv über die Coronaverordnungen hinaus ausgelegt würden. Architekt Sebastian Tartter von Obermeyer Planen und Beraten aus Wiesbaden hob die wohnliche Atmosphäre hervor, die im neuen Anbau auf 1.480 Quadratmetern geschaffen wurde. Bei den bevorstehenden Umbaumaßnahmen im Bestandsgebäude werde auch das Trinkwassernetz komplett erneuert und ein neues Beleuchtungskonzept eingeführt.  Für die symbolische Schlüsselübergabe hatte Tartter einen riesigen gebackenen Schlüssel mitgebracht. Samira Schwendy brachte mit ihrem gefühlvollen Violinenspiel die irische Musik feierlich zum Ausdruck.  An der Feier nahmen neben den Führungskräften des Alten-Pflegeheims Erster Stadtrat Walter Wiedemann, Pfarrer Peter Kern und sein evangelischer Amtskollege Rainer K. Heymach sowie die früheren Caritas-Direktoren Wilhelm Schulz und Franz-Josef  Kiefer und der Caritas-Architekt Matthias Briebel teil. Zum abschließenden gemütlichen Mittagessen entwickelten sich lebhafte Gespräche. Hannelore Nowacki

    Information

    Der Caritasverband Darmstadt investiert 10 Millionen Euro in die Modernisierung des 32 Jahre alten Alten-Pflegeheims St. Elisabeth. Vom Land Hessen gibt es 3,5 Millionen Euro, davon sind etwa 1,5 Millionen Euro ein Zuschuss und gut 2 Millionen Euro ein zins- und kostenfreies Darlehen. In den nächsten zwei Jahren wird der Altbau in drei Bauabschnitten saniert. Die Bewohner werden in Einzelzimmern leben. Sechs Hausgemeinschaften mit je 12 bis 14 Plätzen werden entstehen. Ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage werden zur Energieversorgung in Betrieb genommen, was zu etwa 130 Tonnen weniger CO2-Ausstoß führen soll.    

     

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Bürstadt und Stadtteile
    » Lokal
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige TicketshopAnzeige 3 Anzeige - 2